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Gymnasium zunächst im Fünfer-Bund

Vertreter der neuen Kreisschulverwaltung zu Besuch - Architekt gesucht - Tutzinger Vorreiterrolle

Erstmals waren führende Vertreter der neuen Kreisschulverwaltung in Tutzing zu Besuch: Kreiskämmerer Stefan Pilgram, unter dessen Leitung die Schulverwaltung aufgebaut wird, und Stefanie Mühlbauer, die ein Sachgebiet Schulverwaltung verantworten soll. Sie waren am Freitag beim Neujahrsempfang des Gymnasiums zu Gast, dessen Trägerschaft der Landkreis Starnberg voraussichtlich im Sommer dieses Jahres übernehmen wird. Für ein zweites Sachgebiet der Schulverwaltung, das Bau, Unterhalt und Sanierung bearbeiten soll, wird noch ein Architekt gesucht, der den Landkreis als Bauherrn vertritt.

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Gesprächsbedarf: Beim Neujahrsempfang des Gymnasiums gab es viel Gelegenheit für Kommunikation

Gedankenaustausch im kleinen Kreis

Von Tutzinger Seite waren beim Neujahrsempfang Vertreter der Gemeinde wie Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Schulreferentin Verena von Jordan-Marstrander und Kulturreferentin Brigitte Grande dabei, ebenso Vertreter des Elternbeirats und des Fördervereins Freunde des Gymnasiums. Auch der frühere Schulleiter Bruno Habersetzer nahm teil. Bei wohlschmeckenden Leckerbissen fleißiger Schüler aus dem Seminar "Küche und Kultur" der Lehrerin Margit Kleber nutzten die Verantwortlichen von Gemeinde und Gymnasium in kleinem Kreis die Gelegenheit zu Gesprächen mit den Vertretern der neuen Kreisschulverwaltung, die sich „offiziell“ in dieser Runde nicht zur weiteren Vorgehensweise äußerten.

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Ein Prost auf die Zukunft des Tutzinger Gymnasiums: (v.li.) Bruno Habersetzer, Stefanie Mühlbauer, Andreas Thalmaier, Marlene Greinwald, Stefan Pilgram und Pfarrer Peter Brummer.

Thalmaier hofft auf schnelle Maßnahmen nach dem "Umzug" zum Landkreis

Schulleiter Andreas Thalmaier gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass der „Umzug“ zum Landkreis, wie er es nannte, eine möglichst schnelle Gestaltung der notwendigen Aufgaben in dieser „schönsten Schule Bayerns“ mit sich bringen wird. „Es wird ein schwieriger Prozess werden“, sagte er, „bei dem wir alle viel Arbeit haben werden.“

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"Innenleben", Kalle-Villa, Turnhallen: Im Gymnasium gibt es viel zu tun

Formal scheint einer Übertragung des Tutzinger Gymnasiums zum Ende des laufenden Schuljahres nichts mehr im Wege zu stehen. Beispielhaft für wichtige anstehende Sanierungsmaßnahmen nannte Thalmaier das „Innenleben“ des Gymnasiums, die Fassade der Kalle-Villa und die Turnhallen.

Es könnten noch mehr Schulen hinzukommen

Nach dem bisherigen Stand wird die neue Kreisschulverwaltung zunächst für fünf Schulen zuständig sein: die Fachoberschule, das staatliche berufliche Zentrum, die Fünfseenschule, das künftige Gymnasium in Herrsching und das Tutzinger Gymnasium. Es könnten noch mehr Schulen hinzukommen. Denn nachdem sich die Tutzinger mit ihrem Antrag auf Übernahme der Gymnasiums-Trägerschaft beim Landkreis gegen Widerstände durchgesetzt haben, könnten sich auch andere Kommunen aufgefordert fühlen, ihnen in dieser Hinsicht zu folgen.

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Die "schönste Schule Bayerns" hat Sanierungsbedarf

Mehrere Schulen kämen für eine Übernahme durch den Landkreis in Frage, so etwa das Starnberger oder das Gautinger Gymnasium. Die Trägerschaft beider Schulen liegt bisher, wie in Tutzing, bei der jeweiligen Kommune. Deren Verantwortliche würden die hohen damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen möglicherweise ebenso gern los werden und auf den Landkreis übertragen.

Größe der Kreisschulverwaltung von Zahl der Schulen abhängig

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Trennung: Die Kalle-Villa (li.) soll künftig wieder frei stehen, der Anbau zu den Turnhallen (re.) also entfernt werden. Aber vor der Villa - zur Hauptstraße hin - ist ein Neubau geplant.

Die Tutzinger haben damit in dieser Hinsicht vielleicht eine Vorreiterrolle übernommen. Tatsächlich hat Kreiskämmerer Pilgram am Rande des Neujahrsempfangs auf die Frage nach der künftigen Größe der Schulverwaltung gesagt, das sei davon abhängig, wieviele Schulen der Landkreis übernehmen werde. Mit entsprechenden Anträgen anderer Schulträger, also der betreffenden Kommunen, scheint man im Landratsamt also bereits zu rechnen.

Zum Tutzinger Gymnasium hat sich der Gemeinderat schon vor Monaten mit Konzepten für recht deutliche bauliche Veränderungen befasst. Dazu gehören Sanierungen der Turnhallen und ihre Trennung von der Kalle-Villa, aber vor dieser ein Neubau, so dass sich Hoffnungen auf eine komplette Freistellung und eine herausragende Optik des historischen Gebäudes wohl nur bedingt erfüllen werden. Die Gesamtkosten für alle beim Gymnasium erforderlichen Arbeiten hat Tutzings Bürgermeisterin Greinwald im Gemeinderat mit zwölf Millionen Euro beziffert. Was konkret daraus wird, das ist nun Sache der neuen Kreisschulverwaltung.

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