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Geschäfte in vorsichtiger Belebung

In der Tutzinger Einkaufswelt begleiten einige Neuerungen die Lockerungen

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Ein neuer Laden in Tutzing: Das Outlet der "Frauensache" ist seit Montag geöffnet © L.G.

Neuerungen begleiten in der Tutzinger Einkaufswelt die Lockerungen bei den Infektionsschutzmaßnahmen. Das Modegeschäft „Frauensache“ an der Hauptstraße hat zu Beginn dieser Woche zusätzlich ein Outlet eröffnet - ein paar Meter vom Hauptladen entfernt, im hinteren Bereich neben dem Buchladen „Eselsohr“. Ebenfalls gestern konnten die Kunden das Sportgeschäft Thallmair nach dessen umfangreichem Umbau erstmals besuchen. „Wir glauben an den Standort Tutzing“

Ein Vierteljahr lang will Renate Schibschid-Kerkhoff, die Inhaberin der „Frauensache“, ihr neues Outlet mit günstigen Angeboten betreiben. Das Interesse der Kunden war heute schon recht ansehnlich, ebenso bei Thallmair.

Eine weiße Rose gab es am Montag in der Buchhandlung Held an der Hauptstraße für jede Kundin und jeden Kunden. Inhaber Martin Held freute sich sichtlich, dass er sein Geschäft wieder öffnen konnte. „Wir sind systemrelevant“, bemerkte er, als könne er es selbst kaum glauben. Buchhandlungen, Büchereien und Archive durfen heute in Bayern ganz unabhängig vom Inzidenzwert wieder öffnen.

Alles muss sich erst einmal einspielen

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Öffnung mit Neuerungen: Im Weltladen steht ein Tisch bereit © L.G.

Nach dem langen härteren Lockdown muss sich alles erst einmal einspielen. Die Ladentüren stehen zeitweise offen - wohl, um zu demonstrieren, dass die Kunden nun wieder eintreten dürfen. Im Weltladen an der Hauptstraße ist gestern ein Tisch aufgestellt worden. Die Kunden können eintreten, bleiben aber in der Nähe der Tür. Der Vorstand des Weltladens hat beschlossen, das Ladengeschäft in der Hauptstraße für den Türverkauf zu bestimmten Zeiten zu öffnen, aber auch den Bestellservice per Telefon und Internet beizubehalten. Tutzinger Weltladen wieder geöffnet

Viele Tutzinger genießen die Möglichkeit eines einigermaßen normalen Einkaufs sichtlich. Schon in der Umbauphase hat Thomas Thallmair gemerkt, dass es viele kaum noch erwarten konnten. „Die Kunden waren sehr neugierig“, erzählt er. Das hat er an ihren Blicken ins Schaufenster erkannt.

Allerdings sind viele Menschen aber in der Corona-Zeit auch sehr zurückhaltend und vorsichtig geworden. In mehreren Tutzinger Geschäften war am Montag zu hören, dass erst langsam wieder mehr und mehr Kunden kämen. Immer wieder bekommen die Ladenbetreiber und ihre Mitarbeiter auch zweifelnde Fragen zu hören: Dürfen denn die Geschäfte wirklich wieder öffnen? Darf man in den Laden hineingehen, was muss man beachten?

„Wir haben festgestellt, dass es bei den Menschen eine große Verunsicherung gibt“, sagt Martin Held. Zusätzliche Irritationen bringt nach seinen Beobachtungen die Uneinheitlichkeit mit sich. Im gar nicht weit entfernten Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau zum Beispiel liegt der Inzidenzwert derzeit zwischen 50 und 100 - da schaut alles schon wieder ganz anders aus.

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Verfolgung der Inzidenzzahlen wird zur regelmäßigen Aufgabe

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Die bekannte Eistüte ist wieder da: Auch Corallo hat wieder offen © L.G.

Sieben Wochen beim ersten Lockdown, 13 Wochen jetzt, zusammen 20 Wochen geschlossen: Das war für die Geschäftsleute schon eine harte Zeit. Etwa 60 Kunden hat Martin Held gestern gezählt - eine Größenordnung, die durchaus der eines Geschäftstages zu normalen Zeiten entspricht. Auch bei Thallmair war reger Betrieb, was sicher auch mit der Umgestaltung des Ladens zu tun hatte. Nichts mit Corona, sondern mit der Winterpause zu tun hatte gegenüber bei Corallo die Schließung. Die ist seit ein paar Tagen vorbei, und etliche Tutzinger ließen sich dort trotz mäßig warmer Außentemperatur schon wieder ein Eis schmecken.

Geschäftsbetrieb und einkaufen unter Unsicherheit: So lautet nun die Devise. Ob und wie Läden öffnen können, hängt von der aktuellen Inzidenz ab. Ein Wert von 46,10 wurde heute für den Landkreis Starnberg gemeldet - ein Rückgang, nachdem er sich am Tag zuvor von 44,6 auf 48,30 erhöht hatte. Die Tutzinger Läden können damit auf jeden Fall noch bis Ende dieser Woche offen bleiben, denn erst wenn der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen 50 oder mehr beträgt, müssen Konsequenzen ergriffen werden. Inzidenz-Wert auf 60 gestiegen Für die Geschäftsleute gehört die Verfolgung der aktuellen Inzidenz nun zum Tagesgeschäft.

Und wenn der Wert über 50 steigt? „Dann können wir auch weitermachen“, sagte gestern eine Tutzinger Geschäftsfrau, „aber halt mit Click & Meet.“ Das heißt: Je 40 Quadratmeter darf nach vorheriger Anmeldung ein Kunde ins Geschäft - also eine gewisse Lockerung gegenüber „Click & Collect“. Da muss der betreffende Laden geschlossen bleiben, die Kunden können aber die jeweilige Ware vorher telefonisch oder per Internet bestellen, sich einen Termin geben lassen und die Sache dann abholen. Die Erfahrungen mit all diesen Regelungen sind allerdings eher gemischt. Es gab schon Kunden, erzählt Martin Held, die ließen sich für 11 Uhr einen Termin geben und kamen dann drei Tage später um 17 Uhr.

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