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Gemeinderats-Ende nach drei Jahrzehnten

Ein neuer Anlauf mit der „Basis“ ist der ehemaligen Grünen Christine Nimbach nicht gelungen

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Christine Nimbach will den Tutzinger Gemeinderat kritisch weiter begleiten, auch wenn sie ihm ab Mai dieses Jahres nicht mehr angehört

Nicht gut gelaufen für die „Basis“: Gerade mal 22 Personen haben ihre angekündigte Teilnahme an der Tutzinger Gemeinderatswahl am 8. März mit ihren Unterschriften unterstützt. Viel zu wenig: 120 Unterschriften wären nach dem Gemeinde- und Landkreiswahlgesetz erforderlich gewesen, denn es handelt sich um einen neuen Wahlvorschlag. Keine Basis, keine AfD

Damit ist auch für Christine Nimbach die Zeit als Tutzinger Gemeinderätin im Mai, wenn das neu gewählte Gremium seine Arbeit aufnimmt, vorerst vorbei. Drei Jahrzehnte lang hat sie dem Kommunalgremium angehört. 18 Jahre lang hat sie die Grünen im Gemeinderat völlig allein vertreten, und sie meint, sie habe viel erreicht. Aber später bekam sie mit den selben Grünen dicke Probleme wegen unterschiedlicher Auffassungen in Umweltschutz- und Energiefragen, besonders aber wegen ihrer kritischen Haltung zu Maßnahmen in der Corona-Pandemie und einer von ihr unterstützten Protestaktion mit Kinderschuhen und Plüschtieren, die neben dem Tutzinger Vetterlhaus ausgelegt worden waren, denn leere Kinderschuhe gelten als grauenvolles Symbol für die Ermordung vieler Kinder durch die Nationalsozialisten. Die Trennung war schließlich wie eine logische Konsequenz.

Später gründete Nimbach eine Ortsgruppe der aus der Querdenker-Bewegung hervorgegangenen Partei „Die Basis“, wollte mir ihr in den Gemeinderat, scheiterte aber nun an mangelnder Unterstützung. Eigentlich habe sie viele positive Rückmeldungen erhalten, sagt sie. In Gesprächen, beispielsweise auf dem Tutzinger Wochenmarkt, habe sie von etlichen Leuten Zustimmung gespürt, die auch ihre Unterschriften für die Basis angekündigt hätten.

Dass das dann doch nur so wenige Personen gemacht haben, scheint sie selbst zu wundern: „Ich dachte, dass wir die Unterschriften locker zusammenbekommen.“ Sie habe wohl zu wenig darauf geachtet, sich und die Ziele der Basis bekannt zu machen, sagt sie: „Vielleicht hätte ich mehr Werbung für mich machen müssen.“

„In fünf Jahren werden wir es vielleicht besser machen“, meint Nimbach. Dann ist die Vorbereitungszeit auf die nächste Kommunalwahl 2032. „Da wird viel passieren in Bayern und in Deutschland“, prognostiziert sie. Dass sie 2032 wieder kandidiert, könne sie sich jedenfalls vorstellen. Bis dahin werde sie den Gemeinderat und den Kreistag „kritisch begleiten“, Ortsversammlungen organisieren und Möglichkeiten wie die Bürgerfragerunden vor den Sitzungen nutzen.

Mit der AfD, die nicht bei der Tutzinger Gemeinderatswahl antritt, sieht Nimbach heute mehr Gemeinsamkeiten als mit den Grünen. Ein gemeinsamer Wahlvorschlag von AfD und Basis für die Tutzinger Gemeinderatswahl scheint bisher kein Thema gewesen zu sein. Nimbach hat aber im Kreistag bereits dem AfD-Mann Ingo Hahn die Stange gehalten, als er von einem Grünen in Abwesenheit als Faschist bezeichnet wurde.

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