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„Demenschtrio“ hat in Tutzing Premiere

Bei Tagung „Zukunft Demenz“ gesellt sich Josef Brustmann zu Peter Gaymann und Thomas Klie

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Ein gern gesehener Gast in Tutzing: Kabarettist Josef Brustmann (rechts), hier bei einem Auftritt auf dem Museumsschiff mit dessen Vereinsvorsitzendem Matthias Helbig

Eine Vorstellung der besonderen Art gibt es Anfang Mai bei einer Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing: Das „Demenschtrio“ wird dort auftreten. Es handelt sich um eine Tagung zum Thema „Zukunft Demenz. Perspektiven für eine älter werdende Gesellschaft“. https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/zukunft-demenz-perspektiven-fuer-eine-aelter-werdende-gesellschaft/

Der Auftritt des „Demenschtrios“ dürfte eine Premiere sein. Die „Aktion Demensch“ ist eine Gründung des Juristen und Autors Prof. Thomas Klie und des Zeichners und Lyrikers Peter Gaymann - und bei der Akademie-Tagung gesellt sich der Kabarettist Josef Brustmann dazu.

Gaymann und Klie versuchen seit Jahren mit ganz eigenen Methoden und viel Fingerspitzengefühl, mehr Aufmerksamkeit für das Thema Demenz zu erreichen – besonders mit witzigen Beiträgen, so beispielsweise jährlich mit einem Postkartenkalender. Immer wieder stellen sie selbst die Frage, ob Humor und Demenz zusammen passen. Ihre Antwort: „Es geht nicht ohne.“

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Vor drei Jahren in Tutzing bei der Ambulanten Krankenpflege: (von links) Armin Heil, Jutta Rommel, Thomas Klie, Peter Gaymann und Pfarrer Peter Brummer
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"Weckruf an Zivilgesellschaft und Politik"

Bis ins Jahr 2050 werden nicht mehr knapp 2 Millionen, sondern 2,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland leben, schreibt die Evangelische Akademie in einer Ankündigung zu der Tagung. Sie verweist auf eine neue jüngste Studie der Vereinigung der Pflegenden in Bayern zum Pflegepersonalbedarf, nach dem spätestens im Jahr 2028 in Bayern ein Punkt erreicht sein werde, an dem neu ausgebildete Pflegekräfte nicht mehr die ersetzen könnten, die aus Altersgründen ausscheiden. „Die Studie ist ein Weckruf an Zivilgesellschaft und Politik!“, so die Veranstalter. Es müsse deutlich mehr als bisher passieren, um die Sorge und Pflege im nächsten Jahrzehnt und darüber hinaus sicherzustellen.

Wie können Gemeinden die Teilhabe ermöglichen?

„Aber geht es nicht auch um mehr?“ fragen die Organisatoren der Tagung. „Menschen mit Demenz sollen nicht nur möglichst professionell gepflegt werden, sondern auch fürsorglich umsorgt sein und ein Leben in der Mitte der Gesellschaft führen können“, fordern sie und fragen: „Wie können demenzsensible Gemeinden, Quartiere und Kommunen diese Teilhabe ermöglichen?“

Demenz sei ein vielschichtiges Phänomen, erklärt die Akademie. Für die Tagung hat sie deshalb einen sehr breiten Ansatz gewählt. Zur Sprache kommen Aspekte aus unterschiedlichsten Richtungen: Medizin, Anthropologie, Gerontopsychiatrie, Kultur- und Literaturwissenschaft. Aus all diesen und anderen Zweigen nehmen Fachleute teil – von der Pflege und der Seniorenbetreuung über die Altersforschung, von Senioreneinrichtungen und Krankenkassen über spezialisierte Unternehmer bis zu Politikern.

Unter den Referenten ist auch Armin Heil, der Geschäftsführer und Pflegedienstleiter der Ambulanten Krankenpflege Tutzing. Zu deren 100-jährigem Bestehen wollten Gaymann und Klie eigentlich vor drei Jahren eine Ausstellung zeigen, doch das war wegen Corona nicht möglich. Stattdessen haben sie damals einen Dialogabend veranstaltet, der viel Aufmerksamkeit fand. Demenz und Humor? „Es geht nicht ohne“ Angeregt von Tutzing und dem Starnberger See brachte Gaymann bei dieser Gelegenheit die unten abgebildeten zu Papier. die er dann für die neue betreute Wohnanlage in Bernried spendierte.

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© Peter Gaymann
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© Peter Gaymann
ID: 6699
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