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"In Tutzing 5G schon flächendeckend vorhanden"

Auskunft der Deutschen Telekom aufgrund Nachfragen zur Diskussion auf vorOrt.news

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Antennen sorgen für heiße Diskussionen: Mobilfunkmast am Tutzinger Bahnhof © L.G.

Pro und contra 5G wird in Tutzing eine leidenschaftliche Diskussion geführt, die sich in Kommentaren auf dieser Seite widerspiegelt (siehe unten). Einer der Kommentatoren hat aufgrund dieser Diskussion bei der Deutschen Telekom angefragt, wie weit denn die 5G-Abdeckung in Tutzing ist. "Sehr gut", sei ihm mitgeteilt worden. In Tutzing sei 5G schon flächendeckend vorhanden.

Den Anstoß für die Diskussion hatte eine kontrovers geführte Debatte im Gemeinderat zur künftigen Mobilfunktechnologie geliefert. Dabei ging es um einen Antrag, den fraktionsübergreifend Bündnis 90/Die Grünen, Freie Wähler, ÖDP und SPD gestellt hatten. Er wurde mit 10 gegen 8 Stimmen angenommen. Danach wird die Gemeinde Tutzing die Aufstellung von Mobilfunkanlagen mit hohen Frequenzen in ihrem Gebiet nur unter bestimmten Bedingungen unterstützen. Voraussetzung soll sein, dass „die Unbedenklichkeit für Mensch und Umwelt durch industrie- und regierungsunabhängige Wissenschaftler verlässlich nachgewiesen ist“.

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Logo der Bürgerinitiative "5G-freies Tutzing"

Freie Wähler: Es geht um einen Interessenausgleich

Verena von Jordan-Marstrander (Freie Wähler) erläuterte, man versuche einen Mittelweg zu finden. Es gehe um einen Interessenausgleich zwischen solchen Menschen, die für die neue Mobilfunktechnologie 5G einträten, so Gewerbetreibenden, und besorgten Bürgern. Es gebe noch keinen Beweis für die gesundheitliche Unbedenklichkeit. Nach dem Antrag soll „eine möglichst flächendeckende, leistungsfähige und soweit möglich auf Festnetztechnologie basierend Breitbandversorgung Tutzings und seiner Ortsteile“ sichergestellt werden.

CSU: Technologiefeindliche Haltung

In der Diskussion gab es hierzu viel Kritik. Der Antrag verdeutliche eine technologiefeindliche Haltung, und er unterstelle Regierungsorganisationen und Institutionen der Rechtsstaatlichkeit praktisch, sie seien nicht verlässlich und missachteten das Gesundheitsinteresse der Bürger, monierten Dr. Ernst Lindl und Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU). Ludwig Horn (CSU) wandte sich gegen „Unschärfen“ in der Darstellung, so bei den Frequenz-Darstellungen. Daraufhin wurde auf Vorschlag von Stefan Feldhütter eine Formulierung in dem Antrag geändert. Zunächst war von „hochfrequenter Mobilfunktechnologie“ die Rede gewesen. Dies wurde durch „Frequenzen über 3,8 Gigahertz“ ersetzt.

FDP: Keine Möglichkeit lokaler Einflussnahme

Die Gemeinde Tutzing wende sich mit dem Antrag gegen eine längst beschlossene Entwicklung, die sie nicht beeinflussen könne, gaben Dr. Joachim Weber-Guskar und Georg Schuster (FDP) zu bedenken. Die Möglichkeit der lokalen Einflussnahme gebe es nicht. Private Hauseigentümer würden die Antennen auf ihren Dächern anbringen lassen. Die Gemeinde nehme sich mit dieser Entscheidung sogar Möglichkeiten der Steuerung, warnte Schuster.

ÖDP: Glasfasertechnik ist Alternative

Eine Alternative zu 5G sei die Glasfasertechnik, sagte Caroline Krug (ÖDP). Sie verwies darauf, dass 700 Tutzinger und auch 40 Gewerbetreibende einen Aufruf unterschrieben hätten, auf 5G zu verzichten. Bürgermeisterin Marlene Greinwald relativierte die Angaben mit der Bemerkung, der Vorstand der Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (ATG) unterstütze 5G. Mitschke-Collande warnte die Antragsteller: „Solchen Gewerbetreibenden, die auf 5G angewiesen sind, geben Sie das Signal, dass sie in Tutzing nicht willkommen sind.“

Stefan Feldhütter (Freie Wähler) sagte: „Wenn wir in zwei Jahren Sicherheit haben, dass die Technologie gesundheitsverträglich ist, können wir den Beschluss auch wieder zurücknehmen.“ Wichtig sei eine „Abwägung zwischen Gesundheitsgefahren und wirtschaftskommunikativem Spaß“. Horn verwies darauf, dass der Bund neben den Bundesstraßen, so etwa bei Traubing, ohne Baugenehmigung Antennen aufstellen könne. Er schlafe nicht neben der B2, sagte Feldhütter, sehe aber nicht ein, dass man die Technik „an Schulen und Kindergärten ranbringen“ müsse.

Grüne: Tutzing sollte seine Planungshoheit behalten

„Ich habe als Ärztin gesundheitliche Bedenken“, bekräftige Jordan-Marstrander. Bernd Pfitzner (Grüne) sagte: „Wir können kein 5G-freies Tutzing schaffen, aber wir sollten unsere Planungshoheit behalten und es steuern, die Gemeinde sollte einen Interessenausgleich schaffen.“ Pfitzner und Claus Piesch (Freie Wähler) sprachen sich für einen „Positivbeschluss“, aus, mit dem die Gemeinde Tutzing wie schon bei der früheren Mobilfunktechnologie Tutzing steuern könne, wo Mobilfunkstandorte entstehen sollten und wo nicht. „Wir wären schon froh, wenn in Tutzing 4G funktionieren würde“, sagte Bürgermeisterin Greinwald unter Hinweis auf die in dieser Gemeinde seit langem kritisierten Empfangsprobleme beim Mobilfunk. Skeptisch zeigte sie sich angesichts der Klimaprobleme wegen eines hohen Energieverbrauchs durch 5G.

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Comments

Leider gibt es zum Thema 5G so viele esoterische Falschmeldungen. 5G ist eine Verbesserung von 4G und de Facto was die Strahlenbelastung angeht sogar besser als 4G. Hinzu noch energieeffizienter, etc. Wer wissenschaftliche Faken will, dem kann ich folgende Sendung hierzu empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=6Zq8iF21RmU

Die ganze Sendung dauert 1:45 h und geht um Corona & 5G - die wissenschaftlichen Fakten ab 2:40 Minuten sind jedoch allgemein gültig und geht u.a. darauf ein, warum die Menschen (unbegründet) Angst davor haben. Unter anderem wird dargelegt wie Verschörungtheretiker sich für 2020 explizit das Thema 5G ausgesucht haben.

Aufklärung ist bei diesesm Thema immens wichtig.
(Bearbeitet)
Nur trägt leider der von Ihnen genannte Beitrag auch nicht zu einer industrieunabhängigen Darstellung der Pros und Cons bei, ganz im Gegenteil! Die von Ihnen angegebene Quelle erwirkt jedenfalls nicht den Eindruck einer wissenschaftlich fundiert vorgenommenen Analyse.
Warum Sie die der hohen Anzahl wissenschaftlicher Studien sowie bspw. Feststellungen des Technikfolgeausschusses der Bundesregierung, des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments, um nur einige zu nennen, als esoterisch einschätzen, ist für uns nicht nachvollziehbar.

(1) Eine Technikfolgenabschätzung ist noch nicht erfolgt. Der LEITER DES TECHNIKFOLGENAUSSCHUSSES DES BUNDESTAGES, Prof. Armin Grunwald, nennt 5G ein „Experiment am Menschen“. ( vgl. Prof. Armin Grunwald, Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag, Juli 2019, abrufbar unter https://kurzelinks.de/hv8f)

(2) Auf Grund der Eingruppierung der bisherigen Technik, der Strahlung von 2G (GSM), 3G (UMTS), 4G (LTE) und WLAN als „möglicherweise Krebs erregend" (Kategorie 2B) durch die IARC der WHO warnen wissenschaftliche Dienste der Europäischen Union in Grundsatzpapieren für die Abgeordneten vor den potentiellen Gesundheitsrisiken von 5G.

(3) So stellt der WISSENSCHAFTLICHE DIENST DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS im Februar 2020 fest: Zu 5G gibt es keine gesicherten Erkenntnisse hinsichtlich seiner Unbedenklichkeit. „Die aktuelle wissenschaftliche Literatur zeigt, dass dauerhaft einwirkende drahtlose Strahlung wahrscheinlich biologische Auswirkungen hat, was für die speziellen Merkmale von 5G in besonderer Weise zutrifft: die Kombination aus Millimeterwellen, einer höheren Frequenz, der Anzahl der Sender und der Anzahl der Verbindungen. Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass 5G die Gesundheit von Menschen, Pflanzen, Tieren, Insekten und Mikroben beeinträchtigen würde – und dass bei 5G ein vorsichtiger Ansatz angebracht wäre, da es sich um eine nicht getestete Technologie handelt.“ vgl. ebenda (Briefing des EPRS), S. 1, Dokument abrufbar unter https://kurzelinks.de/f0w7

(4) Interessanterweise empfiehlt selbst die PRÄSIDENTIN DES DEUTSCHEN BUNDESAMTS FÜR STRAHLENSCHUTZ (BfS), Fr. Dr. Inge Paulini in 3sat am 25.02.2019 eine behutsame Vorgehensweise unter vorläufiger Verschonung „sensibler Orte“ von 5G.
Video abrufbar unter https://www.3sat.de/wissen/nano/gefahr-fuer-die-gesundheit-100.html?mode=play&obj=79212 (abrufbar bis 26.02.2024)

(5) Interessant ist sicher aber auch, dass die französische Stadt Lille ein Moratorium für 5G beschließt , ca. 600 Kommunen in Italien, die Millionenmetropolen Marseille und Lyon neben weiteren 9 Städten in Frankreich einen 5G-Ausbaustopp fordern, wie auch bereits Brüssel und Genf. (vgl. https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1613)

(6) Zur weiteren Recherche empfehle ich auch “Wann gibt es in Deutschland wieder einen Strahlenschutz?”, Offener Brief mit Handlungsoptionen an die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Dr. Inge Paulini, von Jörn Gutbier / Peter Hensinger, diagnose:funk e.V., S. 2 und S. 3, Dokument abrufbar unter https://kurzelinks.de/vtzw

Kommen Sie gern bei Fragen auf uns zu: [email protected]">5G-freies[email protected]
Weitere Informationen und Quellen finden Sie auch unter https://www.5g-freies-tutzing.de
(Bearbeitet)
„Die von Ihnen angegebene Quelle erwirkt jedenfalls nicht den Eindruck einer wissenschaftlich fundiert vorgenommenen Analyse.“

Die Teilnehmer an der Runde sind neben Moderator Tommy Krappweis noch „Hoaxilla“, einer der führenden Wissenschaftspodcasts in DE, Holm Gero Hümmler, Kernphysiker und u.a. am
CERN aktiv gewesen (er erklärt in dem
Gespräch wie das eigentlich mit der Strahlung so ist), sowie Bernd Hader, als Pressesprecher mit der führende Kopf hinter der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e. V.). Alle eint, dass sie aus dem Skeptizismus kommen und gegen Fake News, Verschwörungsmythen & Geschwurbel vorgehen und bekannte Köpfe der Wissenschaftskommunikation und -Aufklärung sind. Wenn sie sich mit den Personen & deren Aufklärungsarbeit u.a. gegen Reichsbürger, Verschwörungsmythen und das hochhalten der wissenschaftlichen Fahne informieren würden, würden sie erkennen dass die Aussagen also durchaus Substanz haben. Die Gäste sind alle in ihrem Bereich gefragte Fachleute und Redner.

Bei der Erfindung der Dampflock hatten die Menschen auch Angst, dass man bei Geschwindigkeiten von über 30 km/h verrückt werden würde. Bei der Einführung des flächendeckenden Mobilfunks wurde behauptet dass in 10 Jahren die Krebsraten auf Grund der Strahlung explodieren würden. Beides ist nicht eingetreten.

Jetzt ist es halt 5G - ich frage mich, warum nicht eigentlich 4G, dies ist ja wie gesagt die Vorgängergeneration und eigentlich strahlungsintensiver. Die Belastung wird für Leute die es nicht nutzen durch die Antennenarchitektur GERINGER, die Strahlung der einzelnen Masten ebenfalls und die Energieeffizienz ist besser.

Ist die Strahlung für den Körper gefährlich? Nein, da sie nicht IONISIEREND ist (im Vergleich zB zu Röntgen- oder radioaktiver Strahlung) Quasi alles um uns herum sind Wellen. Auch Licht oder Ton, Radio Wellen, etc. Die Frage ob Strahlung das Erbgut angreift oder nicht hängt also davon ab ob die Strahlung ionisierend ist oder nicht.

Zu den Studien wegen erhöhtem Krebsrisiko durch Strahlung: in den meist zitierten Studien an denen die Strahlung an Ratten getestet wurde wurden keine Grenzwerte genutzt, ganz im Gegenteil. Zudem wurden die Tiere durchgehen und am ganzen Körper bestrahlt. Hier gab es tatsächlich eine erhöhte Krebsrate bei den männlichen Ratten im Vergleich zur Testgruppe, was bei den Voraussetzungen nicht verwundert. Dies ist jedoch ein absolut unrealistisches Szenario. Interessanter Fakt: die Lebenszeit der bestrahlten Tiere war hingegen sogar signifikant länger als sie der unbestrahlten.

Auch was Insektensterben ist nicht mit dem Ausbau des Mobilfunks in Verbindung zu bringen. Ebensowenig das Baumsterben.

Leider schüren diverse Initiativen und Verschwörungsseiten viele Ängste, so dass eine rationale Betrachtung und damit eine offene Diskussion für die meisten Menschen kaum mehr möglich ist. Emotionalisiert schlägt Rationalität.
Die aktuelle Behandlung des Themas 5G im Gemeinderat möchte ich als Aufhänger nehmen, um ein paar Worte über die Initiative 5G-freies Tutzing, welche sich hier in der Kommentarspalte wieder hervortut, zu verlieren und folgende sechs Punkte vorzutragen. Ich würde mich über einen regen Dialog freuen.

(1) Folgende wissenschaftliche Einschätzung muss zuallererst genannt werden: „Alle Strahlenschutzinstitutionen in Europa, die sich damit auseinandersetzen, welche Folgen […] der Einsatz von elektromagnetischer Strahlung in unserem Alltag, in unserem Haushalt, Büros und so weiter haben [kann], gehen eindeutig oder bringen eindeutige Ergebnisse hervor, dass wenn es Wirkungen gibt, dann sind sie nur niniskül, also absolut winzig. Alle Rede davon, dass die elektromagnetische Strahlung uns krank macht und dergleichen, lassen sich zumindest evidenzbasiert nicht unterstützen.“ (Prof. Dr. Harald Lesch)

(2) Sie nennen sich als Initiative „5G-freies Tutzing“, fordern aber nur ein Moratorium bis zur Bestätigung der Unbedenklichkeit. Es herrscht also eine klare Diskrepanz zwischen Titel und eigentlicher Forderung. Damit polarisieren, verunsachlichen und spalten Sie. Auch wecken Sie falsche Hoffnungen/Befürchtungen. Der Titel wirft ein eindeutig falsches Bild. Auch ihr höchst einseitig gezeichnetes Bild auf ihrer Website, strotzt nur von Unsachlichkeit und Ideologie. Für eine Initiative, die von sich behauptet für Wissenschaftlichkeit und Sachlichkeit einzustehen, erschließt sich mir diese Strategie nicht.

(3) Ein 5G-freies Tutzing wird es nicht geben. Darüber war sich auch der Gemeinderat am Dienstag einig. Auch Sie sind sich dem offensichtlich bewusst, da Sie, wie gesagt, nur ein Moratorium fordern. Bei dieser Tatsachenlage ist aber auch ein Moratorium obsolet.

(4) Sie fordern die Prüfung der „Unbedenklichkeit von 5G“ durch „unabhängige[] Wissenschaftler[]“. Sie begründen dies auch mit dem Grundgesetz und dem dort statuierten Vorsorgeprinzip. Dadurch stellen sie erstens alle Wissenschaftler*innen unter Generalverdacht nicht unabhängig zu arbeiten und generieren öffentlich ein Misstrauen der Wissenschaft und Behörden gegenüber. Die Forderung als solches, welche ihre ganze Initiative ausmacht, ist zweitens nicht verständlich und nachvollziehbar. In unserer Gesellschaft bedarf es rechtlich wie ethisch keiner Unbedenklichkeit von Technologien. Hierbei haben Sie wohl unter anderem die Gesetzmäßigkeiten falsch oder unzureichend interpretiert. Dafür spricht auch, dass jede Technologie nicht unbedenklich sein kann. Folgendes Beispiel soll diese Tatsache verdeutlichen: Von Autos, Airbags, Flugzeugen, Smartphones, und vielen anderen Technologien, die für unseren heutigen Alltag selbstverständlich sind, geht eine abstrakt generelle Gefahr aus. So wird durch Autos das Risiko von Unfällen erhöht, durch Airbags können Menschen sterben. Trotzdem sind all diese Erfindungen erlaubt und gesellschaftlich akzeptiert, obwohl sie nicht unbedenklich sind, obwohl sie töten. Der Strafrechtler würde hier vom erlaubten Risiko sprechen, wonach (auch rechtlich) bestimmte Risiken hingenommen werden, also gerechtfertigt sind. (so Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf; Lehrstuhl für Strafrecht, Universität Würzburg)

(5) „5G ist nun keine Technologie die irgendetwas neues verwendet, sondern sie verwendet Frequenzen und Technologien, die wir die ganze Zeit schon verwenden. Die gehört nämlich zu dem Bereich Mobilfunk und WLAN. Also 5G ist sozusagen kein außerirdischer unter der irdischen Technologien. 5G ist einfach nur eine ganz normale technologische Weiterentwicklung von bereits Bekannten.“ (Prof. Dr. Harald Lesch) Aus dieser Einschätzung heraus, ist nicht nachvollziehbar, warum genau Sie hier eine starke und strikte Trennung vorsehen und fordern. Mir stellt sich überhaupt die Frage, warum 5G so polarisiert und alle vorgegangenen technologischen Entwicklungen akzeptiert werden.

(6) Wenn Sie für einen wissenschaftlichen Anspruch haben und informieren und aufklären möchten, warum habe ich dann noch nicht mitbekommen, dass Sie Informationsabende mit unabhängigen Wissenschaftlern angeboten haben?

Zusammenfassend erschließt sich mir nicht der Zweck ihrer Initiative. Zudem setzen Sie bewusst polarisierende Begriffe ein und untermalen diese unsachlich. Durch ihre Initiative spalten und verunsichern Sie Tutzing gravierend und nachhaltig. Auch spannen Sie ein breites Angriffsfeld für Verschwörtungsmythiker und ähnliche auf.
Eins schaffen Sie durch ihre Initiative jedenfalls nicht: ein 5G-freies Tutzing. Auch weil es meiner Überzeugung nach eine Vielzahl an Tutzingern gibt, die (auch proaktiv) für diese neue Technologie einstehen. Ich würde mich freuen, wenn es in Tutzing einen regen Dialog zwischen Gegnern und Befürwortern gibt. Dabei müssen wir uns aber wissenschaftlich verhalten. Deshalb wäre eine Podiumsdiskussion mit Tutzingern und Fachleuten sicherlich hilfreich.
(Bearbeitet)
Es gibt in der Regel gute Gründe für sachlich nicht immer ganz leicht nachvollziehbare Widerstände gegen den technischen Wandel. Und die haben dann weniger mit der Technik selber zu tun als mit verspieltem Vertrauen. Zum einen wird der Wechsel von Produkt A zu Produkt B in der global entfesselten Marktwirtschaft in der Regel nicht zum Wohle des Menschen vollzogen, sondern weil man damit Geschäfte machen möchte. Eine Minderheit wird wohlhabend, während Viele mit Umweltschäden zu leben haben, die auch die eigene Gesundheit in Mitleidenschaft ziehen. Am Beispiel der Automobilindustrie wurde jüngst sehr eindrücklich vorgeführt, dass Bürger den Werbebotschaften und Unbedenklichkeitserklärungen dynamisch-smarter Lohn-Manager besser mit Vorsicht begegnen. Die Branche betrog und belog ihre Kunden völlig frei von jedem Skrupel. Und Fußgänger und Radfahrer nahm man einigermaßen schamlos gleich mit in die gesundheitliche Geiselhaft. Für den erschütterten Verbraucher kommt auf der Suche nach Orientierung erschwerend hinzu, dass die deutsche Politik irgendwie schon fast traditionell im Handel mit der Privatwirtschaft für den Steuerzahler besonders nachteilige Verträge abschließt. Das galt im Rahmen der Finanzkrise für den vorübergehenden Einstieg des Staates bei kriselnden Banken, das war so bei der Coronahilfe der Lufthansa, ganz zu schweigen von des unsäglichen Andy Scheuers Maut-Drama. Wobei der ja nicht der erste CSU-Verkehrsminister ist, bei dem man sich in vielerlei Hinsicht an die Ndrangheta erinnert fühlt. Womit wir bei den Versteigerungen der Mobilfunkfrequenzen angekommen wären. Hier ließ man den 4G-Betreibern, nachdem die Preise durch die formalen Rahmenbedingungen der Auktion viel zu stark in die Höhe getrieben worden waren, dann vertraglich so viele Freiräume, dass sogar im Jahr 2020 außerhalb der Ballungsräume LTE-Empfang mit hinreichend Balken einem Freudentränen in die Augen treibt. Die ärgerlichen Folgen all dessen hat letztlich der Steuerzahler zu tragen. Und wo mit Geld so leichtfertig umgegangen wird, liegt die Befürchtung nahe, dass es im Bereich der gesundheitlichen Risikoabwendung nicht viel besser läuft. Wen wundert es, dass die Menschen verunsichert, besorgt und ängstlich auftreten.
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Die Diskussion über Strahlenbelastung durch Mobilfunk bzw. 5 G sollte etwas differenzierter geführt werden. Es scheint hier der Glaube vorzuliegen, dass die größte Strahlenbelastung durch eine hohe Anzahl von Basisstationen verursacht wird, die permanent mit hoher Leistung in alle Richtungen abstrahlen. Dies ist aber grundlegend falsch.

Eine Basisstation misst periodisch die Übertragungsqualität zwischen Basisstation und Mobiltelefon und sendet dann mit möglichst geringer Leistung, damit das Signal noch mit akzeptabler Qualität am Mobiltelefon empfangen werden kann (um den Stromverbrauch und Interferenzen zwischen einzelnen Nutzern zu minimieren). Das führt dazu, dass bei großen Mobilfunkzellen, gleichbedeutenden mit einer geringen Anzahl von Basisstationen, mit einer deutlich höheren Leistung gesendet werden muss, um auch die Nutzer am Zellrand zu bedienen. Die Strahlenbelastung ist also deutlich höher in der Nähe der Basisstation, wenn es weniger Basisstationen gibt. Oder anders ausgedrückt, wenn es in Tutzing keine 5G Basisstationen gibt, muss eine Basisstation an der B2 mit deutlich höherer Leistung senden, um noch Nutzer in Tutzing erreichen zu können. Daher ist eine hohe Anzahl von Basisstationen sogar wünschenswert, da diese dann jeweils nur ein kleineres Gebiet abdecken würden und mit geringerer Leistung senden könnten.

Ein zweiter Punkt ist, dass es zu einer Wechselwirkung zwischen elektromagnetischer Strahlung und menschlichem Gewebe nur im reaktiven Nahfeld einer Antenna kommt. Kein Bürger wird aber je ins Nahfeld einer Basisstation kommen, wohl aber ins Nahfeld der Antennen seines Mobiltelefons (oder seines WLAN-Routers). Die eigentliche Gefahr geht also von dem Mobiltelefon eines jeden Nutzers selbst aus. Hier ist auch wieder anzumerken, dass die Sendeleistung des Mobiltelefons umso geringer ist, je näher er an einer Basisstation ist. Auch aus diesem Grund ist eine hohe Dichte von Basisstationen wünschenswert. Besorgte Bürger sollten also nie ihr Mobiltelefon nahe am Körper tragen und sollten bei (längeren) Telefonaten lieber ein Headset tragen.

Wenn die Gemeinde was für die Gesundheit der Bürger tun will, sollte sie zum Beispiel lieber versuchen den Autoverkehr zu reduzieren und das Radfahren attraktiver machen. Im Gegensatz zu 5G ist die schädliche Wirkung von Autoabgasen eindeutig wissenschaftlich belegt.

Zum Schluss noch zweiAnmerkungen:
Glasfasertechnik ist keine Alternative zu 5G, die use cases sind komplett unterschiedlich.
Wie hoch ist denn der Energieverbrauch bei 5G, z.B. im Vergleich zu 4G oder dem Energieverbrauch der Tutzinger Straßenbeleuchtung? Ich kann mir nicht vorstellen dass wir hier von signifikanten Werten reden.
Die Ausführungen von den Herren Klein und Dr.Epple sind fachlich sehr gut nachvollziehbar und widerlegen die doch bei "Otto Normalverbraucher" häufig anzutreffenden Wissenslücken:

grundsätzlich ist bekannt, daß jegliche elektrische Energie für den Menschen gefährlich sein kann, wenn diese Grenzwerte und Einwirkdauern überschreitet.
Auch ein "normales" Hochspannungsnetz bei Frequenz von 50Hz und einer Spannung von 400 Kilovolt (z.B. HV-Leitung bei Haunshofen - Monatshausen) führt im Nahfeld für den Menschen auf Dauer zu Gesundheitsschäden.
Sogar bei Wasserkraftwerksbetreibern ist bekannt, daß bei den dort der elektrischen Energie auf Dauer direkt ausgesetzten Mitarbeitern Langzeitschäden entstehen können.

Und die höheren Frequenzen ? Hier gilt auch das gleiche physikalische Prinzip: beispielsweise sendet der Fernseh-und Rundfunksender Hoher Peissenberg drei Fernsehprogramme bei mit G3-Mobilfunk vergleichbaren Frequenzen mit je 100Kilowatt, ZDF sogar mit 350Kilowatt - im Nahfeld der Antenne möchte ich dort nicht leben, doch mit der Entfernung nimmt die Energie quadratisch ab, sodaß das ganze Oberland zwar Fernsehempfang hat aber keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen!

Und der Mobilfunkt 5G ? Wie schon von den Vor-Kommentatoren dargelegt, ist die Sendeleistung einer Antenne (egal ob 3G, 4G oder 5G) in einer ganz anderen Dimension im Vergleich zu o.g. Fernsehsendern: aufgrund der geringen Leistung eines "Handys" (2Watt) brauchen diese Antennen-Stationen auch nur 10-50Watt um guten Empfang rundherum zu gewährleisten - damit ist eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch das eigene Mobilfunkgerät im "Ohr-Abstand" um Faktoren höher als durch eine 500m entfernt stehende Antennen-Station mit derart niedriger Leistung.
Als absoluter Laie auf den Gebieten der Elektrotechnik, der Funktechnik sowie der menschlichen Medizin, möchte ich mich für die sachliche und für mich nachvollziehbare Diskussion bedanken.
Bei mir kam an:
-> Variante 1 (u. a. 3G & 4G): Weniger Sender, allerdings mit höherer Leistung und größeren (gefährlichen) Nachfeldern.
-> Variante 2 (5G): Mehr Sender mit geringerer Leistung und auch kleineren (gefährlichen) Nahfeldern.

Frage:
Was ist dann im Alltag weniger belastend? Wenn man selten ins unmittelbare (vielleicht auch nur ins erweiterte) Nachfeld eines starken Senders kommt? Oder wenn man häufiger ins unmittelbare (vielleicht auch nur ins erweiterte) Nachfeld eines schwachen Senders kommt?
(Bearbeitet)
Sehr geehrter Herr Rekus,
sie müssten meines Wissens nach direkt an der Antenne stehen (also den Mast hochklettern) um im Nahfeld zu sein. Steht die Antenne auf ihrem Hausdach, sind sie bereits nicht mehr im relevanten Bereich. 5G ist so konzipiert, dass die „Strahlung“ oder besser gesagt das Signal sehr gezielt zum Endnutzer (bzw. dem Gerät) gesendet wird. Durch das Verwenden eines Handys sind sie mehr Strahlung ausgesetzt.

Was die wenigsten wissen: Je schlechter der Empfang des Handys, desto höher übrigens die Sendeleistung, die das Handy benötigt um das Telefonsignal zu übertragen, desto höher also die direkte Strahlenbelastung!! Ein flächendeckendes Netz oder ein naher Sendemast und daraus resultierend guter Empfang ist also sogar von Vorteil.

Deshalb finde ich den Gemeinderatsbeschluss ja so fatal. Nicht nur wegen des Standortnachteils den Tutzing erhält, sondern weil er nicht rational oder wissenschaftlich begründet ist. Politik sollte faktenbasiert sein - und da ist dieser Beschluss ein Armutszeugnis. Gerade in Zeiten von Fake News, Verschwörungsmythen & wissenschaftsfeindlicher Esotherik finde ich das bedenklich - um auch einmal die emotionale Karte zu spielen ;-)
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Als Hobby habe ich bis vor ein paar Jahren Amateurfunk betrieben. Mit meiner Lizenz Klasse A und dem mir zugeteilten Rufzeichen darf ich mit bis zu 750 Watt den Amateurfunkdienst von zuhause aber auch portable betreiben. Also mit einem Vielfachen des 5G Senders, der je nach Entfernung der Antenne so maximal mit 50W sendet, und deutlich weniger, wenn die 5 G Antenne nicht weit weg ist.

Um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen und zur vorgeschriebenen Meldung an die Behörde habe ich vor einiger Zeit mal das Umfeld meiner Sendestation mit einem geeichten Messgerät professionell kontrolliert und vermessen. So konnte ich sehen was wirklich an Strahlung in der Umwelt ankommt.

Ich kann mich daher den obigen Meinungen nur anschließen. Die Strahlung des Smartphones am Kopf ist viel relevanter für die Gesundheit als die an der Antenne des Senders. Auch die Entscheidung den Sendemast ganz nach oben zu verbannen ist daher eigentlich Unsinn.

Die ganze 5G Ablehnung basiert – wie oben sehr schön ausgeführt - mehr auf Emotionen statt auf sachlichen Argumenten.

Und scheinheilig ist sie dazu:

Wer von den 5 G Gegnern konsequent ist müsste also eigentlich auf die Verwendung seines Handies verzichten und sie auch seinen Kindern verbieten. Was ich mir nur schwer vorstellen kann.

Und unsinng weil Tutzing laut Karte der DTE schon von 5G abgedeckt wird.

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Ich lese gerade in dem Artikel, dass in dem Antrag von „Frequenzen über 3,8 Gigahertz“ die Rede ist. Ist das korrekt, betrifft der Antrag nur diesen Frequenzbereich oberhalb von 3,8 GHz?

Dann wäre der Antrag für den 5G-Ausbau völlig obsolet, aktuell wird 5G nur im Bereich 3,4-3,7 GHz in Deutschland genutzt (was immer noch deutlich unter den 5,2 GHz liegt, die WLAN schon heute verwendet). Langfristig könnte zusätzlich der 0,7 GHz und der 2 GHz Bereich dazukommen (welche aktuell noch für 4G/LTE und 3G/UMTS genutzt werden). Höhere Frequenzen wie der 26 GHz Bereich sind nur für spezielle Anwendungen gedacht und sind auch gar nicht für eine flächendeckende Versorgung geeignet, da die Dämpfung in diesem Bereich viel zu hoch wäre, also nur eine Übertragung auf kurzer Distanz möglich ist.

Gibt es den Antrag online zum download, auf der Seite der Gemeinde habe ich nichts gefunden?
Die Techniker sind sich einig, die Skeptiker verstummt, was aber niemanden zu stören scheint. So entstehen Widerstände und Maßnahmen wie dieses Moratorium, über die manche sich dann später wundern. Aber ist das wirklich so verwunderlich? Das Beispiel hier macht deutlich: Obwohl viel geschrieben wurde, hat kein Austausch mit erkennbarer Annäherung stattgefunden. Eigentlich wurde den Skeptikern nur verkündet, dass sie (angeblich) keine Ahnung haben. Das wird der komplexen Sache nicht gerecht und führt wie erwähnt zum Gegenteil einer Annäherung. Schade. Aber immerhin wurde endlich mal die magische Marke von 11 Kommentaren gerissen ;-)
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Ich muss leider annehmen, dass es einigen 5G Ablehnern weniger um 5G konkret geht, sondern im Grunde bereits bestehende Funkstandards als Bedrohung angesehen werden (siehe Punkt 2 der Argumentation im Kommentar der Initiative) und mit 5G aus Sicht der Ablehner noch Schlimmeres verhindert werden soll.
Beim Elternsprechtag an der Grundschule dieses Jahr musste die Klasslehrerin die Installation eines WLAN Hotspots in der Schule verteidigen und diskutieren, ob und wann dieser zum Schutz der Kinder abgeschaltet wird.
Eine fachliche Diskussion spezifisch zu 5G verpufft damit fast zwangsläufig.

Dennoch freue ich mich über die bereichernde Diskussion hier und gewinne ein bisschen Hoffnung in das Fortschreiten der Digitalisierung bei uns zurück.
...ein normal funktionierendes Netz wäre erst mal wichtig ! - du kannst ja heutzutage nicht mal ohne Unterbrechung hier in Tutzing oder im Landkreis telefonieren - wie in den 90er Jahren...:(
Dieses Diskussion um 5G in Tutzing hat mich veranlasst mal bei der Deutschen Telekom anzufragen, wie weit denn die 5G Abdeckung in Tutzing ist.

Sehr gut wurde mir mitgeteilt. In Tutzing sei 5G schon flächendeckend vorhanden.

Das findet man auch wenn man folgenden Link aufruft:

https://www.telekom.de/netz/mobilfunk-netzausbau?wt_mc=alias_301_start/netzausbau

Auch im Ausbau des Festnetzes tut sich was. Die DTE schaltet bei uns nächste Woche 250 MBit/s

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Danke für Ihre Initiative, Herr Vahsen, und für den Link.
Aber offensichtlich versteht die Telekom unter Abdeckung und evtl. unter Versorgung in deren Theorie etwas anderes als ich es im Alltag praktisch erlebe: Zum puren telefonieren sollte es gem. Telekom-Karte (2G/3G/4G) in Tutzing keine Lücken geben. In der Realität kann ich zu Hause zwar angeklingelt werden, für eine stabile und verständliche Gesprächsverbindung muss ich allerdings stets aufspringen und auf den Balkon ausweichen (auch im Winter). Für mich ist das keine lückenlose Versorgung!
Die Telekom-Selbstdarstellung ist leider zu optimistisch.
Bei 5G liegt meine Wohnung haarscharf auf der Grenze zu Nicht-Versorgung, sogar nach den Maßstäben der Telekom.
Herr Rekus, ein paar Löcher gibts leider in Tutzing, je nachdem wo man wohnt. Aber wie soll es auch besser gehen, wenn man die Antenne, die früher optimal auf dem Roche Gebäude in der Bahnhofstrasse war, nach ganz oben neben den Friedhof verbannt. Die Ausbreitung dieser Frequenzen ähnelt der des Lichts. Da kann man sich leicht vorstellen wo sie hin strahlt und wo nicht. Und im Innenbereich kann der Empfang dann schon schwach werden.

In der Bahnhofstrasse hat die Antenne keinen interessiert, weil sie ganz oben unauffällig war. In der Kirchenstrasse hat man sie plötzlich wahr genommen und leider vertrieben. Da wäre sie aber optimal gewesen. Die paar Meter weiter hätten die von den Anwohnern der Kirchenstrasse gefürchtete Strahlungsbelastung auch nicht verändert, evtl. sogar vermindert.

Die Funklöcher liessen sich schnell beheben, wenn man der DTE einen besseren und zentraleren Standort ermöglichen würde, wo sie direkter und dazu noch mit weniger Strahlungsleistung arbeiten könnte.
(Bearbeitet)
Das Ziel der Netzbetreiber und der Endgerätehersteller ist es möglichst schnell neue Kunden zu gewinnen , die auf 5G setzen. Dazu braucht man eine Karte, die eine möglichst hohe Abdeckung suggeriert. Auch wenn auf einem 5G Handy statt LTE nun 5G im Display erscheint, werden die meisten User aber enttäuscht sein. Die Geschwindigkeit liegt meist nicht oder nur seht wenig über der von LTE da der Ausbau des Core-Netzes noch hinterherhinkt. D.h. das Netz hinter der Basisstation kann die Daten noch gar nicht so schnell "hin- bzw. wegschaufeln" wie es für 5G nötig wäre. Echtes 5G mit der versprochenen hohen Datenrate gibt es erst in wenigen Großstädten und da auch nicht flächendeckend. Wie bei 3G und 4G wird es bei 5G noch längere Zeit dauern bis der Sprachdienst Vo5G (Voice over 5G) implementiert sein wird. 5G ist momentan ein reines Datennetz. Bei LTE wurde VoLTE auch erst nach ca. 4 Jahren eingeführt. Wer also glaubt, mit 5G eine bessere Netzabdeckung zum Telefonieren zu bekommen wird noch lange warten müssen. Wobei auch noch nicht klar ist, ob aufgrund der höheren Frequenzen das Telefonieren in geschlossenen Räumen durch die höhere Signaldämpfung mit dem Handy überhaupt verbessert werden kann. Wenn überhaupt dann geht das nur durch den Netzaufbau mit vielen kleinen Zellen (= mehr Basisstationen). Ob das in Orten wie Tutzing so kommen wird steht noch in den Sternen.
(Bearbeitet)
Da haben sie Recht und für normales Telefonieren bringt uns hier 5 G auch keinen Vorteil. Die meisten werden auch noch gar kein Handy haben, das 5G kann.

Wohl aber bei der Datenübertragung. Sie beträgt bei uns in Tutzing derzeit bei 5G 150 MBit/s . Das ist allerdings auch nicht viel mehr als bei 4 G. Aber es ändert sich ja laufend und das ziemlich schnell. Ebenso wie Festnetz. Gerade noch 50, ab nächste Woche bekomme ich 250 MBit/s

Und weil wir gerade beim Thema Strahlungsbelastung sind. Es gibt ja auch das WLAN TO GO. Das sind WLAN Nutzer die im Rahmen des Programmes WLAN TO GO nicht genutzte Bandbreite ihres Routers öffentlich zugänglich machen. Wer daran teilnimmt kann sich dann im Gegenzug weltweit kostenlos in solche Netze einbuchen. Davon gibts in Tutzing weit über 100 Stationen. Z.B. in der Haupstraße 44, Kirchenstraße 11, Bräuhausstraße 22, Hallberger Allee 10, um nur ein paar zu nennen. Die senden zwar mit sehr schwacher Leistung, aber je nach Aufstellungsort reicht das auch für die unmittelbare Umgebung. Wahrscheinlich wissen viele gar nicht dass sie teilnehmen, denn bis vor einiger Zeit hat die DTE das automatisch bei Neuabschlüssen oder Tarifwechseln aktiviert.
(Bearbeitet)
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