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Tutzinger Bahnhof vor Umstrukturierungen

Bildet der Beginn mit den Park-and-Ride-Plätzen einen Ansatzpunkt für eine Neugestaltung?

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Änderungen am Bahnhof stehen auf der Wunschliste der Gemeinde Tutzing © L.G.

Rund um den Tutzinger Bahnhof stehen Veränderungen bevor. Dabei kommen gleich mehrere Entwicklungen zusammen. Neuerungen wird es für die Park-and-Ride-Plätze geben. Gleichzeitig machen sich Planer schon Gedanken darüber, wie in Zukunft eine Bebauung neben den Bahngleisen, also entlang der Bahnhof- und der Heinrich-Vogl-Straße bis zur Unterführung, ausschauen könnte. Und schließlich gibt es schon seit längerer Zeit eine Vision: Die Gemeinde könnte das Bahnhofsgebäude kaufen und dort komplett neue Nutzungen entwickeln.

Aktuell sind zunächst vor allem die absehbaren Änderungen bei den Park-and-Ride-Plätzen. Für deren Nutzung will die Bahn künftig Gebühren verlangen. Bisher war das wegen einer alten Vereinbarung aus dem Jahr 1988 nicht möglich: Eine damit verknüpfte „Zweckmittelbindung“ untersagte Gebühren, weil auch öffentliche Fördermittel geflossen sind. Diese Zweckmittelbindung ist mittlerweile ausgelaufen.

Mit einem Nachtrag zur ansonsten noch gültigen Vereinbarung wollte die Bahn jetzt eine neue Regelung herbeiführen: Sie will künftig über eine eigene Gesellschaft für die Park-and-Ride-Plätze zuständig sein. Diese Vorgehensweise mit Vertragsänderungen Stück für Stück erschien dem Gemeinderat aber merkwürdig. Er hat den Nachtrag deshalb abgelehnt. Stattdessen wünscht er einen komplett neuen Vertragsentwurf.

Hoffnungen für das "Gesamtkonstrukt Bahnhofsgelände"

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Ein Vorbild? Die Nachbargemeinde Feldafing hat den Bahnhof in ihrem Ort gekauft und saniert © L.G.

Wie die Bahn nun wiederum darauf reagiert, bleibt abzuwarten. Die Gemeinderäte machten kein Geheimnis daraus, dass sie sich gegenüber der Bahn nicht in der besten Verhandlungsposition sehen. Sie wird die Parkgebühren wohl auf alle Fälle einführen, nur etwas später als zunächst vorgesehen - möglicherweise zur Jahresmitte. Die Unterhaltspflicht für die Parkplätze bleibt übrigens bei der Gemeinde. Ihren Verantwortlichen war zunächst nicht klar gewesen, wer künftig für den Winterdienst und andere Maßnahmen zuständig ist.

Die ganze für Außenstehende etwas undurchsichtige Geschichte sah Dr. Toni Aigner (Freie Wähler) „eigentlich positiv“. Immerhin bewege sich nun etwas, meinte er: „Wir können jetzt langsam planen.“ Damit meinte er das „Gesamtkonstrukt Bahnhofsgelände“, wie es Bernd Pfitzner (Grüne) formulierte. Sanierungen von Bahnhöfen in anderen Gemeinden wie Bernried, Feldafing oder Pöcking - hier durch private Investoren, dort durch die jeweilige Kommune - werden auch in Tutzing mit Interesse verfolgt. Schon seit einiger Zeit werden in Tutzing Überlegungen für denkbare Neugestaltungen des Bahnhofsviertels angestellt, doch die sind noch in den Anfängen. Gebäude über den Park-and-Ride-Plätzen Ob die aktuell vorgesehenen Maßnahmen der Bahn in dieser Hinsicht wirklich ein Ansatzpunkt sein können, da gehen die Meinungen noch auseinander.

Christine Nimbach (Grüne) plädierte bei dieser Gelegenheit für eine Erweiterung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) bis Weilheim und Seeshaupt und für eine Einbeziehung der im Landkreis für dieses Thema zuständigen Susanne Münster in die Verhandlungen. Der „Tarifsprung“ müsse beseitigt werden, sagte Stefanie von Winning (CSU). Damit spielte sie auf die gegenüber Tutzing deutlich höheren Preise der Bahnfahrt von München nach Weilheim an, die viele Pendler dazu verleiten, Tutzing statt Weilheim als Startbahnhof zu nutzen und deshalb auch ihre Autos in Tutzing abzustellen.

Quelle Titelbild: L.G.
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Kommentare

Bravo, Christine Nimbach. Sehr gut, Stefanie von Winning. Zwei Damen, die das Grundproblem erkannt haben. Das ist der Hebel, der entscheidende Veränderungen bringen kann. Wenn dann noch ein Parkdeck auf der Westseite kommt, ist viel gewonnen.
(Bearbeitet)
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