Am Mitwoch, dem 19. Januar zeigt das Tutzinger Kino KurTheater um 20.15 Uhr den Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“ - und zwar in Anwesenheit der früheren bayerischen Bundes- und Europaministerin Prof. Ursula Männle, die zu den Mitwirkenden des Films gehört, sowie von Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald.
Die sehr interessante Dokumentation beleuchtet die Bedeutung der Frauen in der Bonner Republik der 1950-er Jahre. Damals waren vor allem Männer für das politische Tagesgeschäft zuständig. Frauen mussten sich ihre Beteiligung an den demokratischen Entscheidungsprozessen mit harter Pionierarbeit gegen erfolgsverwöhnte Männer erkämpfen. Sexismus und Herabsetzung waren an der Tagesordnung, doch davon ließen sich politisch engagierte Frauen nicht beeindrucken. „Politik ist eine viel zu ernste Sache, um sie den Männern zu überlassen“, sagte Käte Strobel, die von 1966 bis 1972 Bundesgesundheitsministerin war. Nach diesem Motto wagten sich damals immer mehr Frauen auf das Bonner Bundeshaus-Parkett.
In dem Dokumentarfilm von Torsten Körner kommen die Politikerinnen von damals und heute zu Wort und erinnern sich an die turbulente Zeit. Mit dabei sind Herta Däubler-Gmelin (SPD), Elisabeth Haines (SPD, Renate Hellwig (CDU), Marie-Elisabeth Klee (CDU), Ursula Männle (CSU), Ingrid Matthäus-Maier (FDP/SPD), Christa Nickels (Die Grünen), Renate Schmidt (SPD), Helga Schuchardt (FDP), Rita Süssmuth (CDU), Roswitha Verhülsdonk (CDU), Carola von Braun (FDP) sowie die Journalistinnen Renate Färber-Husemann und Sabine Gräfin von Nayhauß-Cormons.
Ursula Männle ist seit 2020 Tutzinger Ehrenbürgerin
Ursula Männle, die in Tutzing lebt, war von 1970 bis 1976 wissenschaftliche Assistentin an der Akademie für politische Bildung, von 1976 bis 2009 war sie Professorin an der Katholischen Stiftungsfachhochschule für Sozialwesen in Benediktbeuern. Jeweils 13 Jahre gehörte sie dem Bayerischen Landtag und dem Deutschen Bundestag an, von 2014 bis 2019 war die Vorsitzende der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Die gebürtige Pfälzerin, von der Gemeinde Tutzing 2020 zur Ehrenbürgerin ernannt, war eine der Ersten, die wichtige Beiträge zur Geschichte der politischen Frauen in der Bundesrepublik Deutschland leisteten. Bis heute engagiert sie sich in zahlreichen Frauenorganisationen, seit 2008 ist sie Honorarkonsulin des Königreichs Marokko, und sie pflegt leidenschaftlich die historische Verbindung zwischen Bayern und der Pfalz.
Nach der Vorführung "Tutzinger Filmgespräch" mit Ursula Männle und Marlene Greinwald
Im Anschluss an die Vorführung (Eintritt 9 Euro je Person) werden Ursula Männle und Marlene Greinwald mit dem Publikum über den Film im Rahmen des „Tutzinger Filmgesprächs“ diskutieren.
Kommentar hinzufügen
Kommentare