„Die Digitalisierung wird einen erheblichen Einfluss auf die Kommunalpolitik haben.“ Diese Auffassung vertritt Tutzings Bürgermeister Ludwig Horn in einem soeben veröffentlichten Gespräch mit der Bayerischen Gemeindezeitung. Es sei ihm wichtig, die Digitalisierung der Tutzinger Gemeindeverwaltung vollständig umzusetzen. Horn sieht dies nach eigenen Worten auch als Möglichkeit, auf dem Weg zu bezahlbarem Wohnraum voranzukommen.
Die Digitalisierung der Kommunalverwaltung führe zu effizienteren Verwaltungsprozessen, besserer Bürgerbeteiligung und zu neuen Formen der Zusammenarbeit, sagte Horn: „Es ist wichtig, diese Chancen zu nutzen und gleichzeitig die digitale Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.“
Gefragt, welche Themen ihn aktuell am meisten beschäftigten, nannte der Bürgermeister die Nutzung von Seethermie als nachhaltige Energiequelle, die Sanierung der Infrastruktur und die Förderung des sozialen Zusammenhalts in der Gemeinde Tutzing. Eine der größten Herausforderungen seit seinem Amtsantritt am 31. Januar 2024 habe darin bestanden, die Haushaltslage in den Griff zu bekommen und gemeinsam mit dem Gemeinderat tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
„Miteinander reden – gemeinsam gestalten“ bezeichnete Horn in dem Interview als sein Lebensmotto. Dieser Leitsatz präge sein Handeln und seine Überzeugung, dass man gemeinsam mehr erreichen könne: „Ich möchte als Bürgermeister in Erinnerung bleiben, der die Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt hat.“

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Wir brauchen mehr kreative Haushaltsimpulse aus der Bürgerschaft. Beispiel: Vereinsmitglieder des Bürgervereins Tutzinger Liste (e.V.) haben in 2020 den nur in Papierform einsehbaren Haushalt im Rahmen dieser begrenzten Möglichkeiten analysiert. Daraufhin wurden zwei Dinge auf den Weg gebracht: Die vollständige Erhebung der Zweitwohnungssteuer und der Tutzinger ISEK-Prozess. Dank dieses Impulses aus der Bürgerschaft profitiert Tutzing jetzt von höheren (und gerechteren) Steuereinnahmen ( ZwSt-Einnahme in 2020: 148.000€; Budget in 2025: 440.000€ ) und von einem ISEK (u.a. Fördergelder).
Die Kommunalverwaltungen sind chronisch überlastet und defizitär (in Bayern 5,4 Mrd. Defizit laut Nachrichtenmeldung im BR). Es braucht jetzt des ehrenamtlichen Engagements mehr denn je. Aber dazu brauchen willige Bürger mehr Informationen.