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Grund für Einheimischenmodell gesucht

Gemeinde würde so ein Projekt gern bald realisieren - aber Flächen sind schwer zu finden

Die Gemeinde Tutzing würde gern schnellstmöglich ein Einheimischenmodell realisieren. Das hat ein Rathaus-Vertreter bei einer Versammlung des Haus-, Wohnungs- und Grundbesitzervereins Tutzing und Umgebung gesagt. Es sei jedoch schwierig, an Grundstücke zu kommen. Der Bedarf an günstigem Wohnraum gilt als groß, so gerade bei jungen Menschen, die daheim ausziehen oder ihre Ausbildung beendet haben, aber auch bei gut situierten Familien, die sich trotzdem die hohen Immobilienpreise nicht leisten können.

In Tutzing gab es schon mehrere Einheimischenmodelle, so am Kallerbach, am Schorn, am Riedwinkel und in Traubing am Kirchlehel. Sie alle sind aber bereits vor längerer Zeit errichtet worden. Mit ihnen sind ihre Bewohner älter geworden. Diese Entwicklung verdeutlicht das Vorhaben der Gemeinde, Kinderspielplätze neben zwei der Einheimischenmodelle - am Kirchlehel und am Schorn - aufzulösen. Zwei Spielplätze sollen aufgelöst werden

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Eines der Tutzinger Einheimischenmodelle am Kallerbach © L.G.
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Auch eine Kombination von "SoBoN" und Einheimischenmodell gilt als denkbar

Für den Bau eines oder mehrerer weiterer Einheimischenmodelle gibt es in der Gemeinde schon seit einigen Jahren Überlegungen. Schon vor Jahren hat die Gemeinde eine Fragebogenaktion gestartet, um den Bedarf an solchen Modellen zu ermitteln. Wo in Tutzing ein oder sogar mehr Einheimischenmodelle entstehen könnten, ist aber bisher offen geblieben. Als eine denkbare Möglichkeit gelten Ortsabrundungen, doch stoßen solche Vorhaben oft schnell an die Baubegrenzungen durch Landschaftsschutzgebiete.

Einen Weg für günstigen Wohnraum versucht die Gemeinde seit einiger Zeit auch mit dem so genannten "Tutzinger Modell" einer "sozialgerechten Bodennutzung" (SoBoN) zu eröffnen. Wenn Bauwerbern neues Baurecht genehmigt wird, sollen sie dabei im Gegenzug einen Teil ihrer Immobilien zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen. Für denkbar gehalten wird in so einem Fall auch, dass bestimmte Teile der betreffenden Flächen für Einheimischenmodelle genutzt werden, so beispielsweise bei Familien aus der Landwirtschaft, die für ihre Kinder Wohnraum schaffen möchten.

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Das Tutzinger Einheimischenmodell am Schorn © L.G.

"Übervoll mit Bauanträgen"

Nach den Worten des Gemeinde-Mitarbeiters ist die Gemeinde Tutzing zurzeit „übervoll mit Bauanträgen“. Beispielhaft für größere aktuelle Maßnahmen erwähnte er einige im Entstehen befindliche Bauprojekte: fünf Gebäude mit 70 Wohnungen des Zweckverbands Wohnen am Kallerbach, zwei Mehrfamilienhäuser mit 23 Wohnungen am Beringerweg sowie das Aparthotel und ein Geschäftshaus am Eck Bräuhausstraß/Bahnhofstraße, auf dem ehemaligen Roche-Areal.

Schon lange erwartet werden auch wichtige Baumaßnahmen im Ortsteil Traubing, nämlich in Zusammenhang mit der Dorferneuerung, die schon seit neun Jahren vorbereitet wird. Im nächsten Jahr werden nun endlich die ersten Arbeiten erwartet. Im Vordergrund steht dabei eine Brückensanierung in der Weilheimer Straße, beim Kriegerdenkmal.

Grund- und Mittelschule wird bei der Sanierung ausgelagert

Eines der wichtigsten Projekte in Tutzing in nächster Zeit wird die Sanierung der Grund- und Mittelschule sein. Der Rathaus-Vertreter wies nochmals darauf hin, dass die Schüler in der Bauphase ausgelagert werden müssen. Wahrscheinlich werde man mit Containerlösungen arbeiten müssen.

"Die Wasserwerte sind top"

Bei der Wasserversorgung gehe es jetzt nach längerem Stillstand an der Pfaffenbergrinne weiter, sagte der Gemeinde-Mitarbeiter. Und in Kerschlach werde der lange stillgelegte Flachbrunnen wieder in Betrieb gehen. „Die Wasserwerte sind top“, versicherte er.

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Quelle Titelbild: L.G.
ID: 1273
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