Sport
6.1.2023
Von Manfred Kager

"Miteinander, nicht Gegeneinander"

Morgen "Dreikönigstour" - Presseerklärung zum Markenstreit von Organisator Manfred Kager

Rund 500 Teilnehmer werden morgen bei der „Dreikönigstour“ um den Starnberger See erwartet. Zu den Auseinandersetzungen um den Namen der Wanderung nimmt Organisator Manfred Kager in einer Presseerklärung Stellung. Er bezieht sich dabei auch auf die Informationen über die Markeneintragung, die wir bei vorOrt.news vom Veranstalter des „Bavaria Königsmarschs“ erhalten hatten. Die Wanderung ist kurzfristig in „Dreikönigstour“ umbenannt worden. Vorab war auf sie in Werbungen und Presseveröffentlichungen mit dem Namen „Dreikönigsmarsch“ hingewiesen worden, auf den nun von anderer Seite Rechte geltend gemacht werden.

Hier die Presseerklärung von Manfred Kager:

Dreikönigsmarsch rund um den Starnberger See am 7.1.2023 Stellungnahme zum Vorwurf der Verletzung der Markenrechte der Marke „Königsmarsch“

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Ob Schnee oder Sonnenschein: Vom Rundweg um den Starnberger See hält viele überzeugte Wanderer nichts ab, so wie hier Anfang 2019 © Team Manfred Kager

Seit mehreren Jahren veranstalte ich, Manfred Kager, jährlich den so genannten „Dreikönigsmarsch“ rund um den Starnberger See. Was 2018 in Form einer kleinen Trainingswanderung unter Freunden begann, erfreute sich in den Folgejahren einer so großen Nachfrage, dass ich beschloss, aus dem „Dreikönigsmarsch“ ein eigenes, nichtkommerzielles Wanderevent zu machen, das mittlerweile von rund 500 Wandernden besucht wird. Die Tickets für das Event werden kostenlos ausgegeben und entstehende Kosten durch freiwillige Spenden der Teilnehmenden für Getränke und Verpflegung gedeckt. Eventuelle Überschüsse werden an soziale Zwecke gespendet, die von den Teilnehmenden selbst ausgesucht werden.

Am 29. Dezember 2022, eine Woche vor dem geplanten Dreikönigsmarsch 2023, erreichte mich eine E-Mail von Michael Raab, seines Zeichens Veranstalter des so genannten „Bavaria Königsmarsch“. Dieser führt in einer Nacht im Sommer ebenfalls rund um den Starnberger See. Das von Herrn Raab veranstaltete Event ist kommerziell, das heißt, es werden Tickets im Vorfeld für rund 60 Euro verkauft. Eine Verpflegung kann separat dazugebucht werden.

Beide Events bestehen seit 2018 in friedlicher Co-Existenz. Viele Teilnehmer, die im Winter am Dreikönigsmarsch teilnehmen, starten im Sommer beim Bavaria Königsmarsch und umgekehrt. Der Dreikönigsmarsch bezieht seinen Namen vom gleichnamigen Feiertag, denn der Dreikönigsmarsch findet stets am 1. Samstag nach dem Dreikönigstag statt. Der Bavaria Königsmarsch wird zu Ehren König Ludwigs veranstaltet, der sich bekanntermaßen im Starnberger See das Leben nahm. Ein Konkurrenzdenken gab es meines Erachtens in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt.

In seiner E-Mail vom 29. Dezember 2022 wies mich Herr Raab darauf hin, dass es sich bei „Königsmarsch“ um eine europaweit geschützte Marke handelt und er mich aus diesem Grund bittet, das Wort Königsmarsch sowohl on- und offline aus jeder Kommunikation zu streichen und durch ein anderes Wort zu ersetzen. Sollte ich Königsmarsch weiter verwenden wollen, wäre er jedoch gerne für Vorschläge mit einem entsprechenden Ausgleich offen.

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Der Starnberger See ist zu einem beliebten Wanderziel geworden. Inzwischen gibt es mehrere Veranstaltungen dieser Art, die viele Menschen anlocken. © Team Manfred Kager

Meine Recherche ergab, dass die Marke „Königsmarsch“ im November 2022 beim Deutschen Patent- und Markenamt als eingetragene Marke offiziell erfasst worden ist. Dieser Sachverhalt war mir bis dato nicht bekannt. Am Abend des 30. Dezember 2022 erhielt ich eine E-Mail eines Journalisten eines lokalen Onlineportals in Tutzing, das eine mediale Vorankündigung über den Dreikönigsmarsch veröffentlicht hatte. Auch dort wies Herr Raab bezugnehmend auf den Artikel auf den in seinen Augen verletzten Markenschutz hin. In der gleichen Mail führte er an, ich wäre 2017 Teilnehmer bei seinem Event gewesen, er hätte mir von einem Dreikönigsmarsch rund um den Wörthersee erzählt und angeführt, er plane dies auch für den Starnberger See. An dieser Stelle ist anzuführen, dass es weder einen Dreikönigsmarsch um den Wörthersee gibt, noch ich mich an ein Gespräch dieser Art erinnern kann. Dies sei jedoch nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Obwohl eine juristische Klärung noch aussteht und ich den Sachverhalt in die Hände eines Anwalts übergeben werde, bin ich mir weder einer Schuld bewusst, noch liegt es auch nur ansatzweise in meinem Ermessen, Herrn Raab in irgendeiner Form schaden zu wollen. Ich organisiere das Event in meiner Freizeit, weil ich selbst gerne lange Strecken wandere und mir die Organisation stets viel Freude bereitet. Hinter mir steht ein großes Team an freiwilligen Helfern, die ebenfalls mit Herzblut ihre Freizeit oft viele Wochen im Voraus dafür opfern, den Teilnehmenden einen wunderbaren Marsch und ein tolles Naturerlebnis zu bieten, bei dem sie über ihre individuellen Grenzen gehen können.

Das Event hat sich als „Dreikönigsmarsch“ einen Namen gemacht und wird entsprechend auch unter dieser Bezeichnung beworben. Der Name hat sich über Jahre etabliert und mein Marsch ist nicht der einzige, der den Namen „Dreikönigsmarsch“ trägt. Ähnliche Veranstaltungen finden im gesamten Bundesgebiet und benachbarten Ausland statt und selbst zahlreiche Musikstücke tragen den Namen „Dreikönigsmarsch“.

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Auch in Corona-Zeiten wollten manche nicht auf die Wanderung um den Starnberger See verzichten - hier am "Tutzinger Hof" in Tutzing Mitte 2021 © Team Manfred Kager

Ferner vermag der Zeitpunkt zu überraschen, an dem Herr Raab mit seiner Bitte der Namensänderung auf mich zugekommen ist. Da der Markenschutz bereits seit November 2022 besteht, wäre es bei zeitnaher Information meinerseits durchaus möglich gewesen, den Namen meiner Veranstaltung in seinem Sinne anzupassen – noch bevor eine aktive Pressearbeit erfolgt ist und die Produktion von Urkunden, Badges etc. begonnen hat. Nun, wenige Tage vor dem Event, ist eine Namensänderung logistisch nicht mehr realistisch umsetzbar und wäre mit immensen Kosten für die Neuproduktion von Urkunden etc. verbunden. Dies hätte zur Folge, dass ein möglicher Überschuss aus den Spendengeldern der Teilnehmenden nicht mehr wohltätigen Zwecken zu Gute kommen kann, sondern für die Druckkosten verwendet werden muss. Gleichzeitig wäre es erforderlich, die bereits produzierten Werbemittel und Badges mit der alten Bezeichnung zu entsorgen. Dies entspricht nicht dem Grundsatz einer möglichst umfassenden Nachhaltigkeit, den jeder Wandernde schon aufgrund seines Hobbys im Normalfall für sich verinnerlicht hat.

Die Wanderszene und ganz besonders die Extremwanderszene ist für ihren guten Zusammenhalt und für ihre hohe Toleranz bekannt. Uns allen ist eins gemein: Die Freude an einem wunderbaren Hobby und die Liebe zur Natur. Wanderevents leben von einem spürbaren Miteinander, nicht von einem Gegeneinander.
So sehr, wie ich bisher die Events von Herrn Raab auf einer Basis des „Miteinanders“ geschätzt habe, so sehr wünsche ich mir nun die Toleranz auch von seiner Seite. Es ist bedauerlich, wenn das Engagement für eine gute Sache nun von einem unschönen und in meinen Augen auch unnötigen Rechtsstreit nachhaltig überschattet wird.

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ID: 5492
Über den Autor

Manfred Kager

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