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Die „mörderische Schwester“ hinter dem Tutzinger Krimi

Wer steckt hinter dem ersten Tutzinger Krimi? Es ist das Werk eines Autoren-Trios - aber die zentrale Rolle spielt Rosemarie Benke-Bursian. Sie ist ein Profi. Die promovierte Biologin, geboren in Büren (Nordrhein-Westfalen), wirkt wie ein kommunikatives Multitalent. Seit 2013 ist sie Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“, Europas mit mehr als 450 Mitgliedern größtem Verein deutschsprachiger Krimiautorinnen, dessen Pressesprecherin sie seit drei Jahren ist. 2010 wurde sie in den Beirat der Deutschen Umweltstiftung gewählt. Journalistische, wissenschaftliche und andere fachliche Texte gibt es von ihr ebenso wie Sachbücher, Krimis, Kurzgeschichten und Kindergeschichten.

Arbeitsstipendium für schreibende Frauen

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Engagierter Gedankenaustausch: Rosemarie Benke-Bursian (li.) mit anderen Tutzingerinnen aus der Vereinigung KulturArt am See © L.G.

Seit Jahren engagiert sich Rosemarie Benke-Bursian auch besonders in ihrem heutigen Heimatort Tutzing. Seit 2009 gehört sie der Tutzinger Vereinigung KulturArt am See an, die von Ilse Reiher koordiniert wird. In einer „Schreibwerkstatt“ versucht sie seit 2008 Kinder und Jugendliche, seit 2014 auch Erwachsene zum Verfassen von Texten zu animieren. Die verbreiteten Schwierigkeiten und Hemmungen dabei kennt sie gut - und sie hat schon manch einem dazu verholfen, solche Probleme zu überwinden.

Um die Nachwuchsarbeit kümmert sie sich auch mit den „Mörderischen Schwestern“. Die Vereinigung vergibt jährlich ein Arbeitsstipendium für einen von einer Frau in deutscher Sprache verfassten Roman im Bereich der Spannungsliteratur. Bewerben können sich alle Autorinnen, die in deutscher Sprache schreiben, ohne Alters-, Wohnort- oder sonstige Beschränkung, die bei den meisten anderen Stipendien ein Hindernis für viele Bewerberinnen darstellt. Eine Mitgliedschaft bei den Mörderischen Schwestern ist für eine Bewerbung um das Stipendium nicht erforderlich. Für das aktuelle Stipendium läuft die Bewerbungsfrist bis zum 15. März. http://www.moerderische-schwestern.eu/ueber-uns/aktuelle-projekte/unser-arbeitsstipendium/ Es soll übrigens mehr Frauen als Männer geben, die Krimis schreiben. „Aber die männlichen Autoren sind bekannter“, sagt Rosemarie Benke-Bursian, entschlossen, zusammen mit den Mörderischen Schwestern daran langfristig etwas zu ändern.

"Einen Krimi schreibt man zweimal"

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Rosemarie Benke-Bursian ermuntert auch viele Tutzinger zum Schreiben © L.G.

Die Mutter eines Sohnes, die sich auch beim TSV Tutzing als Abteilungsleiterin für Tischtennis engagiert, treibt immer neue Projekte voran, von einer Kinderbuchserie bis zu einem Tutzinger Künstlerbuch, für das sie zurzeit einen Sponsor sucht. Sie organisiert auch Kurse „Wandern & Schreiben“ oder „Schreibspaziergänge“.

Aus einer Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche heraus ist der Tutzinger Krimi entstanden. „Krimis sind das Genre, in dem viele gesellschaftliche Themen aufgegriffen werden’“, sagt sie. In die Arbeit mit den Nachwuchsautoren lässt sie einen breiten Erfahrungsschatz einfließen. „Einen Krimi schreibt man zweimal“, sagt sie zum Beispiel - wohl wissend, dass sich keineswegs jeder Autor an diese Regel hält. Sie ist sich aber sicher, dass diese Vorgehensweise richtig ist. Denn wenn ein Ermittler etwas aufkläre, ermittle er immer in einer Geschichte, die vorbei sei: „Deshalb ist die Geschichte immer stark rückwärtsgerichtet.“ Aus diesem Grund hält sie es für sinnvoll, sie erst einmal so zu schreiben, wie sie tatsächlich passiert ist - chronologisch. Vorteil: Wenn man dann den Krimi selbst schreibe und an irgendeiner Stelle nicht genau weiter wisse, könne man immer im „Original“ - dem „Hintergrund-Plot“ - nachschauen, was geschehen ist. „Sonst entstehen oft logische Brüche“, sagt sie, „man verrennt sich leicht.“

Recherche-Trick: "Frag halt nach!"

Trotzdem haben sich während der Arbeit am Tutzinger Krimi immer wieder mal logische Fehler eingeschlichen, erzählt sie offen. Aber mit solchen Methoden konnten sie dann auch relativ schnell ausgemerzt werden.

Dabei geholfen haben auch so manche Recherche-Tricks, die sie den jungen Autoren beigebracht hat. Die wirken gelegentlich erstaunlich einfach. „Man kann die Polizei anrufen“, sagt sie zum Beispiel: „Die sind sehr zugänglich.“ Jedem Krimiautor könne man nur raten: „Frag halt nach!“ - das sagt sie mit durchaus kritischem Seitenblick auf manches professionell Geschriebene.

Eine gute Grundlage dürften auch Texte für große Detekteien gewesen sein, die Rosemarie Benke-Bursian schon verfasst hat. Dabei ging es nach ihren Worten vor allem um Wirtschaftskriminalität – also etwas sehr Realistisches.

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Quelle Titelbild: L.G.
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