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"Endlich konkrete erste Schritte zur Sanierung"

Nach Rundem Tisch fürs Gymnasium gemeinsame Erklärung von Landratsamt, Gemeinde und Eltern

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Die Teilnehmer des Runden Tisches beim Fototermin. Namen siehe ganz unten auf dieser Seite *) © Presse-Information Landratsamt/Gemeinde/Elternbeirat

In Sachen Gymnasium Tutzing betonen Kommune, Landkreis und Eltern plakativ Einigkeit: Eine Presse-Information über einen „Runden Tisch“ aller Beteiligten, der am Montag dieser Woche stattgefunden hat, ist gemeinschaftlich vom Landratsamt Starnberg, von der Gemeinde Tutzing und vom Elternbeirat des Gymnasiums Tutzing veröffentlicht worden.

So einen „Runden Tisch“ mit allen Beteiligten hatte der Elternbeirat erfolgreich gefordert. In Zusammenhang mit der vorgesehenen Übernahme der Gymnasiums-Trägerschaft durch den Landkreis Starnberg hatten Mitglieder des Elternbeirats offen die Befürchtung geäußert, dass sich die Gemeinde und das Landratsamt nun in Hinblick auf Baumaßnahmen und deren Finanzierung den Schwarzen Peter gewissermaßen gegenseitig zuschieben würden.

Die Presse-Information wirkt nun deutlich positiver. „Runder Tisch mit Gemeinde Tutzing und Landkreis Starnberg stellt Weichen für die Sanierung des Gymnasiums Tutzing“ - so lautet ihre Überschrift (Wortlaut siehe pdf unten). Es seien „endlich konkrete erste Schritte für die dringend erforderliche Sanierung der Schule vereinbart“ worden. Teilnehmer an dem Runden Tisch waren neben Vertretern der Schulleitung, des Lehrerkollegiums, der Schüler und der Eltern auch Landrat Karl Roth und Ines Friemel vom Landkreis Starnberg sowie Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Marcus Grätz, Klaus Hirschvogel und Verena von Jordan-Marstrander von der Gemeinde Tutzing.

Die Presse-Information im Wortlaut

  Runder_Tisch.pdf herunterladen

Trägerschaft soll zum 1. Juli 2020 auf den Landkreis übergehen

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Sanierungsbeginn wohl nicht vor Ende 2020: Turnhalle des Gymnasiums © L.G.

Nach der Mitteilung plant der Landkreis Starnberg die Trägerschaft des Tutzinger Gymnasiums zum 1. Juli 2020 zu übernehmen. Er werde damit vom Schuljahr 2020/21 an hierfür zuständig zu sein. Nach Angaben von Landrat Karl Roth hat das Landratsamt bereits eine Sachbearbeiter-Position für eine neue Stabsstelle Schulverwaltung ausgeschrieben, die im Herbst dieses Jahres mit ihrer Arbeit beginnen soll.

Aus der Mitteilung geht aber auch hervor, dass in Sachen Trägerschaft offenbar noch diverse Aspekte geklärt werden müssen. Wie beispielsweise kann der Landkreis die Verpflichtungen aus den Fördermittel-Anträgen übernehmen, die die Gemeinde Tutzing bis dahin noch zu stellen hat? Und wie kann der Landkreis die Planungen an der Stelle übernehmen, an der die Gemeinde bis zur Abgabe der Trägerschaft gearbeitet hat? Bürgermeisterin Marlene Greinwald betonte nach der Mitteilung, dass die Gemeinde keine hierdurch entstehenden langfristigen Verpflichtungen eingehen könne. Diese Punkte sollen nach der Mitteilung Vertragsbestandteile sein.

Zunächst ist nach wie vor die Gemeinde Tutzing intensiv mit dem Gymnasium befasst. Die als besonders dringlich geltende Sanierung der Turnhalle soll bereits am 2. Juli Thema im Gemeinderat sein. Die Gemeindeverwaltung hat sich nach der Mitteilung bereits für eine Variante von vier vorliegenden Sanierungskonzepten für die Turnhalle ausgesprochen. Dennoch ist der Baubeginn nach den neuen Angaben erst Ende nächsten Jahres zu erwarten, zuvor müssten die Konzepte geprüft und den Kreisgremien zum Beschluss vorgelegt werden, außerdem sei mit sechs bis acht Monaten für das Baugenehmigungsverfahren zu rechnen. Die Gemeinde als derzeitiger Schulträger muss nach der Mitteilung zehn Prozent der Kosten tragen. Über eine Zwischenfinanzierung würden Landkreis und Gemeinde verhandeln.

Probleme mit der Heizung, unhygienische Toiletten, defekte Fenster

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Symbol für Probleme am Gymnasium: Die Kalle-Villa mit ihrem seit Jahren bröckelnden Balkon © L.G.

Offen kamen nach der Mitteilung beim Runden Tisch Klagen von Vertretern des Lehrerkollegiums zur Sprache. Dabei ging es um zunehmende Probleme mit der Heizung und der Belüftung, dem Schallschutz, einem viel zu kleinen Lehrerzimmer, ohne funktionale Arbeitsplätze und ohne vernünftige Beleuchtung. Das alles beeinträchtige den Alltag. Mit kleinen Beiträgen sei hier nicht mehr geholfen. Direktor Bruno Habersetzer ergänzte nach der Mitteilung, es sei untragbar, die für den Schulbetrieb unerlässlichen Kopierer im Lehrerzimmer aufstellen zu müssen, da ein eigentlich zur Verfügung stehender separater Kopiererraum aufgrund des für die Kalle-Villa bestehenden Denkmalschutzes nicht genutzt werden könne.

Recht kritisch waren nach der Mitteilung auch Mitglieder der Schülermitverwaltung (SMV). Ihr Eindruck sei, dass kein Geld für die Schule ausgegeben werde. Die Toiletten seien aus hygienischen Gründen nicht benutzbar, einige Fenster seien defekt und ließen sich zur Belüftung der Klassenräume nicht öffnen. Der Vorsitzende des Fördervereins „Freunde Gymnasium Tutzing“, Claus Piesch, vertrat die Aufassung, dass die derzeit durch nur eine Person vorgenommene Reinigung der gesamten Schule nicht ausreichend sei. Bürgermeisterin Greinwald versprach, sich umgehend um eine bessere Reinigung der Schule zu bemühen. Gemeinde-Geschäftsführer Marcus Grätz werde sich zudem noch vor den Sommerferien zusammen mit dem Hausmeister um bestehende „kleinere Probleme“ kümmern.

Nachdem sich die Kreisgremien im Spätherbst mit dem ersten Abschnitt der Sanierung befasst haben werden, wollen die Parteien des Runden Tisches erneut zusammenkommen, um die nächsten Schritte zu erörtern. Darauf haben sie sich nach der Mitteilung verständigt.

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*) Zum Bild ganz oben
Die Teilnehmer des Runden Tisches von links nach rechts: Schulleiter Bruno Habersetzer, der stellvertretende Schulleiter Andreas Thalmair, SMW-Vertreterin Chiara Bachfischer, Landrat Karl Roth, SMV-Vertreterin Helena Krestan, Elternbeirätin Jessica Weber-Guskar, Bürgermeisterin Marlene Greinwald, der Elternbeirats-Vorsitzende Gerhard Huber, die Lehrer Christiane Müller und Bertram Fischer, Landratsamts-Beteiligungsmanagerin Ines Friemel, Gemein- derätin Verena von Jordan-Marstrander, Lehrerin und Personalrätin Margit Kleber, Gemeinde-Geschäftsführer Marcus Grätz, Elternbeirat Fördervereins-Vorsitzender Claus Piesch sowie Elternbeirat Peter Müller, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Oberbayern in der Landes-Eltern-Vereinigung Bayern ist.

Quelle Titelbild: Presse-Information Landratsamt/Gemeinde/Elternbeirat
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