In der ersten Sitzung des neuen Tutzinger Gemeinderats geht es morgen, am Dienstag, 12. Mai (Beginn 19 Uhr) gleich zu Beginn um eine wichtige Frage: Wer wird Vizebürgermeister oder Vizebürgermeisterin? Die bisherige zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg von der CSU steht dafür nicht mehr zur Verfügung, weil sie bei der Kommunalwahl nicht wieder kandidiert hat. Der dritte Bürgermeister Dr. Franz Matheis von der UWG Traubing zeigt wieder Interesse an so einer Stellvertreterposition, wie er auf Anfrage von vorOrt.news gesagt hat. Einen Anspruch erheben auch die Grünen: Sie wollen Bernd Pfitzner für den zweiten Bürgermeister vorschlagen und Flora Weichmann als dritte Bürgermeisterin.
Das Interesse an den stellvertretenden Bürgermeisterpositionen scheint aber noch größer zu sein. Für sie sollen noch weitere Vorschläge eingegangen sein. Die CSU hat eine klare Linie, wie Bürgermeister Ludwig Horn, der auch ihr Ortsvorsitzender ist, gegenüber vorOrt.news erklärt hat: Danach sollten die drei Tutzinger Bürgermeisterposten von drei verschiedenen Parteien besetzt werden. Da Horn selbst als erster Bürgermeister der CSU angehört, würde das bedeuten, dass seine Partei, obwohl sie aus der Wahl gestärkt hervorgegangen ist, für sich keinen der beiden Vizebürgermeisterposten beanspruchen würde und dass auch keine andere Partei beide von ihnen bekommen soll – vorausgesetzt, es gibt wieder zwei Vizebürgermeisterposten. Denn nach der Vereidigung der ehrenamtlichen Gemeinderatsmitglieder steht bei der Sitzung morgen erst einmal die Entscheidung über die Zahl der weiteren Bürgermeister auf der Tagesordnung, bevor es an deren Wahl geht.
Stärkste Fraktion im neuen Tutzinger Gemeinderat ist die CSU, deren Stimmenanteil gegenüber der Wahl 2020 von 31,43 auf 40,1 Prozent gestiegen ist, mit acht Mandaten. Bündnis 90 / Die Grünen, die mit 17,8 (2020: 21,37) Prozent an Stimmenanteil verloren haben, sind mit vier Mandaten die zweitstärkste Fraktion. Auf je zwei Mandate bringen es die Freien Wähler (8,8 Prozent gegenüber 14,53 Prozent 2020) und die UWG Traubing (7,5 Prozent gegenüber damals 7,97 Prozent). Mit je einem Mandat sind die SPD (6,3 Prozent gegenüber 5,33 Prozent 2020), die FDP (7,5 Prozent gegenüber 7,46 Prozent 2020), die ÖDP (5,0 Prozent gegenüber 6,22 Prozent 2020) und die Tutzinger Liste (6,9 Prozent gegenüber 5,68 Prozent 2020) im Gemeinderat vertreten.
Für die Grünen sei ist es selbstverständlich, dass sie sich um die Positionen des stellvertretenden Bürgermeisters oder der stellvertretenden Bürgermeisterin bewerben, teilt der neu in den Gemeinderat gewählte Gerald A. Herrmann im Auftrag des Tutzinger Ortsvorstands mit. Im Jahr 2020 sei die Situation vergleichbar gewesen, doch der Gemeinderat habe den Grünen damals keine Stellvertreterposition zugestanden. Damals wollten die Grünen die Position des dritten Bürgermeisters bereits mit Pfitzner besetzen, doch gewählt wurden Elisabeth Dörrenberg und Dr. Franz Matheis, die die damalige Bürgermeisterin Marlene Greinwald von den Freien Wählern zur Wiederwahl vorgeschlagen hatte. Dörrenberg und Matheis Vizebürgermeister
„Nach 6 Jahren konstruktiver Arbeit mit den anderen Fraktionen und für die Gemeinde Tutzing meinen wir, dass sich die viel beschworene gute Zusammenarbeit auch in der Wahl der Stellvertreter*innen ausdrücken sollte“, erklärt der Vorstand der Grünen jetzt. Beide Nominierten seien erfahrene und fachlich hochkompetente Persönlichkeiten. Bernd Pfitzner sei langjähriger Gemeinderat, ehemaliger Kreisrat und früherer Bürgermeisterkandidat. Er verfüge über ein tiefes Verständnis der Tutzinger Kommunalpolitik. Flora Weichmann vertrete Tutzing als Kreisrätin, sie sei Geschäftsführerin der Kreisgrünen und bringe als Gemeinderätin ebenfalls fundierte politische Erfahrung ein. Außerdem engagiere sie sich vielfältig im Gemeindeleben. „Das Engagement beider Kandidaten für Themen wie Verkehr, sozialverträgliches Bauen und Energie, um nur ein paar Schwerpunkte zu nennen, wird das Bürgermeisteramt insgesamt stärken“, so der Vorstand der Grünen. Da es sich um eine geheime Wahl handele, seien die gewählten Gemeinderatsmitglieder natürlich frei zu entscheiden.
„Es ist uns ein zentrales Anliegen, eine Frau als Bürgermeisterin durchzusetzen“, betont Herrmann. Eine Frau auf einer Vizebürgermeisterposition hält man auch der CSU für wichtig, wie Horn sagt. Und noch einen Wunsch hat die CSU für einen der Stellvertreterposten: Jemand aus dem Ortsteil Traubing soll ihn bekommen.
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