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Digitale Geräte für alle Gymnasiasten

Heute startet an den Tutzinger Schulen wieder der Präsenzunterricht - wenn auch nicht für alle Schüler

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Der Eindruck täuscht: Für etliche Schüler ist das Gymnasium von Montag an nicht mehr abgesperrt © L.G.

Im Tutzinger Gymnasium sind intensive Vorbereitungen getroffen worden. Denn nun geht es wieder los, wenn auch erst nach und nach. Vom heutigen Montag an erhält die komplette zwölfte Jahrgangsstufe Präsenzunterricht. Das sind rund 120 Schüler. Für die übrigen Tutzinger Gymnasiasten soll der Unterricht frühestens am 11. Mai wieder in der Schule beginnen - dazu ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen (siehe Kommentar unten).

In der Mittelschule starten die Abschlussklassen 9a, 9b und 10V2 heute mit eingeschränktem Unterricht, und zwar pünktlich um 7.55 Uhr. Für die Jahrgangsstufen 1 bis 8 und 10V1 bleibt die Schule bis zum 10. Mai geschlossen. In der Benedictus-Realschule findet von heute an wieder Präsenzunterricht ausschließlich für die Abschlussklassen statt. Für die Jahrgangsstufen fünf bis neun wird der Online Unterricht fortgesetzt.

In den Schulen wird aber Vieles anders sein als sonst. Im Gymnasium soll eine Aufteilung in Blöcke - dreimal wöchentlich, von 8 bis 11 Uhr und von 9 bis 13 Uhr - ausreichend Abstand gewährleisten. Höchstens 15 Schüler sollen sich gleichzeitig in einem Klassenzimmer aufhalten.

Etliche Lehrer waren oder sind noch im Homeoffice, aber nun brechen langsam wieder andere Zeiten an. Vieles ist im Vorfeld geregelt worden: Risikogruppen, Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen. „Wir haben alles mit der Gemeinde abgestimmt“, sagt Henry Steinhäuser, der stellvertretende Leiter des Gymnasiums. Auch die Versorgung mit digitalen Geräten und Systemen ist verbessert worden. Alle Gymnasiasten sollen künftig „Microsoft 365“ nutzen und an Videokonferenzen teilnehmen können. Den Zugang hat das Gymnasium in der vorigen Woche erhalten. Bei allen diesen Themen sei die Schule in engem Austausch mit dem Elternbeirat. „Er hat uns sehr unterstützt“, sagt Steinhäuser anerkennend.

Eine Umfrage unter den Eltern hat ergeben, dass nur wenige Gymnasiasten daheim keine digitalen Endgeräte zur Verfügung haben. Mit Hilfe von Spenden sind inzwischen über den Elternbeirat Geräte angeschafft worden. Damit konnte ein „Pool“ von Leihgeräten angelegt werden, so dass es nun tatsächlich für alle Schüler genügend Möglichkeiten gibt. Natürlich muss sich nun erst zeigen, inwieweit diejenigen mit der Computertechnik umgehen können, die ihr bisher eher fern gestanden haben. In dieser Hinsicht gibt es vermutlich auch unter den Lehrern Unterschiede. Steinhäuser hofft auf gegenseitige Unterstützung und „learning by doing“. Es seien auch schon spezielle Teams gebildet worden. „SchiLF“, die schulinterne Lehrerfortbildung, wird dabei verstärkt genutzt. Auch lokale Datenschutzbeauftragte passen gut auf.

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Comments

Dass ab 11. Mai fuer alle übrigen Gymnasiasten der Unterricht wieder anfangen soll, stimmt glaube ich nicht, s.
https://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/6946/so-geht-es-an-den-schulen-in-bayern-weiter.html

Kultusministerium Bayern : „Für alle anderen Jahrgangsstufen einschließlich der Grundschulklassen wird das „Lernen zuhause“ bis auf Weiteres fortgeführt. Eine weitere Ausweitung des Unterrichtsbetriebs – z. B. auf die Jahrgangsstufe 4 der Grundschule oder auf die Klassen, die im nächsten Jahr ihren Abschluss machen – ist derzeit frühestens ab dem 11. Mai vorstellbar“. Hierüber wird noch gesondert entschieden.

Das Kultusministerium weist ferner drauf hin, dass digitale Endgeräte ‚unbürokratisch aus Fördermitteln‘‘ zur Verfügung gestellt werden sollen.

https://www.km.bayern.de/schueler/meldung/6953/schulen-koennen-schuelern-digitale-endgeraete-zur-verfuegung-stellen.html

Ich bin gespannt, ob es tatsächlich einen Videounterricht gibt diese Woche, freuen würde es mich.
(Bearbeitet)
Als Vater eines Fünftklässlers am Gymnasium Tutzing möchte ich nicht nur dem Elternbeirat für seine Initiative und unermüdliche Beharrlichkeit danken, sondern auch den anderen Familien, die mit ihrer großzügige Unterstützung (mental oder in konkreten Spenden) dazu beigetragen haben, dass es in diesem Thema endlich voran geht. Es zeigt sich aber auch, dass, im Gegensatz zur Wirtschaft unser Bildungssystem noch sehr viel Aufholbedarf in Sachen Digitalität hat. Das meine ich ganz ohne Wertung und bin froh, dass die hiesige Schulleitung und das Lehrerkollegium sich größtenteils offen für die notwendigen Anpassungen zeigt. In der „New Economy“ würde man das wohl einen „pivot“ des Geschäftsmodells nennen. ;)
Dennoch, was viele vergessen: Digitalisierung bedeutet nicht nur, das genutzte Medium zu ändern sondern auch vor allem, dass sich der „mindset“ ändern muss. Digitalisiert ist insofern eigentlich nur ein Synonym für die agile Transformation - und diese ist wirklich nötig in unserem Bildungswesen. Hoffen wir, dass diese Extremsituation eine Wende einläutet, für unsere Kids und ihre Zukunft.
Im Gymnasialbereich funktioniert das also ganz wunderbar. Auch die private Realschule im Ort greift auf einen engagierten Elternbeirat zurück und unterstützt die Verwendung der momentan besten IT-Lösung (mit deren Einsatz tatsächlich ein wesentlicher Teil der Probleme des Onlineunterrichts entfällt). Engagierte Eltern kümmern sich um ihre Kinder und beschützen damit gerade diejenigen vor Benachteiligung, die auf Rettung gar nicht so sehr angewiesen sind. Denn diese Eltern bieten von Hause aus ein familiäres Umfeld, in dem sie für Anregungen sorgen (können), sie hinreichend und in guter Qualität mit den Kindern auf Deutsch sprechen (können), mit ihnen musizieren (können), sie die Kraft haben, im rechten Maß Einsatz fordern zu können, und reichlich von dem vorhanden ist, was ein junges Gehirn wachsen lässt. Was aber ist mit denen, die nicht von einem solchen Engagement ihrer Eltern profitieren (können)? – Diese Frage ist eine sogenannte Pseudofrage, wie sie gerne im Frontalunterricht der Schulen gestellt wird. Das heißt, die Antwort steht von vornherein fest und lässt keinen Interpretationsspielraum ;-)
Wir können nämlich schon lange im bayerischen Schulwesen besichtigen, wie die Profiteure eines auf Selektion hin optimierten Schulsystems sich immer weiter von den Verlieren entfernen. Dieses Bild erhält durch Corona schärfere Konturen, es zeichnet sich jedoch zusätzlich ab, dass auch die Profiteure nichts gewinnen, wenn die Schieflage zu groß gerät.
(Bearbeitet)
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