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Bebauung von Tutzing unter der Lupe

Gemeinderat will in Klausur grundsätzliche Fragen klären - Diskussionen über Benediktenweg

Die Größe der Bebauung in Tutzing wird demnächst Thema einer Gemeinderatsklausur sein. Wie kritisch die Entwicklung gesehen wird, zeigte sich am Dienstag am Beispiel des Gebiets zwischen Benediktenweg und Mozartstraße. Die dort mit einer Bebauungsplan-Änderung vorgesehenen möglichen Baugrößen sah mancher in der Sitzung geradezu als Einstieg in eine neue Bebauung von Tutzing. Um nicht vorschnell ein Signal zu setzen, wurde das Thema vertagt. Zunächst wollen sich die Gemeinderäte in einer Klausur, wahrscheinlich im Herbst, über die Wünsche für das Tutzing von morgen klar werden. Angesichts des anhaltenden Siedlungsdrucks wird es dabei um die generelle Alternative Nachverdichtung innerorts oder Ausweitung in der Fläche gehen. Die Frage für die bevorstehende Klausur formulierte Bürgermeisterin Marlene Greinwald kurz und bündig so: „Wo wollen wir hin?“

Für das Areal zwischen Benediktenweg und Mozartstraße sieht die Bebauungsplan-Änderung eine mögliche Geschossflächenzahl bis 0,28 vor, außerdem fließende Baugrenzen und Gebäude mit zwei Vollgeschossen sowie 6,30 Meter Wandhöhe. In diesen Kennzahlen sah Dr. Ernst Lindl (CSU) eine „Veränderung grundsätzlicher Art“. Tatsächlich bestätigte der Planer Dietmar Hörner: „Der Plan verabschiedet sich zum Teil davon, was man aus anderen Bebauungsplänen kennt.“ Insofern befinde sich Tutzing „an einer Wegscheide“.

Aus der Geschossflächenzahl GFZ ergibt sich die zulässige Größe der Wohnfläche auf einem Grundstück. Eine GFZ von 0,5 erlaubt beispielsweise eine Wohnfläche von höchstens der Hälfte der Grundstücksfläche. Umfasst ein Grundstück 600 Quadratmeter und ist eine GFZ von 0,5 festgesetzt, dann sind maximal 300 Quadratmeter Wohnfläche zulässig.

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Aufhänger für die Diskussion: Bebauung am Benediktenweg © L.G.

Die Geschossflächenzahl von 0,28 sorgte im Ausschuss für einige Verwunderung. „In der Traubinger Straße muss es definitiv größer als 0,28 sein“, sagte Stefanie Knittl (SPD), „da ist ja alles aneinandergepfercht.“ Dies blieb unkommentiert, die Geschossflächenzahl für den von ihr erwähnten Bereich wurde in der Sitzung nicht konkretisiert. Sogar bis auf 0,4 könne man die GFZ zwischen Benediktenweg und Mozartstraße erhöhen, sagte Hörner. Die bisher dort befindlichen Häuser gelten schon bisher als nicht klein, doch Erweiterungen und auch Neubauten hält der Planer für möglich, weil es sich um sehr große Grundstücke handele: „Nachverdichtung muss nicht heißen: nach oben - man kann auch in die Fläche gehen.“ Für weitere Bauvorhaben liegen verschiedene Wünsche mehrerer Bauwerber vor, wie ein Vertreter des Bauamts mitteilte.

Christine Nimbach (Grüne) sagte: „Ich kann eine Bebauungsplan-Änderung nicht nach den Wünschen der Bauwerber machen.“ Hier gehe es nicht um Pläne der öffentlichen Hand, sondern um Privatleute: „Das muss man anders betrachten.“ Bürgermeisterin Greinwald widersprach „vehement“: Bebauungspläne würden nicht nach den Wünschen der Bauwerber gestaltet. Was jetzt geplant sei, das sei eine Reaktion auf Probleme in den bisherigen Bebauungsplänen. Und es sei nicht „in Stein gemeißelt“, sondern eine Diskussionsgrundlage.

Thomas Parstorfer (CSU) begrüßte die geplante Diskussion über die generelle Bau-Ausrichtung in Tutzing, mahnte aber, dies möglichst schnell zu erledigen und es nicht auf die lange Bank zu schieben: „Die Leute wollen ja irgendwann bauen.“

Bereits jetzt steht fest, dass in dem Gebiet zwischen Benediktenweg und Mozartstraße ein breiter Grünstreifen erhalten bleiben soll, auch wenn offenbar schon diverse Bäume dort verschwunden sind. Es handelt sich um ein reines Wohngebiet.

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