Gemeindeleben
13.5.2022
Von vorOrt.news

Bund für Menschen aus der Ukraine

Gemeinschaftsaktion etlicher Akteure und Koordinationsgruppe in Tutzing

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Betten vor dem Beringerheim - bereit zum Aufbau in 23 Zimmern

Das ist eine Gemeinschaftsaktion, die sich sehen lassen kann: Akteure aus ganz verschiedenen Richtungen haben sich innerhalb kurzer Zeit in Tutzing für die Unterstützung von Menschen aus der Ukraine zusammengetan. Beteiligt an diesem ganz besonderen Bund sind der Ökumenische Unterstützerkreis Tutzing, der Rotary-Club Tutzing, die Volkshochschule Starnberger See und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Ein wichtiges Element bildet das Beringerheim. Dort werden am Montag 55 Personen aus der Ukraine erwartet. Aus dem Krieg an einen friedlichen Ort

In einer Tutzinger Koordinationsgruppe zusammengefunden haben sich zudem Pfarrerin Beate Frankenberger, Pfarrer Peter Brummer, Bürgermeisterin Marlene Greinwald sowie führende Vertreter des ASB, der Ambulanten Krankenpflege und des Ökumenischen Unterstützerkreises. Dessen Vorsitzende Claudia Steinke bezeichnet es als Ziel, im Fall von Problemen sofort pragmatische Lösungen zu finden.

Arbeit am Inklusionsprojekt wird zurückgestellt

Um die Unterbringung der Menschen aus der Ukraine zu ermöglichen, hat der Arbeiter-Samariter-Bund die Arbeiten an seinem großen Inklusionsprojekt am Beringerheim ein wenig zurückgestellt. „Wir machen einen Schritt zurück, wir helfen hier und jetzt“, sagt Monika Mayer, die für Tutzing zuständige ASB-Projektleiterin. Der Prozess des Inklusionsbetriebs sei aber nur aufgeschoben, nicht aufgehoben, betont sie. Die Initiative geht auf eine Anfrage des Landratsamts Starnberg zurück. Bei einer Vorstellung der Initiative mit Vertretern der verschiedenen Beteiligten am Donnerstag im Beringerheim war von der Kreisbehörde auch Sabine Neumann, die Fachbereichsleiterin für Integration und Migration, dabei.

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Breites Engagement für Menschen aus der Ukraine: (von links) Monika Mayer (ASB), Sabine Neumann (Landratsamt), Monika Igl-von Velsen (Kunsttherapeutin), Sylvie Braun (Rotary), Siegfried Müßig (Rotary), Brigitte Grande (Rotary), Stefan Jansen (ASB) und Claudia Steinke (Ökumenischer Unterstützerkreis:

Kunsttherapie und Krisen-Interventionsteam

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Die letzten Vorbereitungen werden im Beringerhaus getroffen - am Montag kommen die Gäste

Um die 55 Menschen, die von Montag an im Beringerhaus wohnen werden, kümmert sich ein Team von zunächst fünf Personen, darunter der Einrichtungsleiter Christoph Plettner. Unterstützung soll in jeder Hinsicht angeboten werden, von Behördengängen bis zu Arztbesuchen. Zur Verfügung steht auch das Krisen-Interventionsteam (KIT) des Arbeiter-Samariter-Bunds unter Leitung von Stefan Jansen. Eigens mit eingebunden haben die Initiatoren auch die Kunst- und Traumatherapeutin Monika Igl-von Velsen aus Fischen. „Wichtig ist, erst einmal Vertrauen zu schaffen“, sagt sie, „dass die Menschen ankommen dürfen.“

40 der 55 Personen, die am Montag in Tutzing erwartet werden, waren bisher in der Gilchinger Rathausturnhalle untergebracht, die zur Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge geworden ist. Elf Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren sowie weitere Jugendliche sind unter ihnen. Hinzu kommen 15 Personen, die bisher privat in Tutzing untergekommen sind. Insgesamt sollen sich zurzeit 80 bis 100 Menschen aus der Ukraine in Tutzing befinden. Weitere Wohnmöglichkeiten werden dringend gesucht.

Viel Aufmerksamkeit für Sprachkurse

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Das Tor des Beringerhauses steht für die Menschen aus der Ukraine weit offen © Fotos: L.G.

In dem vom ASB auf dem Beringer-Gelände bereits betriebenen „Hort im Wald“ gibt es derzeit keine freien Plätze mehr, doch die Kinder aus der Ukraine sollen auf dem Areal spielen können, wie Monika Mayer sagt. Der Ökumenische Unterstützerkreis organisiert schon seit zwei Monaten täglich ehrenamtlich eine Betreuung ukrainischer Kinder im evangelischen Gemeindehaus Tutzing.

„Die Hilfsbereitschaft ist enorm“, sagt Claudia Steinke, die Vorsitzende des Ökumenischen Unterstützerkreises Tutzing. Der Rotary-Club hat 3000 Euro gespendet, der Tutzinger Bridge-Club hat 2000 Euro von seinem Turnier beigesteuert, das kürzlich stattgefunden hat. Viel ehrenamtliche Arbeit von zahlreichen Menschen aus Tutzing und Umgebung kommt hinzu.

Das gilt auch ganz besonders für Sprachkurse, denen große Aufmerksamkeit gewidmet wird. Gerade der Rotary Club engagiert sich stark auf diesem Gebiet, ebenso wie die Rotary-Clubs in Penzberg und Weilheim. Er unterstützt auch die Betreuung im evangelischen Gemeindehaus durch den Ökumenischen Unterstützerkreis sowie die Kunst- und Traumatherapie. Siegfried Müßig, der Präsident des Tutzinger Rotary-Clubs, berichtet auch begeistert von einer Unterstützung durch die Theatergruppe des Tutzinger Gymnasiums. Sie habe die Einnahmen aus ihrer Aufführung des Dürrenmatt-Dramas „Die Physiker“ beigesteuert – 1500 Euro.

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Der "Hort im Wald" auf dem Gelände des Beringerheims bietet derzeit keine freien Plätze mehr, aber die Kinder aus der Ukraine sollen auf dem Areal dennoch spielen können © L.G.
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