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Bebauungsplan für ein Seehof-Hotel

Entwurf für vier Gebäude abgerückt von der Schlossstraße findet breite Zustimmung

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Der Blick etwa vom Kurhaus aus: So könnte es am Seehof eines Tages aussehen © Prof. Florian Burgstaller

Regelrecht begeistert waren gestern Abend die meisten Tutzinger Gemeinderäte von einem Entwurf des Stadtplaners Prof. Florian Burgstaller zum Seehof-Gelände. Danach könnten auf dem ufernahen Grundstück vier Gebäude längs der Bebauung an der benachbarten Marienstraße entstehen. Nach Burgstallers Worten könnten sie Platz für etwa 70 Hotelzimmer bieten. Die gesamte Geschossfläche würde danach rund 4800 Quadratmeter erreichen - deutlich weniger als die baurechtlich möglichen bis zu 5700 Quadratmeter Geschossfläche. Als einer der wesentlichen Vorteile dieser Vorgehensweise gilt eine frei bleibende Blickachse von der Hauptstraße zum See. Dagegen würde ein Bau wie der frühere Seehof den Blick zum See versperren und von der Hauptstraße aus, wie oft befürchtet wird, wie ein Riegel wirken.

Bei Realisierung des neuen Entwurfs könnte die Schlossstraße geradezu zum Schlossboulevard werden, schwärmte Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU). Er war wie praktisch alle anderen Gemeinderäte quer durch die Parteien und Gruppen angetan von dem Entwurf, goss aber auch als erster Wasser in den Wein: Unter Einbeziehung des hohen Grundstückspreises würde sich das Gesamtinvestment für so eine Hotelanlage auf etwa 35 Millionen Euro summieren, rechnete er vor. "Das ist der einzige Knackpunkt", fügte er hinzu: "Wir brauchen jemand, der es macht."

Der Platz verdient es - ich bin da Optimist. Marlene Greinwald
So könnte die Schlossstraße geradezu zum Schlossboulevard werden Dr. Thomas von Mitschke-Collande
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Der Blick vom Biersteg aus: Auch die Kirche wäre noch zu sehen © Prof. Florian Burgstaller

Ähnlich äußerten sich mehrere andere Gemeinderäte. Dabei klangen deutliche Zweifel an der Realisierbarkeit durch. „Vielleicht stehen wir in einem Jahr wieder da, wo wir vor einem halben oder dreiviertel Jahr schon waren“, sagte Dr. Ernst Lindl (CSU).

In der letzten Gemeinderatssitzung vor den Sommerferien 2018 hatten CSU-Vertreter dafür plädiert, auf die Hotelnutzung zu verzichten. Nur auf diese Weise, so argumentierten sie, könne eine kleinere Bebauung - nämlich mit Wohnungen - erreicht und damit auch ein öffentlicher Zugang des seenahen Grundstücksteils mit der Mariensäule erreicht werden.

Damals war von einer erheblich kleineren Geschossfläche die Rede - mit einer Reduzierung bis auf 2300 Quadratmeter. Im Herbst entschloss sich der Gemeinderat dann aber - einstimmig – zu einer Veränderungssperre und der Maßgabe, dass auf dem Seehof-Grundstück ausschließlich ein Hotel gebaut werden darf.

Einstimmig war trotz der vorgebrachten Bedenken auch der Beschluss gestern Abend: Der von Stadtplaner Burgstaller vorgestellte Entwurf soll nun Grundlage für den Bebauungsplan sein. "Der Platz verdient es", freute sich Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) nach der Abstimmung: "Ich bin da Optimist."

Ist das jetzt eine wichtige Frage dazu? Bürgermeisterin Marlene Greinwald zu Gemeinderat Wolfgang Marchner, als dieser sich in Sachen Seehof meldete
Meine Fragen sind immer wichtig Antwort von Wolfgang Marchner
Quelle Titelbild: Prof. Florian Burgstaller
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Kommentare

Bei diesem Bauvorhaben muß der Bareislgraben
als natürlich fliessender und mündender Bach dargestellt werden! Ist das in der Planung enthalten?
Klaus Hirsch Bund Naturschutz Tutzing
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