Wirtschaft
19.11.2023
Von vorOrt.news

Neue ATG-Führung präsentiert Pläne

Ideensammlung für eine wirtschaftliche Strategie in Tutzing - Sicherheits-Empfehlungen

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Linda Schmieder und Werner Roan präsentierten ihre Vorstellungen für die ATG

Viel Interesse und Neugierde der lokalen Unternehmer und Selbstständigen war in dieser Woche beim Tutzinger Wirtschafts-Treffen zu spüren. Es war die erste Veranstaltung seit der Vorstands-Neuwahl bei der Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (ATG), die wegen eines spektakulären Wechsels an der Spitze zu einigem Aufsehen geführt hatte. Die beiden „Neuen“, die Vorstandsvorsitzende Linda Schmieder und der zweite Vorsitzende Werner Roan, vermittelten bei diesem Treffen den Eindruck, dass sie Impulse setzen, dies aber gleichzeitig mit dem seit Jahrzehnten in der ATG aufgebauten Erfahrungsschatz verbinden wollen.

Recht starker Besuch in der „Skylounge“ im vierten Stock des Lobster-Gebäudes belegte, dass mit der kleinen Revolution Erwartungen verbunden werden. Sowohl ATG-Mitglieder als auch etliche andere nahmen teil, die zuvor auch schon zu den von Linda Schmieder initiierten Wirtschafts-Treffen gekommen waren. Seit Anfang Oktober habe die ATG 16 neue Mitglieder zu verzeichnen, sagte Roan. Er gab sich zuversichtlich, dass bis Weihnachten weitere 16 Mitglieder dazukommen würden. Austritte habe es nicht gegeben, erwiderte er auf eine Nachfrage. Auch Gespräche mit der Gemeindeverwaltung seien „sehr unkompliziert und reibungslos“ gelaufen.

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Interesse am wirtschaftlichen Geschehen in Tutzing und viel Gesprächsbedarf verdeutlichten die Besucher in der "Skylounge"
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"Das gesamte Team macht die ATG aus - definitiv nicht einzelne Personen"

„In den ersten 40 Tagen seit unserer Wahl hat sich viel getan“, sagte Roan. Er bekräftigte aber auch, dass sich im ATG-Vorstand außer Linda Schmieder und ihm wenig geändert habe: „Die restliche Crew ist geblieben.“ Für Schmieder und ihn seit das „ganz toll“, weil sie auf Erfahrungen zurückgreifen könnten. Sie hätten schon gute Tipps und viel Unterstützung erhalten. „Das gesamte Team macht die ATG aus“, betonte Roan, „definitiv nicht einzelne Personen.“ Nur so könne man auch als Unternehmer erfolgreich sein.

Die erste große ATG-Veranstaltung seit der Neuwahl wird der Adventsmarkt am 2. Dezember neben dem Tutzinger Rathaus sein. Für ihn liegen nach Angaben von Linda Schmieder bisher 32 Anmeldungen vor. Insgesamt soll es 38 Stände geben, die laut Roan der Bauhof der Gemeinde auf- und abbauen wird. Er hofft auf eine ausreichende Zahl von Helfern. Für die Arbeit, die die ATG bisher bei solchen Gelegenheiten geleistet hat, äußerte er Respekt.

Fragen nach der künftigen wirtschaftlichen Ausrichtung von Tutzing

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Bei der Veranstaltung gab es auch fachlichen Input. Dabei stellten Linda Schmieder und Werner Roan im zweiten Teil des Treffens mit einer Ideensammlung für eine künftige Strategie des Gewerbevereins ebenfalls das Gemeinschaftliche heraus. Dabei nutzten sie digitale Potenziale: Als Grundlage sollten die Anwesenden zwei Fragen beantworten - und zwar mit ihren Handys. Zu diesem Zweck loggten sie sich per QR-Code oder direkt bei „Mentimeter“, einer App für Echtzeit-Feedback während einer Präsentation, ein (https://www.menti.com). Ihre Antworten wurden sofort per Beamer auf einer Leinwand sichtbar.

Die erste Frage: „Tutzing wird prämiert als eine der wirtschaftlich innovativsten Gemeinden. Wofür erhält die Gemeinde diese Auszeichnung?“ Die zweite Frage: „Du bist ab sofort ATG-Vorstand. Welche Themen gehst du mit höchster Prio an?“ Die Antworten erschienen nach und nach – je größer, von umso mehr Teilnehmern genannt (siehe Bilder).

Die bei dem Treffen spontan gegebenen Antworten sollen nun in weitere Überlegungen zur wirtschaftlichen Entwicklung von Tutzing einfließen. „Es geht uns darum, viele Ideen zu sammeln, wie wir diesen Ort noch schöner machen können“, sagte Linda Schmieder. Sie habe das Gefühl, dass dabei alle in die gleiche Richtung zielten, sagte sie mit einem Blick in die Runde. So gefiel ihr gut, dass der Bedarf an „Vernetzung“ mehrmals auftauchte.

Erfahrungen auszutauschen, bezeichnete auch ein Besucher als wünschenswert. Was er damit meinte, verdeutlichte er an einem Beispiel: Wenn ein Händler 500 Rosen übrig habe, könne er sie anderen Geschäftsleuten als Geschenk für ihre Kunden anbieten. Ein anderer hob die Bedeutung von Geschäfts-Bewertungen im Internet hervor, die wesentlich fürs Ranking seien. Auf Interesse stieß auch der Vorschlag eines gemeinsamen Online-Shops.

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Sicherheit im Geschäftsleben - Risiken der Digitalisierung

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Auf welche rechtlichen Aspekte sollten Unternehmer achten? Darüber unterhielt sich Linda Schmieder mit der Tutzinger Rechtsanwältin Eva Straube (rechts)

Im dritten Teil des Wirtschafts-Treffens ging es um eine für alle wichtige, aber oft unterschätzte Thematik: „Sicherheit im Business“. Was dabei von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bis zum Datenschutz alles zu beachten ist, darüber sprach Linda Schmieder mit der Tutzinger Rechtsanwältin Eva Straube.

In der Regel benötige jedes Unternehmen eigene Lösungen, verdeutlichte die Juristin. Doch allzu oft würden beispielsweise die AGB einfach von anderen übernommen – was nicht nur wegen rechtlicher Details, sondern auch aus urheberrechtlichen Gründen problematisch sein kann.

Ein Schwerpunkt wurde auf die nicht selten gravierenden Gefahren in Zusammenhang mit der Digitalisierung gesetzt. Alle nutzten sie heute, sagte Linda Schmieder: „Aber wir haben keinen Notfallplan, wenn das Netzwerk morgen ausfällt.“ Auf ihre Frage, wer über einen solchen Notfallplan verfüge, meldeten sich gerade mal fünf Personen. „Man sollte einen Plan B in der Tasche haben“, empfahl sie.

Hackerangriffe können ganze Betriebe lahmlegen, warnte Roan: „Es kann passieren, dass man dann keinen Zugriff mehr auf seine Programme hat.“ Das alles könne hohe Kosten verursachen. Er berichtete von einem Angriff, der den betreffenden Betrieb 35 000 Euro kostete, bis die Maschinen wieder genutzt werden konnten. Mitglieder, die schon solche Erfahrungen machen mussten, bestätigten dies.

Linda Schmieder berichtete über vermehrte Angriffe auch auf Städte und Gemeinden. In Nordrhein-Westfalen sind dieser Tage mehr als 70 Kommunen auf einmal durch einen Hackerangriff außer Gefecht gesetzt worden. Tutzings Bürgermeisterin Greinwald bestätigte derartige Angriffe auch auf die Gemeinde Tutzing. Roan verwies auch auf die Möglichkeit, so etwas zu versichern. Datensicherung, Virensoftware und stets aktuelle Betriebssysteme seien wesentlich.

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Wichtige Sicherheitsstufen: Fachlicher Input beim ATG-Treffen © Fotos: L.G. / Grafiken: ATG
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Ein sehr lebendiger Termin mit vielen Inspirationen, einigen neuen Gesichtern und einem ziemlich langen Nachlauf an der Theke vom Theodor. So ein bischen das Gefühl von echten Dorfleben :-)
(Bearbeitet)
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