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Edeka zieht sich früher als erwartet zurück

Das Geschäft mitten in Tutzing steht von Juli 2021 an für eine neue Nutzung bereit

Seit Monaten ist er ein betrüblicher Anblick: Der einstige Tengelmann- und Edeka-Markt in Tutzings Ortszentrum ist nach wie vor leer. Doch nun gibt es eine neue Entwicklung: Das Handelsunternehmen Edeka, das seine dortige Filiale Ende Mai geschlossen hat, zieht sich vorzeitig zurück. Die Verantwortlichen haben den Mietvertrag per Ende Juni 2021 gekündigt, wie Gebäudeeigentümerin Bettina Müller mitteilt. Eigentlich wäre der Vertrag noch bis November 2022 gelaufen. Edeka hatte auch zunächst die Vertragserfüllung bis zum Schluss angekündigt. Aber die Möglichkeit einer früheren Beendigung scheint in dem schon vor langer Zeit abgeschlossenen Vertrag vorgesehen zu sein - und damit nimmt Edeka diese Möglichkeit wohl zu Recht wahr.

Das bedeutet für Bettina Müller zwar einen finanziellen Verlust. Doch sie gewinnt dieser Wende des Unternehmens durchaus positive Aspekte ab. Denn nun kann sie allein über die Zukunft der Tutzinger Geschäftsräume entscheiden. Vom 1. Juli 2021 an sind werden die Räume nach ihren Angaben für eine neue Nutzung verfügbar sein.

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Lange war in diesem Geschäft Tengelmann tätig, dann für ein paar Jahre Edeka - nun hofft Eigentümerin Bettina Müller auf ein baldiges Ende des Leerstands © L.G.
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Mehrere Interessenten hat es schon seit dem Auszug von Edeka gegeben. Einige wollten sich im Bereich Lebensmittel engagieren, ein Schweizer Unternehmer zusätzlich mit einem Bistro. Kürzlich gab es sogar eine Anfrage für eine brandaktuelle Firmengründung, bei der es um den Aufbau einer veganen Produktion auf Basis von Pilzen geht - eine Ausgründung aus der Technischen Universität, die zurzeit noch in Freising ansässig ist.

Aus all diesen Plänen ist bisher nichts geworden. Dabei dürfte auch das sicher nicht ganz einfache Dreiecksverhältnis - Eigentümer, Mieter Edeka und Interessent - eine Rolle gespielt haben. Edeka hat zwar stets versichert, während der Vertragslaufzeit offen für Untermieter zu sein, doch mit solchen Lösungen hat es nicht geklappt. Mit der neuen Entscheidung von Edeka wird diese Phase aber spätestens Mitte nächsten Jahres vorbei sein.

Bettina Müller gibt sich zuversichtlich, dass es in absehbarer Zeit eine neue Nutzung geben wird. Die Lage des Geschäfts mitten in Tutzing, direkt an der Hauptstraße und unweit des Seeufers könnte ihrer Meinung nach für künftige Betreiber reizvoll wirken - dies umso mehr, weil Tutzing zum neuen Knotenpunkt der Schifffahrt auf dem Starnberger See geworden ist. Der Dampfersteg ist nicht weit entfernt, viele Fahrgäste der Schiffe werden wohl während ihrer Aufenthalte bei Spaziergängen in dieser Gegend unterwegs sein.

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