Feiern
9.10.2025
Von vorOrt.news

Fischerhochzeit erstmals ohne Festwirt

Seehof-Grundstück wird zentraler Veranstaltungsort – Ministerpräsident übernimmt Schirmherrschaft

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Polterabend 2017: Die Fischerhochzeit lockt immer tausende Menschen an, auch viele von auswärts.

Die Tutzinger Fischerhochzeit vom 22. Juli bis zum 26. Juli nächsten Jahres wird die erste ohne „Festwirt“ sein. Das hat Bürgermeister Ludwig Horn am Dienstag im Gemeinderat mitgeteilt. Früher waren bei Volksfesten und ähnlichen Veranstaltungen Festwirte üblich, die nicht nur für den Ausschank und die Speisen, sondern auch für das Zelt, Bierbänke- und Tische sowie die sonstige benötigte Infrastruktur gesorgt haben. „So war es a gmahde Wiesn“, sagte Horn.

Doch in dieser Hinsicht habe sich viel geändert – so wie in Tutzing auch, im Gegensatz zu größeren Gemeinden, kein Volksfest mehr möglich sei: „Es rentiert sich nicht mehr für die Wirte und die Festbetreiber.“ Schon bei der bisher letzten Fischerhochzeit im Jahr 2017 sei es viel Arbeit gewesen, einen Festwirt zu akquirieren.

In vielen Vorgesprächen und enger Zusammenarbeit mit den Vereinen, die sich bei der Fischerhochzeit engagieren, sei inzwischen eine Lösung gefunden worden, berichtete Horn: ein „Eigenbetrieb“. „Wir müssen alles selbst stemmen“, folgerte er. Große Erwartungen ruhen dabei auf den Partnern, allen voran dem Verein zur Förderung der Fischerhochzeit in Tutzing e. V., dem Heimat- und Volkstrachtenverein Tutzinger Gilde und dem relativ jungen Veranstaltungsverein Tutzing e.V., der auch das beliebte Weinfest auf der Brahmspromenade betreibt und dessen Mitglieder sich die Mammutaufgabe der Organisation offenkundig zutrauen.

Bürgermeister Horn: "Es wird wahnsinnig aufwendig"

Horn zeigte sich zuversichtlich, dass so auch die Kosten gesenkt werden können. Aber er sagte ohne Umschweife: „Es wird wahnsinnig aufwendig.“ Die Gemeinde habe sich vorgenommen, nicht mehr Geld als bei den bisherigen Fischerhochzeiten in die Hand zu nehmen. Mit den Einnahmen bei der Festwoche hoffe man die hohen Fixkosten zum guten Teil decken zu können, damit der Zuschuss der Gemeinde im Rahmen bleiben könne. Aber ein Betrag von 55 000 Euro sei schnell ausgegeben – und das noch ohne Werbung oder sonstige erforderlichen Maßnahmen. Auch die Kosten für die umfangreichen Aktivitäten rund um die Fischerhochzeit – Pferde, Kutschen, Blumenschmuck und vieles mehr – seien nicht zu unterschätzen. Der Bürgermeister ließ aber keinen Zweifel daran, dass das Fest nicht am Geld scheitern wird: „Wir werden es von der Gemeinde in gewohnter Weise bezuschussen.“

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Die Spannung steigt: Wer stellt das Brautpaar dar?

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Das Brautpaar 2017: Theresa Feldhütter und Benedikt Greif. Die Darsteller der Hauptpersonen bei der Fischerhochzeit 2026 sollen Ende dieses Jahres bei der Wintersonnwendfeier bekanntgegeben werden.

Noch eine weitere Neuerung der besonderen Art wird es geben: Zentraler Veranstaltungsort soll das Seehof-Grundstück sein, wie Horn bekanntgab. Zum ersten Mal wird die Fischerhochzeit mit einer Festwoche verbunden. Die Schirmherrschaft übernimmt der bayerische Ministerpräsident.

Ein umfangreiches attraktives Programm mit der Kabarettistin Luise Kinseher, der Band LaBrassBanda, Sašo Avsenik und seine Oberkrainern und vielen anderen ist schon angekündigt worden. https://www.fischerhochzeit-tutzing.de/festprogramm Einen neuen Programmpunkt kündigte Horn im Gemeinderat an: Am Samstag soll es einen Schützenumzug geben. Der Polterabend mit der Tegernseer Tanzlmusi, den Würmsee Böhmischen und der Saustoimusi findet am Samstag statt. Höhepunkt ist am Sonntag die Fischerhochzeit mit einem farbenprächtigem Umzug, aufwendig gestalteten Festwagen, originalgetreuen Trachten und einem liebevoll inszenierten Hochzeitszeremoniell am See, musikalisch begleitet von WinTastad.

Beim Schauspiel werden bekannte Einheimische mitwirken, die Leitung übernimmt wie schon 2017 der bekannte Schauspieler und Regisseur Michael Fleddermann.

Spannung gibt es wie immer um die Hauptpersonen: Wer wird das Brautpaar darstellen? Das steht schon seit einiger Zeit fest, doch offiziell bekanntgegeben werden soll es erst bei der Wintersonnwendfeier der Freiwilligen Feuerwehr. Nach den Regeln müssen es immer Mitglieder von Tutzinger Fischerfamilien sein.

Viele helfen mit - aber noch weitere Unterstützer werden benötigt

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Viele Menschen werden benötigt: Auch zahlreiche Kinder machen immer begeistert mit

Hoffnungen verbindet der Bürgermeister auch mit Sponsoren und finanziellen Förderungen, auf die man zugehen werde. Als Beispiele nannte er den Bezirk Oberbayern, die Bayerische Landesbank und die Sparkassenstiftung. Das Sponsoring soll im Frühjahr gestartet werden.

Auch sonst gibt es für die Fischerhochzeit Unterstützung von verschiedenen Seiten – besonders von vielen Menschen in Tutzing. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Verein zur Förderung der Fischerhochzeit, der zu den Fischerhochzeiten in den Jahren 1997, 2001, 2006, 2011 und 2017 schon ansehnliche Zuschüsse von rund 100 000 Euro beigesteuert und wichtige Anschaffungen ermöglicht hat, von einer ungarischen Jagdkutsche über Biedermeier-Kleider bis zu Säbeln für die Soldaten. Der Verein hat auch für Reparaturen von Fischerbooten gesorgt, die bei der Aufführung eine wichtige Rolle spielen. Neue Mitglieder für den Verein werden gesucht. (Kontakt: Florian Schotter, Telefon: 0160 96238830, E-Mail: [email protected]).

„Viele Menschen werden benötigt“, sagte Horn. Für Vereine, Helfer und Gewerbetreibende soll es demnächst einen Termin geben, bei dem alles detailliert besprochen werden kann. Denen, die bereits jetzt ehrenamtlich bei den Vorbereitungen mitwirken und denen, die ihre Hilfe angeboten haben, dankte er herzlich.

„Wir hoffen auf gutes Wetter und eine gut besuchte Festwoche mit Lebensfreude“, sagte Horn. Er bat alle, sich den Termin der Festwoche vorzumerken und auch andere auf das interessante Programm hinzuweisen. Eintrittskarten könnten zum Beispiel schöne Weihnachtsgeschenke sein. Die Tickets für die einzelnen Veranstaltungen kann man bereits erwerben: https://www.fischerhochzeit-tutzing.de/tickets

Ein Stück mit einer aktuellen Botschaft

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Happyend: Die feieriche Trauungszeremonie 2017 am Tutzinger Schloss mit Udo Hahn, dem Direktor der Evangelischen Akademie, als Hofmarksrichter © Fotos: Alois Weiß

Die Geschichte der Tutzinger Fischerhochzeit, zusammengefasst von der Evangelischen Akademie Tutzing:

Der Überlieferung nach eskalierte wohl im Jahr 1812 der Streit zwischen den Fischern und der Hofmarksherrschaft, die zwischen 1731 und 1869 in den Händen der Grafen von Vieregg lag. Diese schufen zwischen 1802 und 1816 das Schloss, wie es heute noch erhalten ist. In jener Zeit gerieten der Ortsvorsteher Gröber und der Graf immer wieder aneinander. Leidtragende waren Fischer-Sohn Michael Gröber und Veronika Bierbichler, Tochter eines Fischermeisters aus Ambach. Michael musste auf Initiative des Grafen am Feldzug Napoleons gegen Russland teilnehmen – und galt als tot. Veronika, so heißt es, habe erst im Lichte der Todesnachricht, ihre tiefe Liebe zu Michael entdeckt. Doch – welch Wunder – der tot Geglaubte kehrte zurück. Und alle feierten ein doppeltes Happyend: Michael und Veronika heirateten – und Graf und Ortsvorsteher versöhnten sich. Ein Stück mit einer stets aufs Neue aktuellen Botschaft, dass Versöhnung auch dort geschehen kann, wo dies vorher für gänzlich unmöglich gehalten wurde. https://www.ev-akademie-tutzing.de/fischerhochzeit-2017-theresa-und-benedikt-ein-perfektes-brautpaar/

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Kommentare

Schön, dass diese Ereignis wieder stattfindet! Aber noch schöner wäre es, wenn man im Jahr 2026 auch technologieoffen wäre und das Spektakel via Livestream allen zugänglich macht, die nicht vor Ort sein können – aber ist leider ein Wunschdenken, klappt ja nicht mal für Gemeinderatssitzungen :-/