
Ulrike Wilhelm ist gestorben. Die frühere evangelische Pfarrerin von Tutzing und Bernried war 2018 nach zwölfjähriger Tätigkeit in dieser Gemeinde nach Garmisch-Partenkirchen gewechselt. Damals war sie 57 Jahre alt. Nach einem Unfall im April vergangenen Jahres war bei ihr eine schwere Krankheit diagnostiziert worden.
Nach Tätigkeiten in Franken, München und Icking sowie als Rundfunkpredigerin hatte Ulrike Wilhelm 2006 unter ihrem früheren Namen Ulrike Aldebert in Tutzing angefangen. Das zentrale Projekt in Tutzing war für sie die Sanierung der Christuskirche, die sich von 2010 bis 2015 hinzog. Sie hat sich engagiert mit diesem Vorhaben befasst und erfolgreich für einen höheren Beitrag der Landeskirche gesorgt, als zunächst geplant war. Geholfen haben auch Spenden und eine Erbschaft.
Auch für die Gründung eines evangelischen Gemeindevereins in Tutzing hat sich Ulrike Wilhelm erfolgreich eingesetzt. Mit dessen finanzieller Hilfe gelang es 2008, einen Jugenddiakon mit einer halben Stelle für die Kirchengemeinde zu finanzieren. Daraus ist ein umfangreiches Programm der evangelischen Jugend geworden. Zu ihren maßgeblichen Aktivitäten gehörte auch ein Solidaritätsprojekt zwischen Nord- und Südbayern im Engagement gegen Rechtsextremismus, das als Modellprojekt gilt.
Während ihrer Tutzinger Zeit ließen sich Ulrike Wilhelm und ihr erster Mann scheiden, anschließend heiratete sie den pensionierten Lehrer Karl Wilhelm. Der Tutzinger Kirchenvorstand sprach sich einstimmig für ihren Verbleib in Tutzing aus. Später erfüllte sie sich mit ihrem Wechsel nach Garmisch einen sehr persönlichen Wunsch. Sie liebte die Berge und kletterte leidenschaftlich gern. In Garmisch-Partenkirchen war sie unter anderem für Berggottesdienste zuständig. Die sportliche Theologin, die durch den Starnberger See geschwommen ist, den Münchner Marathonlauf absolvierte hat und Mountainbiken liebte, spielte auch in ihrer eigenen Band „Makaruli“ Gitarre, sang und komponierte. Zu Garmisch gab es noch einen weiteren persönlichen Bezug: Ihr Großvater hat in den 1920er Jahren als Arbeiter an der Zahnradbahn auf die Zugspitze mitgebaut und in Garmisch seine Frau, eine Büglerin in einem Hotel, geheiratet. Ulrike Wilhelms Mutter wurde in Garmisch geboren.
Ab Montagmittag gibt es in der Christuskirche in Garmisch am Kerzentisch die Möglichkeit, sich in eine Kondolenzliste einzutragen.
Der Abschied von Ulrike Wilhelm in Tutzing 2018:
Jugend-Power beim Abschied von der Pfarrerin
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J. W.