Kirche
9.6.2021
Von vorOrt.news

So wird St. Peter und Paul stabilisiert

Im Zuge der Sanierung werden die Wände der alten Tutzinger Kirche wie mit einem Ring befestigt

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Die eingerüstete Kirche St. Peter und Paul mit dem alten Friedhof

Die Tutzinger Kirche St. Peter und Paul ist in ihrer jetzigen Gestalt in den Jahren 1738/39 über den Fundamenten eines alten gotischen Baus errichtet worden. Bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein war sie die wichtigste Kirche der Hofmark Tutzing. Seit Monaten wird sie saniert - ein finanzieller Kraftakt. Auf rund 650 000 Euro werden sich die Kosten nach Schätzungen belaufen. Die Diözese Augsburg, die die Arbeiten genehmigt hat, übernimmt einen Teil davon, den Rest muss die Tutzinger Pfarrei aufbringen. Zwei Benefizkonzerte sollen dabei helfen. Das erste von ihnen findet heute Abend statt, das zweite am 27. Juni. Zwei Orgeln für eine Kirche Wie notwendig die Sanierung ist, das hat ein statisches Gutachten schon vor Jahren belegt: Die Wände kippen oben nach außen, sie sind zudem glatt und recht dünn - die Kräfte aus dem Gewölbe können sie nicht aufnehmen. Risse ziehen sich durch das Gemäuer. Ähnliche Probleme gibt es bei vielen Kirchen. Der Münchner Architekt Dr. Jörg Rehm, der das Projekt betreut, hat über Jahre etwa 100 Kirchen begutachtet. Bei rund 80 Prozent von ihnen hat er nach eigenen Worten Sanierungsbedarf festgestellt.

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Auch in ihrem Inneren wird die Kirche komplett überarbeitet
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Das Denkmalamt begleitet die Arbeiten

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Bauunternehmer Klaus Feldhütter kennt jeden Riss in der Kirche

Ein so genannter Stabilisierungsanker, der eingebaut wird, soll die auseinander strebenden Wände befestigen. Er soll wie ein Ring wirken, der alles zusammenhält. Auch im Inneren wird die Kirche komplett überarbeitet, vom Boden über die Wände bis zur Decke. Partiell werden Retouschen vorgenommen. Die Wandfarben werden behutsam ausgewählt. Das Denkmalamt begleitet die Arbeiten. „Denkmalpflege hat viel mit Kirchen zu tun“, sagt Rehm. Alles stammt noch aus der Anfangszeit, so auch der Boden. Dass die Kirche nicht geheizt wird, erweist sich als Vorteil, denn sonst gibt es in vielen Kirchen Ruß und Schimmel.

Die bisher letzte Instandsetzung von St. Peter und Paul ist 40 Jahre her. Schon damals wurde ein Anker eingebaut, doch die bautechnischen Möglichkeiten waren noch nicht so weit. „Man konnte es früher nicht in so einer Kleinteiligkeit wie heute berechnen“, sagt Klaus Feldhütter. Der erfahrene Tutzinger Bauunternehmer ist Mitglied der Kirchenverwaltung und an vorderer Stelle für die Bauprojekte zuständig.

Etliche Spezialfirmen wirken mit

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Intensive Begleiter der Sanierungsarbeiten sind (von links) der Architekt Jörg Rehm, Tutzings katholischer Pfarrer Peter Brummer und der Bauunternehmer Klaus Feldhütter © Fotos: L.G.

Solche Arbeiten wie jetzt bei St. Peter und Paul erfordern besondere Kenntnisse. An der Sanierung arbeiten etliche Spezialfirmen mit. Auch ein Restauratorenteam ist dabei, und ein Orgelbauer reinigt die Orgel gründlich. Auch Besonderheiten gilt es zu berücksichtigen, so etwa die Grundwassersituation, deren Veränderungen sich auf die nahe am Seeufer befindliche Kirche auswirken. Rehm verweist auch auf einen „sehr heterogenen Grund mit einer sehr heterogenen Fundamentierungsstruktur“. St. Peter und Paul ist nach seinen Worten nicht auf den alten Fundamenten der Vorgängerkirche an der selben Stelle errichtet worden, doch eine Nachfundierung wäre nach seinen Worten sehr schwierig.

„Wir sind froh, dass viel Erfahrung in diese Arbeiten einfließt“, sagt Pfarrer Brummer: „Die Kirche ist als alte Pfarrkirche sehr im Bewusstsein der Menschen.“ Sehr gefragt ist sie für Feiern an Gedenktagen wie zu Jubiläen, Taufen, Trauergottesdiensten, Konzerten und Hochzeiten. Nicht wenige Brautpaare kommen eigens von weit her nach Tutzing, um sich in dieser Kirche trauen zu lassen. Und der alte Friedhof neben der Kirche ist für viele Tutzinger Familien ein wichtiger Bezugspunkt.

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