Vereine
15.12.2020
Von vorOrt.news

Weitere Vereine sollen Sportlerstüberl nutzen

Neue Gaststätte aber nicht ausgeschlossen - CSU plädiert langfristig für ein „Haus der Vereine“

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Jugendtreff im Sportlerstüberl: JM-Jahresversammlung im November 2019, stehend der damalige Vorsitzende Ludwig Horn © L.G.

Sechs Jahre ist es her: Ende Oktober 2014 haben Heidi Krämer und Jürgen Rahmel das Tutzinger „Sportlerstüberl“ verlassen. Seit 1990 hatten sie die Gaststätte beim Würmseestadion geführt und mit ihr die Herzen der Tutzinger erobert. Als sie aufhörten, wollte die Gemeinde als Eigentümerin das Lokal wegen nötiger Investitionen zunächst nicht neu verpachten, aber für Vereinstreffen zur Verfügung stellen. Später suchte sie dann doch neue Pächter, jedoch ohne Erfolg. Stattdessen kann der Freizeitclub JM seit drei Jahren die Räume der früheren Gaststätte nutzen. Er hatte kurz zuvor das Dachgeschoss des alten Lehrerwohnhauses an der Greinwaldstraße verlassen müssen, das ihm über Jahrzehnte als Vereinsheim gedient hatte. Ludwig Horn, der von 2015 bis 2019 JM-Vorsitzender war, hat nun für die CSU im Gemeinderat einen Antrag eingebracht: Er plädiert für ein „Haus der Vereine“ in Tutzing - und da ein solches Projekt aufgrund der finanziellen Situation vorerst nicht umsetzbar sei, für die Nutzung des Sportlerstüberls zu diesem Zweck.

Vorschlag für neue Raumaufteilung

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Vorschlag für eine neue Raumaufteilung des Sportlerstüberls im Antrag von Ludwig Horn (zum Vergrößern bitte anklicken)

Die ehemalige Gaststätte soll also nicht mehr nur der JM zur Verfügung stehen, sondern auch anderen Tutzinger Vereinen. Nach einem Beschluss des Gemeinderats soll nun hierfür ein Konzept ausgearbeitet werden. Mit dieser Aufgabe betraute das Gremium Ludwig Horn und den Jugendreferenten Claus Piesch von den Freien Wählern, der auch Vorsitzender des Starnberger Kreisjugendrings ist.

Die Belegung und Vermietung des Sportlerstüberls soll offenbar ein Verein übernehmen, dies soll also wohl nicht über die Gemeinde laufen. Als denkbar gilt, dass dies über die JM laufen könnte. Horn, der in seinem Antrag auch schon eine Raumaufteilung für diesen Zweck vorgeschlagen hat, regte für eine gute Terminübersicht einen Online-Kalender an.

Langfristig könnte nach Horns Auffassung für ein Haus der Vereine in Tutzing ein Neubau mit großen Bürgersaal und Bühne angestrebt werden. Einen Standort nannte er auch schon: Ein solches Projekt könnte, wie er meint, mit einer Sanierung des ebenfalls der Gemeinde gehörenden Tutzinger Kellers realisiert werden. Mit fast 100 Vereinen und Initiativen zeichne sich Tutzing durch ein starkes ehrenamtliches Engagement aus, argumentiert er: „Dieser Arbeit muss Platz und Raum gegeben werden, am besten ein ganzes Haus.“ Ein Haus der Vereine in Tutzing sollte, so Horn ein Ort für das Vereinsleben und Kulturstätte aller Tutzingerinnen und Tutzinger sein.

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Plädoyers für Wiederbelebung der Gaststätte

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Eine Neubelebung des Sportlerstüberls als Gaststätte will die Gemeinde nicht ausschließen: Vom Außenbereich gibt es guten Blick aufs Würmseestadion © L.G.

Soweit ist es allerdings noch nicht. Eine Grundsatzdiskussion über ein Haus der Vereine wollte Bürgermeisterin Marlene Greinwald zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Im Gemeinderat kam aber auch eine denkbare Rückkehr des Sportlerstüberls zu einer Gaststättennutzung zur Sprache. Mehrere Gemeinderäte sprachen sich dafür aus, so Bernd Pfitzner und Christine Nimbach (beide Grüne). Es gab auch Warnungen vor einer Schwächung der heimischen Gastronomie durch ein Haus der Vereine. Wenn Vereine beispielsweise Nebenräume in Gaststätten nutzten, sei das Privatsache von deren Mitgliedern, sagte Nimbach: „Da sollte eine Kommune nicht ständig eingreifen.“

Auch Bürgermeisterin Greinwald bestätigte, dass sich viele Bürger im Sportlerstüberl wieder eine Gaststätte wünschten. Der Vorsitzende des TSV Tutzing habe sich ebenfalls für eine Neubelebung des Lokals ausgesprochen, und auch sie selbst habe sich bisher nicht von diesem Ziel verabschiedet. So gilt die Nutzung des Sportlerstüberls für Vereine als Übergangslösung, möglicherweise in doppeltem Sinn: bis an anderer Stelle ein Haus der Vereine realisierbar scheint und bis sich eine neue Lösung für ein Lokal in den Räumen neben dem Würmseestadion abzeichnet.

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Nicht nur die JM soll künftig das Sportlerstüberl nutzen können © L.G.
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