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"Hama's g'schafft"

Tutzinger Entwicklungskonzept ISEK ist offiziell erstellt - Einstimmiger Satzungsbeschluss im Gemeinderat

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Der Tutzinger Gemeinderat am Dienstag mit voll besetzten Besucherplätzen. Es gab Beschlüsse zu zwei Top-Themen: Satzungsbeschluss zum ISEK und die Umbenennung der Elly-Ney-Straße aufgrund aufgrund eines Antrags des Tutzinger Jugendbeirats

In der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, die mit knapp 30 Zuhörern gut besucht war, fand die Erstellung des Tutzinger ISEK (Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept) sein offizielles Ende. Der Gemeinderat fasste in öffentlicher Beratung einstimmig den Satzungsbeschluss. Der Beschlussfassung ging die Besprechung des rund 60-seitigen Dokuments zuvor.

Der Tutzinger ISEK Prozess fußt auf dem Antrag von Gemeinderat Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste) vom 6. Mai 2020. Nach über dreijährigem Ringen fand der Wille zum Erstellen des ISEK schließlich die Mehrheit im Gemeinderat. Mit dem Prozess der Erstellung des ISEK konnte dank des Gemeinderatsbeschlusses Ende 2023 begonnen werden. Es folgte der intensive ISEK-Erstellungsprozess, der auf den Tag genau fünf Jahre nach Antragstellung am 6. Mai 2025 im Gemeinderat gebilligt wurde. Nach dieser Billigung gab es eine öffentliche Auslegung. Bis zum Stichtag am 14. August 2025 konnten alle Bürgerinnen und Bürger noch ihre Stellungnahmen einreichen. In der Sitzung am Dienstag waren die letzten Abwägungen aus diesen eingegangenen Stellungnahmen, die zuvor im Arbeitskreis zum ISEK im Gemeinderat bearbeitet worden waren, dem Gesamtgemeindrat zu präsentieren.

Bürgermeister Ludwig Horn übergab eingangs gleich der Planerin Martina Schneider, der Inhaberin des beauftragten Münchner Büros "Stadt Raum Planung", das Eröffnungswort. Sie erinnerte an den langen und intensiven Erstellungsprozess, der an diesem Abend zum Ende kam. Viel Mühe und Gedanken, digitale und analoge Beteiligung der Öffentlichkeit seien in die Arbeit eingeflossen, da es schließlich um die Zukunft gehe. Es gab eine Reihe von Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit.

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Anregungen, redaktionelle Klarstellungen, Vorschläge zur Anpassung

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Mehrjährige Diskussionen: Eine der "Bürgerwerkstätten" zu ISEK im Sitzungssaal des Tutzinger Rathauses

Dinah Mirbeth, ebenfalls vom Büro Stadt-Raum-Planung, übernahm es, die erarbeiteten Abwägungsvorschläge zu erläutern – es folgten 60 Seiten. Zu den Trägern öffentlicher Belange, die sich geäußert hatten, gehörten der Abwasserverband, die Untere Naturschutzbehörde, die Freiwillige Feuerwehr und die Polzeiinspektion Starnberg, das Landesamt für Denkmalpflege, die Deutsche Bahn AG, die Gemeinde Feldafing, das Landratsamt Starnberg oder die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung. Sie alle hatten sich gemeldet mit Anregungen, redaktionellen Klarstellungen und Vorschlägen zur Anpassung. Das wurde abgewogen, die entsprechenden Formulierungen wurden entweder korrigiert, ergänzt, erweitert oder unverändert belassen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Ratsmitglied Bernd Pfitzner, dankte Martina Schneider für den Prozess, übte aber Kritik, dass der Wille der Bürgerschaft nicht umgesetzt worden sei und die Maßnahmen als vollendete Tatsachen dargestellt seien. Die Menschen seien nicht mitgenommen worden. (siehe hierzu auch intensive Debatte zum ISEK auf vorOrt.news Intensive Debatte über ISEK ).

Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) entgegnete, Pfitzner möge aufhören, „den Bürgerwillen“ für sich zu beanspruchen. Zum Thema Tempo 30 auf der Hauptstraße zitierte er eine aktuelle Umfrage, nach der nur etwa 30 Prozent langsamer fahren wollten. Pfitzner plädiere aber immer vom „dem Bürgerwillen“ für Tempolimit 30 an der Hauptstraße.

Martina Schneider sah sich wegen der Kritik der Grünen zu einer Klarstellung veranlasst: Förderfähig seien Ziele, aus ihnen seien die Maßnahmen abgeleitet worden, sagte sie. Die Ziele seien intensiv besprochen worden. Die Maßnahmen würden sich im Zeitablauf verändern. Abhängig von personeller Kapazität und Haushaltsmitteln seien sie jedes Jahr erneut zu evaluieren.

Die dargestellten Visionen sind zunnächst "städtebauliche Visionen"

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Zahlreiche Ideen: Viele Anregungen sind im Zuge der ISEK-Beratungen bei Veranstaltungen, online und schriftlich gemacht worden © Fotos: L.G., L.V.

Gemeinderat Dr. Joachim Weber Guskar (FDP) teilte diese Kritik nicht. Im Gegenteil sei das ISEK “eine Erleuchtung in vielen Dingen” für ihn gewesen. Er sei überrascht, dass dies von einer Fraktion aus dem Gemeinderat so hinterfragt werde. Das ISEK sei eine Idee, eine Art Muster, aber es sei bei weitem nicht alles festgelegt. Er habe an dieser Stelle keine Sorge. Gemeinsam sei das nun zu betrachten und bei den Maßnahmen gelte es, gemeinsame Lösungen zu finden.

Dinah Mirbeth bekräftigte, dass die dargestellten Visionen städtebauliche Visionen darstellten, also eine Vorstellung oder Planungsabsicht für die zukünftige Entwicklung einzelner Gebiete wie der Uferpromenade, des geplanten Platesz an der Einmündung der Marienstraße, der im Konzept "Vetterlhausplatz" genannt wird, des Bahnhofs, des Rathaus-Umfelds, des Thomaplatzes und des Sport- und Freizeitparks Süd. Die konkrete Umsetzung würde erst im Rahmen weiterführender, detaillierter Planungen erfolgen.

Nach zweieinhalbstündiger Beratung beschloss der Gemeinderat einstimmig unter Einbeziehung der gefassten Beschlüsse - zu den Abwägungen - den Entwurf der Sanierungssatzung einschließlich Sanierungsgebiet in der Fassung vom 16. September 2025 auf der Grundlage des ISEK mit Vorbereitender Untersuchung als Satzung. „Hama’s g’schafft“, resümierte Bürgermeister Ludwig Horn. Das fertige Tutzinger ISEK wird auf der Homepage der Gemeinde eingestellt.

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Der Vorstand des Bürgervereins Tutzinger Liste äußert sich in einer Pressemitteilung öffentlich zum Abschluss der Erstellung des ISEK:„Dank des ISEK hat Tutzing jetzt die Chance, die Ortsentwicklung auf einer soliden Grundlage anzupacken und dank klarer Leitziele Schritt für Schritt umzusetzen. Die prekäre Haushaltslage erfordert ein straff zielgerichtetes arbeiten und handeln nach überparteilich gesetzten Prioritäten. Wir danken allen Beteiligten, die diesen Prozess ermöglicht und aktiv mitgewirkt haben. (Uli Dillmann, Lucie Vorlíčková, Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg, Gerd Bittl-Fröhlich - nicht im Bild Markus Guggemos)
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Kommentare

G'schafft?

Ja, eine schöne, erfreuliche Zwischenetappe ist erreicht.
Soweit ... bravo!
Aber mit konkreten Planungen und deren Umsetzung geht's doch nun erst so richtig los!

Unsere Hauptstraßensanierung war auch nicht mit dem Grundsatzbeschluss oder dem 1. Spatenstich geschafft.
Einen Dank der Tutzinger Liste, die den ISEK Prozess mit Ihrem Antrag im Jahr 2020 angestoßen haben. Wir haben nun eine wirklich gute Grundlage für die weitere Arbeit in Gemeinderat und Verwaltung. Ein großes Kompliment auch hier noch mal an Frau Schneider und Frau Mirbeth, die diesen aufwendigen Prozess, die vielen Informationen und nicht zuletzt die ganzen Veranstaltungen ganz hervorragend durchgeführt haben. Es war auch zu erkennen, dass die Mitarbeitenden des Rathauses sehr motiviert und engagiert das ganze Verfahren begleitet haben. Ohne deren Mitwirken hätten wir nicht so ein großartiges Ergebnis und so eine tolle Studie bekommen. Entscheidend für ein umfassendes Bild der Gemeinde und das Einfließen der Wünsche der Bevölkerung war die herausragende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den öffentlichen Veranstaltungen sowie die schriftliche Einreichung der Vorschläge. Aufgrund zeitlicher Rahmenbedingungen sollte die erste Behandlung des Satzungsentwurfes im Gemeinderat noch vor der Sommerpause stattfinden. Bei der in der Gemeinderatssitzung dann vorgelegten ISEK-Dokumente tauchte dann insbesondere auf einmal eine Maßnahmenliste auf, in der sich einige Gruppierungen sowie Bürgerinnen und Bürgern nicht vertreten fühlten. Insbesondere die Frage der Verbindlichkeit für die Umsetzung sowie die Terminierung dieser Maßnahmen löste Unbehagen aus. Um diese Stimmen Gewicht zu geben haben wir GRÜNE noch mal eine öffentlich Veranstaltung durchgeführt (Die Grünen laden zur ISEK-Diskussion ein und dort die Ziele und den Maßnahmenkatalog mit den Anwesenden (ein nicht unerheblicher Anteil waren Nicht-Mitglieder) zu diskutieren. Wir haben die dort Anwesenden aufgefordert, die letzte Form der im Prozess vorgesehenen Bürgerbeteiligung zu nutzen: und noch eine Einwendung im Rahmen der offiziellen Auslegungsfrist zu machen. Aus Erkenntnissen dieser Veranstaltung gingen noch Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern sowie einzelnen Gruppierungen ein, die vom Gemeinderat in dieser Sitzung abgewogen worden sind und zum Teil auch noch in die offiziellen ISEK-Dokumente mit aufgenommen worden sind. Im Rahmen der GRÜNEN Veranstaltung hat sich auch noch der Ortsverband der GRÜNEN (nicht wie wo oben geäußert die Gemeinderatsfraktion) entschlossen, eine eigene Einwendung einzureichen (Intensive Debatte über ISEK Zum Abschluss des ISEK-Prozesses freue ich mich darüber, dass an dem ganzen ISEK Verfahren so viele Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung und ihre Wünsche von Anfang bis Ende eingebracht haben und diese auch in das Entwicklungskonzept für Tutzing eingeflossen sind.