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Bis zum Sommer soll alles klar sein

Landkreis übernimmt Trägerschaft des Tutzinger Gymnasiums wahrscheinlich im Juli 2020

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Ein Teil von Tutzing: das Gymnasium © Abitur-Zeitschrift Gymnasium Tutzing 2018

Der Übergang des Tutzinger Gymnasiums von der Gemeinde auf den Landkreis Starnberg wird für Sommer nächsten Jahres angepeilt. Das hat der Starnberger Landrat Karl Roth bei der Aufstellungsversammlung der CSU für den Gemeinderat in Andechs bestätigt. Zwar war dieser Übernahme-Termin schon zur Jahresmitte 2019 vorgesehen worden. Doch in Tutzing sind immer wieder Zweifel daran aufgetaucht. Nach Einstellung einer Fachkraft für die als notwendig geltende Schulverwaltung im Landratsamt zeigte sich Roth aber in Andechs recht zuversichtlich, dass bis zum Sommer alles klappen wird. Das bedeutet: Vom Schuljahr 2020/21 an wird wohl der Landkreis Starnberg für das Gymnasium zuständig sein.

„Ich war ja über die Übernahme des Tutzinger Gymnasiums nicht erfreut“, sagte Roth in Andechs selbst. Tatsächlich gab es in dieser Angelegenheit schwierige Diskussionen, bei denen Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen hatte. So zweifelte die Kreisverwaltung in der entscheidenden Sitzung im März offen die von Tutzing oft erwähnte Finanzschwäche der Gemeinde an. Greinwald konterte, Tutzing habe über Jahrzehnte zu wenig Geld vom Landkreis erhalten, und kündigte für den Fall einer Ablehnung der von Tutzing beantragten Übernahme der Trägerschaft eine Klage an. Roth hatte in dieser Sitzung einen bereits fertigen Beschlussvorschlag zur Übernahme der Gymnasiums-Trägerschaft dabei. Er hielt ihn jedoch lange unter Verschluss. Erst nach der längeren Debatte zog er ihn hervor - und damit war die Entscheidung zur Übernahme des Tutzinger Gymnasiums durch den Landkreis klar.

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Sanierungsreif: Im Tutzinger Gymnasium besteht erheblicher Baubedarf © L.G.
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Noch verbunden: Die historische Kalle-Villa (links) und die Turnhallen (rechts) © L.G.

Offen sind dagegen noch viele Aspekte notwendiger Bau- und Sanierungsmaßnahmen - vom undichten Dach der Turnhalle über Brandschutz und Barrierefreiheit bis zur historischen Kalle-Villa, von deren Balkon schon vor Jahren Brocken gefallen sind. Die Kosten für das alles hat Bürgermeisterin Greinwald auf zwölf Millionen Euro beziffert. Der Elternbeirat des Gymnasiums hat viel Druck gemacht, damit es endlich weitergeht. Er äußerte offen die Befürchtung, Gemeinde und Landratsamt würden sich nun in Hinblick auf Baumaßnahmen und deren Finanzierung den Schwarzen Peter gewissermaßen gegenseitig zuschieben. Nach dem Treffen klang dann zur Jahresmitte aber alles viel gelassener: Es seien „endlich konkrete erste Schritte für die dringend erforderliche Sanierung der Schule vereinbart“ worden, erklärten alle Teilnehmer gemeinsam.

Für die Sanierung der Turnhallen hat der Gemeinderat schon vor Monaten einen Beschluss gefasst. Danach sollen sie von der historischen Kalle-Villa, mit der sie verbunden sind, getrennt werden, doch vor der Villa ist ein kleineres Gebäude geplant. Im Gemeinderat gab es dazu kritische Anmerkungen, denn manche hatten Vorschläge für eine mehr oder weniger komplette Freistellung der 1927 errichteten denkmalgeschützten Villa erwartet, die der Ursprung des Gymnasiums war, aber nach einer verbreiteten Meinung durch den Anbau an Glanz verloren hat. Der aus den 1970-er Jahren stammende Turnhallen-Anbau wurde als „bauliche Anomalie der Vergangenheit“ und als Baufehler früherer Zeiten bezeichnet. Zu einer vollständigen Freistellung der Villa scheint es nun aber nicht zu kommen. Da die Gemeinde vorerst noch der Schulträger ist, muss sie zehn Prozent der Kosten tragen. Über eine Zwischenfinanzierung verhandelt sie mit dem Landkreis.

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