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Gemeinderatskandidaten umgarnen die Jugend

Infoabend der JM zur Kommunalwahl mit Partycharakter und acht Präsentationen

Dieser lokalpolitische Abend hatte fast ein wenig Party-Charakter: Die jungen Leute vom Tutzinger Freizeitclub JM hatten am Donnerstag alle Parteien und Gruppen, die bei der bevorstehenden Gemeinderatswahl kandidieren, zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Sie fand im ehemaligen Sportlerstüberl statt, das zurzeit der aus dem alten Lehrerwohnhaus ausgelagerten JM als „Übergangsraum“ dient, wie es ihr Moderator Matthias Gröschel formulierte. Entsprechend war die Atmosphäre: wie bei einem der Clubabende der JM, die viele auch der älteren Tutzinger noch aus eigener Teilnahme in früheren Jahren kennen.

An die 80 oder gar 100 Besucher mögen es gewesen sein, die bis hinaus in den kleinen Gang standen, denn im größeren Raum innen war nicht allzu viel Platz. Die jungen Organisatoren hatten ein provisorisches Podium aufgebaut - so hoch, dass die größeren Redner fast an die Decke stießen. Maximal fünf Minuten gestanden sie jeder oder jedem von ihnen zu. Einigen schien das sogar ein wenig zu lang zu sein, nicht alle schöpften die Zeit voll aus.

Für die Vertreter der einzelnen Gruppen war das nicht immer leicht. Einige, aber nicht alle von ihnen haben Erfahrung mit öffentlichen Reden. Auch inhaltlich gingen sie recht unterschiedlich vor. Die einen erzählten recht persönlich von sich, andere versuchten kurz gefasst, die Themen anzureißen, die ihnen und ihren Gruppen wichtig sind. In der Reihenfolge, wie sie sich angemeldet hatten, sprachen sie auch.

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© L.G.

Viele für Tutzing Engagierte trafen sich am Donnerstag im ehemaligen Sportlerstüberl: (von links) der stellvertretende JM-Ortsvorsitzende Leo Zink, Dr. Joachim Weber-Guskar (FDP), Roberto Mestanza (Tutzinger Liste), der JM-Ortsvorsitzende Kevin Müller, Verena von Jordan-Marstrander (Freie Wähler), Willi Neuner (ÖDP), Dr. Franz Matheis (UWG Traubing) und Stefanie von Winning (CSU). Nicht auf dem Bild sind Stefanie Knittl von der SPD und Bernd Pfitzner von den Grünen.

Acht Gruppen, acht Sprecher

Für die ÖDP sprach als erster ihr Tutzinger Ortsvorsitzender Willi Neuner aus Traubing. Er wies darauf hin, dass er stark sehbehindert ist und dass er in Tutzing das Artenschutz-Volkbegehren koordiniert hat. Das Thema Arten- und Klimaschutz sei einer seiner Schwerpunkte.

Die UWG Traubing vertrat ihr Vorsitzender Dr. Franz Matheis, der in Tutzing dritter Bürgermeister ist. Seit 30 Jahren - seit seinem 25. Lebensjahr - gehört er dem Gemeinderat an, erzählte der Tierarzt, der auch Traubinger Feuerwehrkommandant und Kreisjugendfeuerwehrwart im Landkreis Starnberg ist.

Die CSU stellte Gemeinderätin Stefanie von Winning vor. „Die CSU hat den Anspruch, eine Volkspartei zu sein“, sagte sie. Ihre Kandidaten seien eine breite Mischung von Jüngeren – wie dem früheren JM-Ortsvorsitzenden Ludwig Horn - und Älteren, mit einem möglichst breiten Spektrum von Berufen, Menschen aus den verschiedenen Tutzinger Ortsteilen und auch zahlreichen ehrenamtlich tätigen Personen.

Für die Freien Wähler sprach Verena von Jordan-Marstrander. „Das ist meine erste politische Rede“, sagte die Ärztin, die vor zwei Jahren in den Gemeinderat nachgerückt ist, als Marlene Greinwald zur Bürgermeisterin gewählt wurde. Sie spielt seit einem halben Jahr Kontrabass, erzählte sie. Grund: Sie habe vor der Frage gestanden, wie sie ihr Leben nach der Familienphase mit ihren Kindern gestalten soll. „Spätestens jetzt sollte man sich auch politisch engagieren“, sagte sie.

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An der Wand konnten die Gruppen und Parteien Informationsmaterial präsentieren © L.G.

Bernd Pfitzner trat für die Grünen aufs Podium. „Vor sechs Jahren war ich mit 45 der Zweitjüngste im Gemeinderat“, erinnerte er sich. Für ihn steht fest: „Wir brauchen die Jugend im Gemeinderat.“ Aber angesichts mancher Kandidatenlisten werde sich wohl nicht viel ändern, prophezeite er.

Für die „Tutzinger Liste“ sprach Roberto Mestanza, der selbst einst seinen 18. Geburtstag bei der JM gefeiert hat, wie er erzählte. Seit vorigem Jahr ist der Fernsehfachhändler Vorsitzender des Tutzinger Gewerbevereins ATG, und das mache ihm viel Spaß, berichtete er. Die Wahlchancen seiner Gruppe beurteilte er sehr optimistisch: „Ich hoffe, dass wir zu dritt in den Gemeinderat einziehen können.“ Zurzeit hat die Tutzinger Liste ein Mandat.

Dr. Joachim Weber-Guskar stellte die FDP vor. Er ist in Tutzing aufgewachsen und arbeitet im Ort als Arzt. In etlichen Vereinen war er schon aktiv, wie er sagte, Vieles kenne er aus eigener Erfahrung. Lokalpolitisch engagiert sich der Sohn des früheren Gemeinderats Dr. Wolfgang Weber-Guskar zum ersten Mal.

Stefanie Knittl vertrat die SPD. Ihre Partei sei „wieder im Aufwind“, betonte sie. Mit dem neuen Tutzinger Ortsvorsitzenden Werner Hensel gebe es „viel Spaß, heiße Diskussionen und ein hohes Niveau“. Die Berufsschullehrerin, die sich intensiv mit den Arbeiten ihrer bekannten Familie von Baumeistern beschäftigt, berichtete über ihr leidenschaftliches Engagement für historische Bauten und deren Erhaltung.

Plädoyers für einen Jugendbeirat im Gemeinderat

Die Jugend umgarnten mehrere der Redner regelrecht, weil sie halt bei der JM zu Gast waren. Jüngere Kandidaten auf den einzelnen Listen wurden immer wieder erwähnt, offenbar um den Eindruck zu begegnen, die Gemeindepolitik sei nur etwas für ältere Menschen. Nach all den Hinweisen auf verhältnismäßig junge Bewerber sagte Joachim Weber Guskar, der als Vorletzter an der Reihe war, eher süffisant: „Unser Jüngster ist 22 - auch wir können mit dem Alter kokettieren..."

Aber wie soll gute kommunale Jugendarbeit aussehen? „Freie Jugendarbeit? Jugendraum? Sozialpädagogen?“ Mit diesen Schlagworten beschrieb der Grüne Bernd Pfitzner eher eine seiner Ansicht nach verbreitete Unsicherheit. Der Gemeinderat habe in den vergangenen sechs Jahren nicht herausgefunden, was die jungen Menschen wirklich wollen, meinte er. Überraschend sei für viele Gemeinderäte gewesen, dass sich die Jugendfeuerwehr für ein kommunalpolitisches Ausbildungsprojekt „Demokratieführerschein“ die Mobilität mit dem öffentlichen Personennahverkehr und nicht ein spezielles Jugendthema ausgesucht habe.

„Man müsste die Jugendlichen für die Demokratie begeistern, sagte ÖDP-Mann Neuner. Doch es sei „stinkfad“ in den Gemeinderatssitzungen. Er plädierte für soviel Öffentlichkeit wie möglich, um auch die jungen Menschen an demokratische Gepflogenheiten heranzuführen. Mehrere Redner setzten sich sogar für einen Jugendbeirat im Gemeinderat ein. So ein Gremium sollte überparteilich angelegt sein, sagte Weber-Guskar. Für die jungen Menschen müsse es Mitwirkungsmöglichkeiten mit der Möglichkeit von Fragen und Antworten geben, forderte Neuner: „Die Jugendlichen müssen sich selbst ein Gremium geben, mit Stimmrecht im Gemeinderat und einem gewissen eigenen Etat, über den sie selbst entscheiden können.“ Pfitzner hält zudem Ausbildung ehrenamtlicher Jugendleiter für wichtig.

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Auf der Suche nach optimaler Jugendarbeit: Mit einem Plakat, das am Sportlerstüberl hing, fordert der Kreisjugendring junge Leute auf, ihre Wünsche aufzuschreiben - auch in den Schulen © L.G.

Verena von Jordan-Marstrander (Freie Wähler) plädierte für eine Einbeziehung der Jugend ins bestehende System und für eine Sprache in den Gremien, mit der sich auch junge Menschen angesprochen fühlen. Beispielsweise könne man sie bei der bevorstehenden Sanierung der Mittelschule mitreden lassen. Auch für die Einstellung eines Jugendpflegers zeigte sie sich offen, obwohl dies vor Jahren nicht funktioniert habe. Heute, in einer Zeit von „Fridays for Future“, in der die jungen Leute auf die Straße gehen, könne eine solche Person aber vielleicht die Interessen bündeln. Franz Matheis (UWG) ließ dagegen in Hinblick auf einen Sozialpädagogen eher Zurückhaltung erkennen. Er erzählte von eigenen Aktivitäten der Traubinger Jugend, als er in diesem Alter war. Sie habe sich im Buttlerhof selbst einen Raum eingerichtet, mit Bar, Tanzmöglichkeit und „zwei Boxen von Maffay“. Wenn man es selbst mache, funktioniere so etwas oft besser, „als wenn ein Sozialpädagoge in der Ecke sitzt“.

Für die Tutzinger JM gab sich Matheis zuversichtlich, dass es in absehbarer Zeit mit der Rückkehr in ihre alten Räume im Lehrerwohnhaus klappen wird. Auch Stefanie Knittl gab sich überzeugt, dass dies trotz aller geäußerter Bedenken in dem Gebäude aus dem Jahr 1915 möglich sein wird: „Es gibt immer einen Weg - dass es zu teuer wird und nicht geht, das stimmt alles nicht.“ Matheis kündigte für die Jugend auch weitere Angebote an. Einen Beachvolleyballplatz gebe es bereits, darüber hinaus werde an einen Grillplatz und an einen Bouleplatz gedacht. Als möglicher Standort für eine solche Anlage gilt die Brahmspromenade, wie Bürgermeisterin Greinwald am Rande erläuterte.

Bessere Umweltpolitik, Stärkung des Ehrenamts

Außer der Jugendarbeit kamen bei den acht Kurzpräsentationen noch etliche andere Themen zur Sprache. So etwa die Umweltpolitik: „Tutzing muss nachhaltiger werden“, forderte Verena von Jordan-Marstrander, „wir müssen eine noch bessere Umweltpolitik machen und uns selbst noch mehr zurücknehmen.“ Willi Neuner von der ÖDP bekräftigte: „Arten- und Klimaschutz - das gehört alles zusammen.“ Und die jungen Leute hätten die längste Perspektive. Bernd Pfitzner meinte: „Wir Grünen sind die einzigen, die Umweltschutz in konkrete Projekte umsetzen.“

Stefanie von Winning erwähnte auch das Spektrum Kultur, Bildung, und Soziales. Ein so reichhaltiges Kulturleben und so viele Vereine wie in Tutzing gebe es anderswo nicht, sagte sie. Die Gemeinde müsse dabei professionelle Hilfe anbieten. Mit Vereinstagen an den Schulen könne man vielleicht mehr Nachwuchs gewinnen. Die CSU werde sich generell für eine Stärkung des Ehrenamts einsetzen.

Stündliche oder gar halbstündliche Busverbindungen in alle Ortsteile gewünscht

Zu den wichtigen Themen des Abends gehörte auch der Verkehr. Mehrere Sprecher wollen einen besseren öffentlichen Personennahverkehr in alle Tutzinger Ortsteile erreichen. Willi Neuner, der selbst keinen Führerschein hat, hält öffentliche Busverbindungen bis in die Abendstunden im Stundentakt für sinnvoll: „Das ist gut für die Umwelt und für die Verkehrssicherheit, und es entlastet den Straßenverkehr.“ Stefanie von Winning plädierte sogar für einen Halbstundentakt.

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Mehr Busse als früher sieht man heute in Tutzing. Vielen reichen sie aber noch längst nicht aus. © L.G.

Joachim Weber-Guskar setzte sich für Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer ein: „Es geht nicht nur um Radfahrer und Fußgänger, sondern auch um die Autofahrer.“ Ihnen müssten die Gewerbetreibenden Parkplätze anbieten können. Einbahnstraßen sind für Weber-Guskar „die Aufschiebung eines Problems“. Er hält es für wünschenswert, einige von ihnen wieder zu öffnen, um eine Entlastung der Hauptstraße zu erreichen.

Bezahlbares Wohnen - aber wo?

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Verdichtung im Tutzinger Innenraum - gut oder schlecht für Tutzing? Ein Blick auf Gebäude an der Heinrich-Vogl-Straße westlich der Bahngleise © L.G.

Das Dauerbrennerthema Wohnen fehlte ebenfalls nicht. Von allen Seiten gab es Plädoyers für bezahlbares Wohnen. Bernd Pfitzner von den Grünen ließ allerdings Zweifel durchschimmern, ob alle Gemeinderäte wirklich aus eigener Erfahrung den Ernst der teuren Immobilienlage erkennen: „Ich bin einer der Wenigen im Gemeinderat, die hier in Miete wohnen“, sagte er. Früher hätten sich auch Maurer und Poliere eigene Häuschen leisten können, sagte Stefanie Knittl.

Um trotz des Siedlungsdrucks preiswertes, bezahlbares Wohnen auch für junge Leute zu ermöglichen, plädierte Stefanie von Winning für Einheimischenmodelle wie für neue Wohnformen, von Genossenschaftsbau über Mehrgenerationenhäuser bis zu Alten-WGs – und zwar möglichst in der Ortsmitte. Deshalb werde Verdichtung im Innenraum erforderlich sein, mit Gebäudeaufstockungen, Kniestock-Erhöhungen oder Dachausbauten. Mit Neubauten in die Fläche zu gehen, werde dagegen schwierig sein: „Wir leben in einer wunderschönen Gegend, die wir erhalten müssen.“ Stefanie Knittl sah auch Potenziale für bezahlbares Wohnen im Altbestand. „In Tutzing wird viel zu viel weggerissen“, kritisierte sie, „wegen Gewinnmaximierung und aus kapitalistischen Motiven.“ Weber-Guskar wollte das Thema differenzierter sehen: Im Zentrum sei Tutzing schon zu sehr verdichtet. Der Ortskern solle erhalten bleiben, er leide ohnehin unter Themen wie Seehof oder Andechser Hof. Es sei sinnvoller, fürs Bauen neue Gebiete auszuweisen, damit die Menschen am Ort bleiben könnten.

Frische Impulse fürs Tutzinger Geschäftsleben

Auch das Gewerbe kam zur Sprache. Kandidaten aus der lokalen Wirtschaft gibt es bei Kommunalwahlen nicht so oft. In Tutzing tritt der Vorsitzende des Gewerbevereins ATG, Roberto Mestanza, für die Gruppe „Tutzinger Liste“ an. Er versucht seit Monaten mit einem engagierten Team frische Impulse ins Tutzinger Geschäftsleben zu bringen, und diese Aktivitäten brachte er auch bei der JM zur Sprache. „Gewerbesteuer ist für die Gemeinde nötig, und wir brauchen Arbeitsplätze“, sagte Stefanie von Winning. Dem ansässigen Gewerbe müsse es ermöglicht werden, zu bleiben. Die CSU will sich für einen „runden Tisch“ mit den Gewerbetreibenden einsetzen. Wichtig sei es auch aus Verkehrsgründen, Voraussetzungen für Wohnen und Arbeiten an einem Ort zu schaffen.

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Produktion, Einzelhandel, Büros: Neben dem Würmseestadion (unten) pulsiert die lokale Wirtschaft © BG

Spekulationen über die Wahlergebnisse im März

Eine Diskussion gab es nach den Präsentationen nicht. Aber viele Besucher nutzten die Gelegenheit zu Gesprächen in kleinen Kreisen. Da gab es auch die eine oder andere Spekulation über die Wahlergebnisse. Welche Partei, welche Gruppe wird bei der Kommunalwahl im März zulegen können, welche wird Federn lassen müssen? Personelle Veränderungen wird es schon deshalb geben, weil gar nicht mehr alle bisherigen Gemeinderäte kandidieren. So scheiden die beiden ältesten Mitglieder des Gremiums aus: Dr. Toni Aigner (Freie Wähler) und Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing). Die Bürger für Tutzing treten überhaupt nicht mehr an – ihr Mandat ist also neu zu vergeben. Auch Renate Geiger von der SPD und Prof. Dr. Maximilian Levasier von der FDP treten nicht mehr an.

Die aktuelle Sitzverteilung im Tutzinger Gemeinderat

Zurzeit sieht die Sitzverteilung im Tutzinger Gemeinderat (20 Mitglieder plus Bürgermeisterin) so aus:

CSU 7 Mandate
Elisabeth Dörrenberg, Brigitte Grande (parteilos), Dr. Ernst Lindl, Dr. Thomas von Mitschke-Collande, Thomas Parstorfer, Peter Stich, Stefanie von Winning

Freie Wähler 4 Mandate
Dr. Toni Aigner, Stefan Feldhütter, Verena von Jordan-Marstrander, Dr. Heinrich Reiter
Auch Bürgermeisterin Marlene Greinwald gehört den Freien Wählern an, so dass sich die Zahl ihrer Mandate mit ihrer Wahl 2018 auf fünf erhöht hat

Bündnis 90/Grüne 2 Mandate
Christine Nimbach, Bernd Pfitzner

ÖDP 2 Mandate
Martin Pulfer, Georg Schuster
Bei der Kommunalwahl 2014 hatte die ÖDP auch den Bürgermeister - Rudolf Krug - gestellt, so dass sie auf drei Mandate kam.

Bürger für Tutzing 1 Mandat
Wolfgang Marchner

FDP 1 Mandat
Prof. Dr. Maximilian Levasier

SPD 1 Mandat
Renate Geiger

Tutzinger Liste 1 Mandat
Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg

UWG Traubing 1 Mandat
Dr. Franz Matheis

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Comments

Obwohl ich längst Ü50 bin, danke ich der JM für Ihre Veranstaltung sehr!
Trotz ziemlich kurzfristiger Termin-Bekanntgabe, werde ich kommen und interessiert zuhören. Bei der örtlichen CSU beispielsweise blieben trotz der schön aufgemachten Kochfibeln in den Briefkästen die kommunalpolitischen Fragen erst mal diffus.
Die großen kommunalen Schlagworte schreiben sich doch alle auf die Fahnen: bezahlbares Wohnen, Bürgernähe, Ehrenamt, Energiewende, Heimat, Lebensqualität, Verkehrswende, Wohlstand, usw... Nur verstehen sie alle ein wenig etwas Anderes darunter, und so wollen die Parteien/Politiker/innen diese Ziele in den kommenden 6 Jahren auch auf jeweils eigenen Wegen umsetzen. Diese kleinen aber feinen Unterschiede sollte man uns Bürgerinnen & Bürgern vor der Wahl bitte konkret darlegen.
Es sind nicht die großen Dinge die mich als Bürger primär interessieren. Da erzählt uns jede Partei das was sie zum Stimmenfang am geeignetesten hält. Visionen sind ja recht und schön und eine Langfristplanung muss natürlich auch sein. Aber es sind die kleinen Dinge die den Bürgern das Leben im Alltag angenehmer machen. Die 100. Diskussion um den Seehof ist zwar sicher interessant, aber wenn ich irgendwo fast überfahren werde weil es keine Querungshilfe gibt, dann würde ich mir das erst mal erledigt wünschen. Und wenn ich die Brahmspromenade nur durch eine Wasserpfütze betreten kann, dann denke ich mir warum sich keiner um solch kleine Dinge kümmert. Wo sind die Fahrradschutzstreifen ? Längst beschlossen aber nicht verwirklicht.

Ich wünsche mir eine Partei die mit offenen Augen durch Tutzing geht und sich mit vernünftigen Menschenverstand um solche Themen kümmert. Sie beschliesst und dann auch für die Ausführung sorgt.

Und auch das mit dem "Gehen" meine ich wörtlich.


(Bearbeitet)
Nochmals auch meinen Dank an die JM für ihre Wahl-Informations-Veranstaltung. Meines Wissens bislang die einzige parteiübergreifende Veranstaltung im aktuellen Tutzinger Wahlkampf. Das ist wirklich ein tolles Engagement für unsere Demokratie.
Dass es gestern vorrangig um sog. Jugendthemen ging, war gewiss wichtig und auch legitim. Doch für all' die anderen ebenso wichtigen Themen stünde Tutzing noch eine weitere parteiübergreifende Info-Veranstaltung gut zu Gesicht, bevor wir unser Gemeindeparlament für die kommenden 6 Jahre wählen.
Noch wäre genügend Zeit und mit einer etwas früheren Terminveröffentlichung könnten sicher auch mehr interessierte und/oder noch unentschlossene Wähler/innen kommen. Und die Politiker/innen könnten sich ihrerseits gründlicher darauf vorbereiten, uns Wähler/innen ihre Pläne und Vorhaben für die nächsten 6 Jahre zu erklären. (Wenn Kandidaten/innen inkl. Danksagung an die Veranstalter und Vorstellung ihrer Partei und ihrer Person keinen sachlichen Gesprächsstoff für 5 Minuten haben, ist das schon irritierend.)
Tutzing hat zwei Akademien (eine führt die Politik sogar im Namen), dazu haben wir Turnhallen und Schulen mit einer Aula. Da müsste doch noch ein geeigneter Raum zu finden sein.
Apropos LOKALE VERKEHRSWENDE... aktuelle Beobachtung vom gestrigen Abend:
Obwohl ich häufig bewusst aufs Auto verzichte und zu Fuß in den Ort (und zurück wieder bergauf) marschiere um verschiedenste Erledigungen zu machen, kam ich gestern mit dem Auto (von einem Auswärtstermin). Und mit mir ganz offensichtlich die meisten anderen Besucher auch. Die offiziellen Parkplätze, die Seitenstreifen der Straße und die benachbarte Wiese waren jedenfalls nahezu zugeparkt.
Ja ich bin auch für die Verkehrswende ... aber bitte mit Augenmaß. Tutzing hat nun mal eine steile Topografie, die Menschen werden nicht jünger und speziell mein Rücken nicht besser. (Deswegen kann ich Getränke und andere schwere Sachen nicht mehr zu Fuß nach Hause tragen.) Dazu haben wir oft genug kaltes oder regnerisches Wetter und auch im Sommer ist beispielsweise das Fahrrad nicht immer für den Arbeitsweg gut geeignet. Wenn man damit nur 1-2 Steigungen bergauf treten muss - und dabei ins Schwitzen gerät - werden die natürlichen Folgen von den Kollegen im Büro oder den Kunden im Geschäft heutzutage meist nicht mehr toleriert.
Mit diesen und anderen "banalen" Realitäten sollte man sich auch auseinandersetzen, wenn man wirklich nachhaltige Lösungswege anstrebt.
Nicht der Individual-Verkehr ist das Problem, sondern der zu umweltbelastende Verkehr. Wir werden auch zukünftig "Autos" benötigen und gern benutzen; nur gewiss andere Autos mit anderen Technologien. Wer dabei nur auf den lokalen CO2-Ausstoß achtet, springt allerdings erneut zu kurz. Ressourcenverbrauch in fernen Ländern zur Batterieproduktion oder noch ungelöste Recyclingfragen werden derzeit häufig genauso ignorant beiseite geschoben, wie bis vor wenigen Jahren die Abgasproblematik. Hierzu sollten wir mit dem gleichen Druck und Elan nach besseren Lösungen forschen; ganz so wie einst John F. Kennedy die unrealistische Parole vorgab binnen 10 Jahren Menschen auf den Mond zu schicken.
Und wir in Tutzing? Vielleicht sollte man sogar auch mal ein Windrad in Sichtweite oder ein Geothermieprojekt dulden. Beides kann auch viel Dreck und Abgase einsparen.
(Bearbeitet)
BEZAHLBARE WOHNUNGEN allein lösen das Problem noch nicht; speziell für junge Menschen und Familien. Eine ordentliche Portion Empathie und Grundvertrauen in diese jungen Menschen, die sich gerade aufmachen ein eigenes Leben aufzubauen, braucht es auch...
Nach meinem erfolgreich abgeschlossenen Studium und mit dem ersten festen Vollzeit-Job suchte ich mit Mitte-20 in Tutzing eine Wohnung. Dabei lernte ich einige namhafte und alteingesessene Vermieter aus diesem Blickwinkel kennen. Ich, allein als Person wurde von keinem als Mieter akzeptiert. Neben der üblichen Selbstauskunft und Verdienstbescheinigung wurden ganz selbstverständlich zusätzliche Garantien vom Arbeitgeber und eine Bürgschaft von meinen Eltern verlangt. Dazu noch indiskrete Fragen zum Privatleben, wer mich besuchen würde? Frauen? Männer? Habe ich Kinder im Gepäck? Ob ich denn die schöne Wohnung womöglich verwüsten würde? Uvm. Dass ich bereits damals neben dem Auto auch ein Motorrad besaß (beides neben dem Studium selbst verdient) weckte auch nur Ängste bei den Vermietern. Das alles war doch ziemlich herabwürdigend.
(Bearbeitet)
Das, was einige Parteien/Gruppierungen bei der JM-Veranstaltung von sich gegeben haben, war eher peinlich und beschämend.
Ziel sollte ja sein, die Partei/Gruppierung und deren Programm kurz vorzustellen und insbesondere Jugendthemen anzusprechen.
Einige waren offenbar gar nicht gewillt (oder fähig) in der 5 minütigen Redezeit darauf einzugehen bzw. die Jugend zu begeistern.
Mit dieser Vorstellung motiviert man keinen Jugendlichen zur Wahl zu gehen geschweige denn sich für Ortspolitik zu begeistern.
Professionell war einzig und alleine die JM


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