Gemeindeleben
12.2.2020
Von vorOrt.news

Sanierung öffentlicher Toiletten angekündigt

„Nicht gerade in ansehnlichem Zustand“ – Eventuell neues WC im Kustermannpark

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Das Toilettenhäusl am Fischergassl soll baldmöglichst saniert werden © L.G.

Was viele Tutzinger Bürger schon lange beklagen, bestätigte Klaus Hirschvogel von der Gemeindeverwaltung am Dienstag im Hauptausschuss nüchtern: „Die Toiletten am Fischergassl, am Thomaplatz und beim Nordbad sind nicht gerade in ansehnlichem Zustand.“ Aber das soll sich nun ändern. Der Gemeinderat hat Mittel für die Sanierung der öffentlichen Toiletten in den Haushalt der Gemeinde für das Jahr 2020 eingestellt.

Mittlerweile hat die Gemeinde Informationen über Sanierungsmöglicheiten eingeholt. Hirschvogel sagte es klipp und klar: Nach heutigem Stand seien komplette Neuausstattungen erforderlich. Die alten Gebäude sollen aber stehenbleiben.

Hirschvogel stellte neuartige Toilettenanlagen mit Edelstahl-Ausstattung und Kunstharzboden vor, die relativ problemlos zu reinigen seien. Heutzutage gibt es alle möglichen Neuerungen, von Alternativen zur Wasserspülung an Pissoirs bis zu selbstdesinfizierendem, wischbaren Glas für Toilettendeckel. Für die Anlage beim Fischergassl, die so bald wie möglich als erste an der Reihe sein soll, ist nach den bisherigen Angaben eine „Unisex“-Toilette, also nicht getrennt nach Geschlechtern, mit einem Wickeltisch vorgesehen. Auch eine Rampe soll dort angefügt werden.

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Ein Blick in die Anlage am Fischergassl © L.G.
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Wo dieser Hinweis zu sehen ist, dürfen alle aufs WC - auch wenn sie nicht Kunden sind © Tutzinger Förderverein für Tourismus

Die Anlage am Fischergassl ist die nächstgelegene öffentliche Toilette zum Dampfersteg. An der Schiffsanlagestelle ist wohl künftig mit deutlich mehr Gästen als bisher zu rechnen, weil Tutzing zum neuen Knotenpunkt der Schifffahrt auf dem Starnberger See werden soll. Fahrgäste werden deshalb auch nach Toiletten Ausschau halten.

Eventuell soll im Kustermannpark eine neue öffentliche Toilettenanlage errichtet werden, wie Hirschvogel sagte. Die Kosten für ein neues Toilettenhäuschen wurden mit rund 140 000 Euro angegeben. Die Arbeiten wird die Gemeinde nach einem einstimmigen Beschluss des Hauptausschusses ausschreiben.

Für die Benutzung öffentlicher Toiletten wird vielfach Geld verlangt. Da dies vielfach kritisch gesehen wird, gibt es zunehmend den Trend „Nette Toilette“, dem sich in vielen Orten Gaststätten und andere Einrichtungen anschließen und auch für Nichtkunden ausdrücklich kostenlos Zugang zu ihren WCs ermöglichen. Auch in Tutzing gibt es so eine Aktion, die auf eine Initiative des Fördervereins für Tourismus und seiner Vorsitzenden Kristina Danschacher zurückgeht. In etlichen vielbesuchten Einrichtungen von Tutzing gibt es allerdings auf der anderen Seite überhaupt keine oder nur bestimmten Personen vorbehaltene öffentliche Toiletten, so beispielsweise im Einkaufszentrum an der Lindemannstraße.

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