Auf den Tutzinger Straßen herrscht in diesen schneereichen Tagen zeitweise fast schon gespenstische Ruhe. Viele Menschen trauen sich offenbar kaum noch aus ihren Häusern. Auch die Betreiber von Geschäften, Ärzte und Gastronomen bekommen das zu spüren. Insgesamt ist weniger los.
Überall aber sieht man kleine und große, private und kommunale Räumfahrzeuge - und zahlreiche fleißige Leute, private wie Mitarbeiter der Gemeinde, die versuchen, mit den Schneemassen irgendwie fertig zu werden. Von Vorbeigehenden erhalten sie viel Anerkennung. Allerdings verschätzen sich nach Angaben der Starnberger Polizeiinspektion gelegentlich Fahrer von Räum- und Hausmeisterdiensten in den Ausmaßen ihrer Gefährte. In den vergangenen Tagen haben sich drei Fahrer gemeldet, die während ihrer Tätigkeit gegen geparkte Autos gestoßen sind. Es blieb jeweils bei kleineren Blechschäden, so die Polizei.
Es passiert schon auch mal, dass die Menschen zuschütten, was der Schneefall frei gelassen hat. So werden manche Tutzinger Gehwege mit Haufen versperrt. Da kann man schon auch Leute sehen, denen das gar nicht gefällt. Aber die meisten lernen erkennbar, mit den von der Natur oder den Menschen verursachten Widrigkeiten zurechtzukommen. Sie weichen halt aus, notfalls auf die Straßen, oder sie klettern über die aufgetürmten Haufen. Alle wissen, dass es zurzeit nur schwer möglich ist, die Schneeberge zu beseitigen.
Ein wenig scheinen viele Tutzinger von der weißen Pracht hin und her gerissen zu sein. Zum einen kann man zurzeit in unserer Gemeinde auch viele Klagen hören, so über die winterlichen Zustände und die mit ihnen verbundene Räumarbeit, über Glätte, Kälte und alle möglichen anderen eher unerfreulichen Begleiterscheinungen. Zum anderen demonstrieren viele Bürger Gelassenheit, Ruhe, Verständnis und selbst im Fall von Problemen einen Schuss Humor. Sie genießen sichtlich die mit der weißen Pracht verbundenen Freuden, die Romantik der verschneiten Natur - und sie wundern sich über andere, denen dauernd irgendetwas nicht passt.
Es ist klar erkennbar: Die Winterfreude überwiegt. Kinder tollen vergnügt in den Schneehaufen am Straßenrand herum und nutzen die Hänge wie beispielsweise das Kirchenbergerl zum Rodeln, auch wenn sie mit ihren Schlitten und Bobs durch den tiefen Schnee oft nur schwer voran kommen. Wer als Erwachsener ein wenig von dieser Freude auf sich abfärben lässt, hat schon viel gewonnen.






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