Von vorOrt.news

Nicht alle wollen wieder kandidieren

Im Gemeinderat zeichnen sich Veränderungen ab - Bemühungen um neue Bewerber

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Noch alles ziemlich ruhig: Das Tutzinger Rathaus aus der Vogelperspektive © BG

Das Ende der Sommerferien markiert auch den Beginn der Vorbereitungen für die Wahl des neuen Tutzinger Gemeinderats im März nächsten Jahres. Hinter den Kulissen wird schon intensiv über die Personalfragen diskutiert. Dabei kristallisieren sich absehbare Veränderungen heraus. Offenbar will der oder die eine oder andere der derzeitigen Gemeinderäte im nächsten Jahr nicht wieder kandidieren. Dafür stehen bereits einige neue Bewerber in den Startlöchern. Bei einigen der Parteien und Gruppen gibt es auch Bemühungen, neue Kandidaten für die Wahl zu gewinnen.

Das alles läuft aber derzeit noch im Hintergrund. Offiziell ist von den neun im Tutzinger Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppen bisher noch recht wenig über ihre Pläne bekannt. So sieht es auch Bürgermeisterin Marlene Greinwald. "Es ist noch alles ziemlich ruhig“, sagte sie gegenüber vorOrt.news. In anderen Orten ist das nach ihren Beobachtungen zum Teil schon anders. Dabei spiele vielleicht eine Rolle, dass in Tutzing diesmal kein Bürgermeister zu wählen ist.

Die seit Februar 2018 amtierende Tutzinger Rathauschefin, die den Freien Wählern angehört, ist für sechs Jahre gewählt worden, also bis 2024. Ob es dann bei den unterschiedlichen Wahlrhythmen von Bürgermeister und Gemeinderat bleibt oder die beiden Amtsperioden wieder zusammengeführt werden, ist bisher offen.

Veränderungen der Sitzverteilung sind wahrscheinlich

Im März 2020 geht es erst einmal um den nächsten Gemeinderat für die Amtsperiode 2020-2026. Zu wählen sind 20 Mitglieder. Zurzeit sind die Mandate so verteilt: CSU 7 Sitze, Freie Wähler 4 Sitze plus Bürgermeisterin Greinwald (die nicht zur Wahl steht), Grüne 2 Sitze, ÖDP 2 Sitze, Bürger für Tutzing, FDP, SPD, Tutzinger Liste und UWG Traubing je 1 Sitz. Angesichts der politischen Stimmung, die beispielsweise bei den jüngsten Landtagswahlen zum Teil deutliche Verschiebungen ergeben hat, könnte es auch in Tutzing Veränderungen geben. Es dürfte also spannnend werden.

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Anmerkung: Die Zahl der Mandate bei den Freien Wählern hat sich durch die Wahl von Marlene Greinwald zur Bürgermeisterin von vier auf fünf erhöht. Auf den dadurch frei gewordenen Sitz im Gemeinderat ist im März 2018 Verena von Jordan-Marstrander nachgerückt. Eine weitere Änderung gab es in der laufenden Amtsperiode (2014-2020) bei der FDP: Für den im Oktober 2017 verstorbenen Dr. Hellmut Kirchner kam im Dezember 2017 Prof. Maximilian Levasier in den Gemeinderat.

Manche der bisherigen Gemeinderäte wirken noch unentschlossen

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Hier geht's nicht zum Gemeinderat: Der Rathauseingang ist schon vor langer Zeit verlegt worden © L.G.

Die ruhige Zeit müsste nun eigentlich zu Ende sein. Ein halbes Jahr vergeht schnell, die Kandidaten werden sich in Position bringen müssen. Gerade neue Bewerber müssen für eine gewisse Bekanntheit sorgen, wenn sie bei der Wahl Chancen haben wollen. Gleichzeitig wirken einige der älteren, zum Teil langjährigen Gemeinderäte noch unentschlossen, ob sie nochmals antreten sollen. Im Mittelpunkt der Gemeinde zu stehen und an wichtigen lokalen Entwicklungen beteiligt zu sein, ist für die Kommunalpolitiker zweifellos eine wichtige und ehrenvolle Aufgabe. Aber manche gerade der 2014 oder in den Jahren seitdem neu in das Gremium gekommenen Gemeinderäte mussten wohl auch akzeptieren, dass so eine Tätigkeit oft anders verläuft, als sie es sich vorgestellt hatten und dass keineswegs alle Ideen, mit denen sie vielleicht begeistert begonnen hatten, so leicht durchsetzbar sind. Nicht zu unterschätzen ist auch der mit solchen Mandaten verbundene Aufwand, dem viel Freizeit zum Opfer fällt. Die Zahl der Gemeinderats- und Ausschusssitzungen ist groß, hinzu kommen zahlreiche weitere Treffen, von Fraktionsbesprechungen über Klausuren bis zu nicht-öffentlichen Sitzungen, von denen die Bevölkerung kaum etwas mitbekommt. Manche Gemeinderäte werden sich wohl fragen, ob sie das alles noch einmal für weitere sechs Jahre auf sich nehmen wollen.

Der Tutzinger Gemeinderat 2019

Marlene Greinwald (Freie Wähler), Erste Bürgermeisterin, geboren 1961
Dr. Toni Aigner (Freie Wähler), geboren 1937
Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste), geboren 1956
Elisabeth Dörrenberg (CSU), 2. Bürgermeisterin, geboren 1952
Stefan Feldhütter (Freie Wähler), geboren 1960
Renate Geiger (SPD), geboren 1947
Brigitte Grande (CSU-Fraktion, parteilos), geboren 1960
Prof. Dr. Maximilian Levasier (FDP), geboren 1977
Dr. Ernst Lindl (CSU), geboren 1961
Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing), geboren 1938
Dr. Franz Matheis (UWG Traubing), 3. Bürgermeister, geboren 1965
Christine Nimbach (Bündnis90/Die Grünen), geboren 1956
Thomas Parstorfer (CSU), geboren 1962
Bernd Pfitzner (Bündnis90/Die Grünen), geboren 1968
Martin Pulfer (ÖDP), geboren 1992
Dr. Heinrich Reiter (Freie Wähler), geboren 1946
Georg Schuster (ÖDP), geboren 1966
Peter Stich (CSU), geboren 1947
Verena von Jordan-Marstrander (Freie Wähler), geboren 1969
Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU), geboren 1950
Stefanie von Winning (CSU), geboren 1962

Quelle Titelbild: L.G.
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