Bauwirtschaft
24.11.2020
Von vorOrt.news

Der Wendeltreppe zweiter Teil

Heute Nachmittag wurden am Neubau von Lobster die nächsten Elemente eingefügt

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Eine Vierteltreppe vor ihrem Einbau

Dieses war der zweite Streich: Im Neubau des Unternehmens Lobster auf dem ehemaligen Roche-Gelände wurde heute der Rest einer langen Wendeltreppe eingefügt, die mehrere Stockwerke durchziehen wird. Die erste Hälfte der Treppe war in der vorigen Woche eingebaut worden. Heute Nacht kam die zweite Lieferung an.

Wie riesige Spiralen lagen die Treppenteile auf der Baustelle an der Bräuhausstraße. Jedes dieser Elemente misst etwa 4,10 Meter im Durchschnitt und wiegt fünf Tonnen. Ihr Hersteller ist die niederbayerische Stahl- und Metallbaufirma Stögmüller in Eichendorf (Landkreis Dingolfing-Landau). Geliefert hat sie die Firma Gerlsbeck aus Hohenkammer (Landkreis Freising). 400 bis 500 Spezial- und Schwertransporte wickelt dieses Unternehmen jährlich nach Angaben seines Juniorchefs Tobias Gerslbeck ab, 90 Prozent davon in Süddeutschland. Transporte mit bis zu 135 Tonnen Gesamtgewicht sind nach seinen Worten möglich.

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Ziel erreicht: Der Schwertransporter bei der nächtlichen Ankunft auf der Baustelle © Twiehaus
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Das war auch für erfahrene Bauarbeiter nicht alltäglich: Ein riesiges Treppenteil auf der Baustelle © L.G.

Enge Zufahrtstrecken nach Tutzing

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Vier Löcher lassen erkennen, wo die Treppe im Neubau ihren Platz findet

Auch an Lieferungen in weit entfernte Regionen ist die Firma oft beteiligt, doch in solchen Fällen bringt sie die Waren meist nur bis zu einem der bayerischen Häfen in Deggendorf, Passau oder Nürnberg. Im Dezember wird zum Beispiel eine Brauereianlage des oberpfälzischen Unternehmens Krones nach Mexiko geliefert. Das wird ein sieben Meter breiter Transport. Gerlsbeck bringt ihn zum Nürnberger Hafen.

Als Schwierigkeit bei der Lieferung nach Tutzing bezeichnete Gerlsbeck die Örtlichkeiten: Die Zufahrtstrecken seien sehr beengt und die Unterführungen meist recht niedrig. Standardmäßig seien Transporte dieser Art vier Meter hoch, in diesem Fall sogar 4,50 Meter. Dem stünden in und um Tutzing Unterführungen von 3 Metern, 3,60 Meter oder 3,80 Metern Höhe gegenüber.

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Sicher ist sicher: Bevor der Kran das erste Treppenviertel in die Höhe hievte, überprüften die Fachleute alles genau © L.G.

Auf die höheren Unterführungen bei Wilzhofen und in der Lindemannstraße angesprochen sagte Gerlsbeck, nach Tutzing könne man mit so einem Schwerlasttransport zurzeit wegen der Sanierung der Hauptstraße nur von einer Seite aus gelangen.

So verlief die Route über Gilching und die neue Umgehungsstraße nach Pöcking, dort über die Hindenburgstraße hinunter nach Possenhofen und am See entlang nach Tutzing. Als positiv erwiesen haben sich nach Gerlsbecks Worten Halteverbote auf der Strecke, die wegen der Buslinien ohnehin eingerichtet worden sind.

Bei der Fahrt gab es laut Gerlsbeck keine Probleme. Auf der Landstraße haben zwei Polizeifahrzeuge den Transport begleitet, auf der Autobahn konnte er allein fahren.

Am Mittwochnachmittag hat ein Kran die halbe Treppe gleich an ihren Bestimmungsort gebracht. Rudolf Stögmüller, der Juniorchef der Herstellerfirma, war mit mehreren Mitarbeitern dabei. Auch für ihn ist das Tutzinger Projekt nicht alltäglich, obwohl sein Unternehmen als sehr erfahrener Treppenspezialist gilt.

Die Experten schauten sehr genau hin, als der Kran die beiden Elemente emporhob und sie durch die für die zu diesem Zweck ausgesparten Löcher wieder hinabließ. Damit ist erst die Hälfte der neuen Tutzinger Spirale im Bauwerk. Am kommenden Montag sollen nochmals zwei solche Elemente geliefert werden - und dann soll sich die lange Wendeltreppe vom Erdgeschoss durch das Gebäude bis ganz hinauf ziehen.

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Blick zum Himmel über Tutzing: Die Aussparungen für die Treppe © L.G.

Filigranes Bauwerk mit extravaganten Zügen

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Zufrieden mit den Baufortschritten zeigen sich Jochen Twiehaus (li.) und Joachim Pantke, hier im Büro, das sich der Polier in einem Bauwagen eingerichtet hat. An der Wand ein Plan mit den Hohlkörpern.

Für Jochen Twiehaus, den Inhaber des zuständigen Tutzinger Architektur- und Ingenieurbüros Twiehaus, ist die Treppe „die DNA des Gebäudes“. Das Bauwerk, dessen Bauleiterin seine Frau Bettina Twiehaus ist, soll nach seinen Worten filigran werden, und es trägt viele extravagante Züge. Zahlreiche ausgefallene Ideen sind in die Planung eingeflossen.

Die Treppe gehört ebenso dazu wie Fassaden, die rundherum verglast werden sollen, bewegliche Metall-Lamellen oder Hohlkörper, die in die Betonböden eingelassen werden, damit Gewicht einsparen und optisch eine gewisse Leichtigkeit ermöglichen. Oder die Dachterrasse: Deren derzeitige Fläche soll praktisch auf die doppelte Fläche erweitert werden - quasi mit einer Aufhängevorrichtung, die die hinausragenden Teile trägt. Im Frühjahr 2022 soll alles fertig sein. Die Gesamtkosten werden laut Twiehaus brutto rund 25 Millionen Euro betragen. Etwa 150 Personen aus rund 50 verschiedenen Gewerken arbeiten nach seinen Angaben insgesamt an dem Bau mit. „Wir haben für jedes Gewerk einen Planer“, sagt Twiehaus.

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Exakte Planung ist das A & O: Bauleiterin Bettina Twiehaus und Polier Joachim Pantke im Gespräch © L.G.

Was exakte Abstimmung bedeutet, darüber kann Joachim Pantke, Polier des Schongauer Bauunternehmens Haseitl, eine Menge berichten. Er koordiniert die Abläufe beim Rohbau – eine höchst anspruchsvolle Vernetzungsarbeit, denn ganz unterschiedliche Firmen sind beteiligt, mit allem, was dazu gehört - fachlich, menschlich, sprachlich, denn auch nicht wenige Ausländer sind dabei. Wenn beispielsweise eine Lieferung nicht termingerecht ankommt, müssen schnell Konsequenzen gezogen werden.

Aber Pantke wirkt wie einer, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. „Wir Poliere sind gewohnt, auf jede Situation sofort zu reagieren“, sagt er, „und eventuell einen ganz neuen Plan zu machen.“

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Comments

Einfach nur schrecklich, wenn man mit ansehen muss wie Tutzing Tag für Tag durch diesen Bau mehr verschandelt wird. Diese Architektur will so gar nicht zum Ortsbild von Tutzing passen. Es ist zu befürchten, dass sich dieser Stil wie ein Krebsgeschwür in Tutzing weiter ausbreiten wird (Bahn Areal, Schönmoos, Seehof). Es bleibt abzuwarten welche Touristen sich dadurch in Zukunft noch anlocken lassen. Der Ausverkauf und die Verschandlung der Heimat ist im vollen Gange...
(Bearbeitet)
Fortschritt, Modernität, Weiterentwicklung, Innovation, Veränderung, Erfolg, Chancen, ………
Das verlangt Umdenken, Offenheit, Flexibilität, Toleranz, Anstrengung, Mut, Engagement……

Einer Gemeinde wie Tutzing tun engagierte Unternehmer gut. Sie verändern etwas, sie schaffen Arbeitsplätze, sorgen für Wohlstand, halten eine Gemeinde handlungsfähig.

Und etwas zu unternehmen, funktioniert nun einmal nicht zwingend in - zweifelsohne auch schönen - Fischerhäusern, Bootshütten und alten Villen. Hier braucht es funktionelle Räumlichkeiten, in denen sich auch junge Menschen wohl fühlen, die Raum für Kreativität, Innovation und Austausch bieten.

Design und Architektur haben sich immer wieder verändert und immer wurde darüber gestritten. Klar kann man Oldtimer optisch ansprechender finden als gesichtslos Elektrofahrzeuge. Klar mag ein altes Fischerhaus mehr Gemütlichkeit und Heimatgefühl ausstrahlen als ein eckiger Bauhausklotz. Aber für alles gibt es gute Gründe. Und in vielen Museen finden sich heute Dinge, über die zum Zeitpunkt des Entstehens eifrig gestritten wurde.

Wenn heute in Tutzing im Bereich des Bahnhofs ein modernes, urban anmutendes Viertel entsteht, dann sollte es uns freuen, weil es zukunftsorientiert ist und nicht alten Baubestand verdrängt hat. Für das Ortsbild ist es kritischer, wenn alte Villegrundstücke verschwinden und dort Mehrfamilienhäuser entstehen, die mit der vormaligen Bebauung nichts mehr zu tun haben.
Weiter, höher, schneller und Wohlstand für alle. Das sind die üblichen Todschlagargumente. Wohin das führt sieht man momentanen weltweiten Lage mehr als eindrucksvoll. Und dann wird auch immer die Bedurnisse der Jugend für seinen eignen Profit als Argument vorgeschoben. Dass sich die Jugend immer mehr gegen den sogenannten Fortschritt wehrt, wird dabei vollkommen außer Acht gelassen. Zudem halten sich auch Jugendliche nicht gerne in Häuserschluchten aus Beton, Glas und Stahl auf. Und Jugendliche aus Tutzing wahrscheinlich erst recht nicht. Oder ist es das Ziel aus Ihnen "naturunverbundene" Großstädter zu machen?
(Bearbeitet)
Lieber Herr Wagner,

jetzt übertreiben Sie aber. Es geht hier um attraktive Arbeitsplätze für junge Mütter und Väter, die als SW-Entwickler, Projektleiter, Key Accounter etc. dann nicht mehr nach München fahren müssen (Zeit sparen und Umwelt schonen), es geht um Ausbildungsplätze in zukunftsträchtigen Berufen. Und richtig, ein wachsender Teil einer jungen Generation engagiert sich wie bei "Fridays for Future" oder "Plant for the planet" hier in Tutzing stärker als vorrangegangene Generationen. Trotzdem sind sie nicht rückwärtsgewandt und schätzen moderne Arbeitsumgebungen (schauen sie sich die beliebtesten Arbeitgeber von Berufseinsteigern an und dann besuchen Sie einmal deren Büros).

Die Gefahr, dass sich Tutzing zum Dubai des Starnberger Sees entwickelt ist derzeit noch sehr gering. Zumindest finde ich noch keine entsprechenden Gebäude und Häuserschluchten.
Übertreibt Herr Wagner tatsächlich, Herr Hoffmann? Das erscheint durchaus fraglich. So fraglich wie ihre Rede von den attraktiven Arbeitsplätzen. Es gibt nicht wenige Menschen, die können sich nun wirklich Schöneres vorstellen können, als von morgens bis abends Programmbausteine aneinanderzureihen und hinter einem schmucken Titel für irgendjemanden irgendwas an irgendwen zu verkaufen. Außerdem würde ich schätzen, dass mehr Arbeitskräfte in diesen Neubau nach Tutzing hinein pendeln als heraus. Apropos „zukunftsträchtig“. Sie wissen ja sicher, dass das, was heute als die Zukunft angepriesen wird, morgen schon dröge Vergangenheit darstellt, das war immer schon so. Auch bei der Atomenergie, dem Dieselmotor und anderen sogenannten Innovationen. Wohingegen völlig außer Zweifel steht, dass „Fridays for Future“ sich ausdrücklich gegen genau diejenige fragwürdige Fortschrittsidee einsetzt, für die die Glas-Beton-Paläste am Bahnhof symbolisch stehen.
...die zwei einzigen Häuser in Tutzing - welche in den letzten Jahren neu errichtet wurden - und zu unserer Heimat passen (aber wen wundert das noch...) befinden sich Mitte Waldschmidtstrasse (nicht die vielen neuen da - sind 1:1 wie Oskar-Schüler wie einfallslos!) sondern links“ und Oben am Anfang des Höhenbergs (viel Holz) - alles andere ist seit Jahren - ohne Worte und macht einheimische nur noch traurig...
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Ich denke schon, dass Herr Wagner übertreibt.
Und auch Ihre Argumentation, Herr Kerbs verfängt nicht.

Klar will nicht jeder Programmbausteine zusammenstellen und den ganzen Tag in einen Bildschirm schauen, will und muss auch nicht jeder oder jede.
Genauso will nicht jeder morgens bei jedem Wetter auf den See raus und Netze einholen, will und muss auch nicht jeder oder jede
Auch mit lernunwilligen Kindern und deren Eltern sich als Lehrer tagtäglich rumärgern, will und muss auch nicht jeder oder jede
........ Gut, dass es viele Möglichkeiten gibt, sich einzubringen und seinen Lebensunterhalt zu verdienen und sind wir froh, dass es Menschen gibt, die Jobs erledigen, die man selber nicht machen will. Das ist das Prinzip einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

Das sich Innovationen auch irgendwann einmal selbst überholt haben, das liegt in der Natur der Sache. Aber ohne sie säßen wir jetzt vielleicht noch in Höhlen, wer weiß.…
Auch die - von mir geschätzten - Aktivisten von Fridays for Future nutzen Smart-Phones in denen fragwürdig abgebaute Rohstoffe verarbeitet sind und nutzen Kommunikationswege, Cloud-Lösungen etc. die gigantische Rechenzentren bedingen, die wiederum enormen Energiebedarf aufweisen. Und ich vermute auch Sie, Herr Wagner, Herr Kerbs nutzen moderne Computer, email, Google , speichern Photos und Dokumente in der Cloud, fahren einen Wagen (die Chance ist hoch, dass es noch kein reines E-mobil ist) und u.U. sind Sie auch schon mal per Flieger in den Urlaub - alles Dank Innovationen.

So wie es hier auf der Plattform vereinzelte Stimmen gibt, die Veränderung kritisch sehen und am liebsten verhindern würden, gibt es auch genügend Menschen, die die Entwicklung/Modernisierung z.B. im Bahnhofsumfeld sehr positiv sehen und als Chance für Tutzing begreifen.

Ich denke hier in Tutzing kann man verdammt gut leben und das hat mit der Lage am See, der Nähe zu den Bergen, der Natur in der unmittelbaren Umgebung, der Versorgung vor Ort und den Mitmenschen zu tun. Und wenn wir ehrlich sind, dann gibt es viele Orte die deutlich hässlicher sind. Eine Verschandlung der Heimat kann ich jedenfalls nicht erkennen. Schon gar nicht, wenn ich die aktuelle Entwicklung am Bahnhof mit den Roche-Gebäuden der Vergangenheit vergleiche.



Ich möchte daran erinnern, lieber Herr Hoffmann, dass der Fischer seine Netze einholt, ohne dabei Schaden anzurichten. Lehrkräfte unterrichten Kinder, ohne sich dabei über Gebühr aus der verletzlichen Natur zu bedienen. Ganz im Gegenteil, hier wird eine sehr wichtige Naturraumpflege betrieben und dort werden (im günstigsten Fall) mit viel Geduld in jungen Menschen Grundlagen für ein Leben in Frieden und mit höheren Einsichten gelegt. Ihre hochgelobten IT-Arbeitsplätze nehmen hingegen einen fortschreitenden Raubbau an der Ökologie in Kauf und gründen auf exponentiell anwachsende Energieverbräuche. Wie irre ist denn das, schon wenn man rational denkt und den Umstand im Blick hat, dass wir in einem geschlossenen System leben? Die resultierende Schieflage, die sich vielleicht auch Ihnen erschließt, wird auf sehr kluge Art und Weise von Fridays for Future benannt und beklagt. Und sie drückt sich eben in diesen nicht nur unschönen, sondern nach Corona auch einigermaßen unsinnigen Bauten aus. Schmunzeln muss ich über ihren Vorwurf, auch wir Kritiker des blindwütigen Kommerz-Fortschritts würden dessen Produkte nutzen. Mal ehrlich. Haben wir denn wirklich eine Wahl? Lesen Sie zur Beantwortung dieser Frage doch bitte die Diskussion in diesem Artikel nach. Sie sehen dort, was diejenigen zu gegenwärtigen haben, die sich gegen die Einführung einer Technologie wenden. Ernst genommen wird man in dieser Rolle gewiss nicht und schon gar nicht wird dieses bisschen Nachdenklichkeit begrüßt. Weshalb es auch keine rechte Möglichkeit gibt, sich wirksam gegen derart gewinnträchtige Trends zu stemmen, und seien sie noch so unnötig oder unverantwortlich. Übrigens habe ich aus einem Verantwortungsgefühl den nachfolgenden Generationen gegenüber schon eine Weile kein eigenes Auto mehr und saß wohl seit der Jahrtausendwende nicht mehr im Verkehrsflugzeug. Glauben Sie mir, es braucht jenseits einer intakten Natur, hinreichender Gesundheit und den Mitmenschen tatsächlich ziemlich wenig Brimborium, um es ziemlich gut zu haben.
Lieber Herr Hoffmann,
mir brauchen Sie nichts über eine moderne Arbeitsumgebung erzählen. Ich arbeite selbst in einer, in München. Obwohl es für mich einfacher wäre, würde ich mir trotzdem nicht wünschen, dass die Firma ortsansässige wäre. Ich schätze den ländlichen Charakter von Tutzing und den Kontrast zwischen Stadt und Land. In Tutzing wird momentan nur alter Beton durch noch mehr neuen, etwas gefälligeren Beton ersetzt. Das soll Fortschritt sein? Hier wurde die Chance vertan die Bausünden von gestern mit einer ortsverträglicheren Bebauung zu beheben. Das Büro Twiehaus, das nach eigener Aussage stark auf Regionalität setzt, hat mit dieser Umsetzung jedenfalls nicht dazu beigetragen. Der Schwur auf die Regionalität gilt wohl nur in Bezug darauf, woher der Beton stammt.
Fahren Sie doch mal auf der B2 von Traubing nach Starnberg. In Wieling wurde ein hässlicher Zweckbau in die grüne Landschaft gepflanzt. Der wirkt dort wie vom Himmel gefallen. Ein neues Gebäude für eine Brauerei entsteht gerade. Und kurz vor Starnberg entsteht ein neues Industrieviertel mit zahlreichen Gebäuden auf der grünen Wiese. In München gibt es keinen Platz mehr und jetzt drängt man in den Münchner Speckgürtel. Einige Genrationen weiter, wird alles zusammengewachsen sein, sodass es zwischen Stadt und Land nahezu keine Unterschiede mehr geben wird. Natur wird nur in den Sahnegrundstücken direkt am See übrigbleiben. Denn diese lassen sich die super Reichen sicherlich nicht streitig machen. Es bleibt zu hoffen, dass ich im Sinne zukünftiger Generationen mit meiner Prognose wirklich übertreibe.


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"Es gibt nicht wenige Menschen, die können sich nun wirklich Schöneres vorstellen können, als von morgens bis abends Programmbausteine aneinanderzureihen und hinter einem schmucken Titel für irgendjemanden irgendwas an irgendwen zu verkaufen."

"Ihre hochgelobten IT-Arbeitsplätze nehmen hingegen einen fortschreitenden Raubbau an der Ökologie in Kauf und gründen auf exponentiell anwachsende Energieverbräuche. Wie irre ist denn das, schon wenn man rational denkt und den Umstand im Blick hat, dass wir in einem geschlossenen System leben? "

Schon erstaunlich, wie Sie über einen ganzen Berufszweig herziehen. Sprechen Sie so auch mit den Leuten von T3P, die Ihre eigene Homepage produzieren und betreuen? Oder mit den Leuten von Microsoft, die Microsoft Teams aneinandergereiht haben, damit Sie auch in Corona-Zeiten Ihrem Beruf nachgehen können? Ein bisschen Respekt vor anderen Berufen wäre schon angebracht.

Die Optik des Gebäudes an der Bräuhaus-/Bahnhofstraße ist ansonsten ja wohl Geschmackssache und kein Grund, so über Personen (einschließlich der beteiligten Architekten, "Twiehaus-Bau") herzuziehen.
Ich kann den Herren Wagner, Wagner und Krebs nur voll zustimmen.
Programmierer, Herr Dornow, sind ebenso wie die Twiehaus-Architekten gefragte und anerkannte Gutverdiener. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die in Tränen ausbrechen, wenn ich etwas pauschal am Renommee ihrer Tätigkeit gekratzt haben sollte. Sind die Lobster-Neubauten jetzt die neuen Mohammed-Karrikaturen, deren Kritik ans Innerste rührt? Bedenken Sie doch bitte zweierlei. Zum einen sind die Gebäude nicht nur Geschmackssache, sondern sie und ihre Insassen verändern das Leben in diesem Ort. Eine offene Debatte stellt insofern keine Majestätsbeleidigung dar, sondern ist Bürgerrecht und -pflicht. Zum anderen gefiel mir die Einseitigkeit nicht, mit der Herr Hoffmann das Loblied der jung-dynamischen IT-Leistungsträger sang. Lobster steht mit diesem Gebäude für einen Urbanisierungs- und Gentrifizierungsprozess, der die hiesigen Mieten und Lebenshaltungskosten weiter ansteigen lassen wird. Ein Effekt dessen würde dann sein, dass Pflegekräfte und andere schlechtbezahlte Berufsgruppen, deren Relevanz uns in der aktuellen Krise gerade sehr eindrücklich vorgeführt wird, sich das Leben in Tutzing noch weniger werden leisten können.
Das verstehe ich jetzt nicht:
Erst verlangt ganz Tutzing/Bayern/Deutschland nach Jobs von denen man auch hier leben und die Familie gut ernähren kann ... und wenn dann ein Unternehmen nach Tutzing kommt, hier investiert und mitten im Ort genau diese Jobs schafft ... ist es auch wieder nicht recht? Das Jobprofil gem. Tutzinger Bürgerversammlung war doch: keinen dauerhaften Lärm verursachend, nicht stinken oder gefährlich sein und Gewerbesteuereinnahmen.

Apropos:
Es ist doch nicht so, dass Tutzinger Miet- und Immobilienpreise vor Lobster & Co. günstig waren. Gemäß dieser Logik hätte die damalige Schließung des Roche-Standortes eine erhebliche Entlastung bei den Mieten und Immo-Preisen bewirken müssen; das blieb allerdings aus.
Wer in Tutzing günstigen Wohnraum will, müsste viel radikaler vorgehen. Wirklich helfen würde nur:
-> den Starnberger See trockenlegen und zuschütten,
-> alle Schulen in Tutzing schließen,
-> den S-Bahn bereits in Feldafing oder noch früher enden lassen,
-> sehr viel mehr sozialen Wohnbau betreiben; sowohl in die Höhe (50 Stockwerke und mehr) als auch in die Flächen.

Die letzten Zeilen waren natürlich größtenteils Satire!
Aber die Wahrheit dahinter ist, dass die Tutzinger Immobilienblase nichts mit einzelnen Arbeitgebern zu tun hat. Es gibt nicht DEN EINEN Faktor, der die Miet- und Immobilienpreise in Tutzing seit Jahrzehnten expandieren lässt. Alle Ursachen wurzeln in der grundsätzlichen Attraktivität von Tutzing als Wohnort und Lebensmittelpunkt:
-> Die schöne Lage am See mit den Bergen in Sichtweite.
-> Von der Grundschule bis zum Gymnasium gibt es bei uns super Bildungsangebote direkt im Ort für unsere Kinder!
-> Alle 20 Minuten eine S-Bahn in die Landeshauptstadt München mit all' ihren Attraktionen und zurück... dieser Service endet in Tutzing. Bereits in Bernried oder Kampberg gibt es das nicht mehr.

Das Eine kann es nicht ohne das Andere geben. Zumindest in einer freiheitlichen Gesellschaft, in der jeder dort sein Glück suchen und finden kann, wo er will.
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Herr Kerbs,
es gehört doch zur guten Erziehung, nicht pauschal Menschen, die in anderen Berufen tätig sind, verächtlich zu machen. Das wissen Sie ja auch, genauso, wie Sie wissen, dass das auch dann nicht geht, wenn man (angeblich) meint, dass diese Beleidigungen die Beleidigten schon nicht stören werden. Mit den Mohamed-Karikaturen hat das übrigens mal schlicht überhaupt nichts zu tun. Aber auch das wissen Sie ja.

Wenn Sie eine Diskussion wollen, dann liefern Sie doch statt dessen einfach vernünftige Argumente, über die man sich ernsthaft auseinandersetzen kann. Neben der Optik, über die man streiten kann, bleibt, dass Sie glauben, Arbeitsplätze im EDV-Bereich und damit die Gebäude, in denen sie sich befinden, seien in naher Zukunft obsolet. Das halte ich für absurd. Auch Ihr Vergleich mit Diesel-Motoren ist unsinnig - wenn die Lobster-Leute so lange in dem Neubau sind wie die Diesel-Technologie (deren Nachteile ich damit nicht verteidige) existiert und Sinn gemacht hat, dann ist das aus heutiger Sicht schon fast die Definition von zukunftsträchtig.

Recht hat im Übrigen Herr Rekus; seinem Beitrag ist nur hinzuzufügen, dass sich hier eigentlich diejenigen zuerst über Zuzug von aussen beschweren dürfen , die nicht selbst privat und/oder mit ihrem Geschäft nach Tutzing nach Tutzing gezogen sind. Und diejenigen, die seit Geburt hier leben, aber ihr Grundeigentum in der Vergangenheit nicht meistbietend zur engeren Bebauung verkauft haben. Dass es in Tutzing möglich ist und bleibt, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, halte ich nicht für negativ. Sonst müssten Sie ja konsequenterweise alle Betriebe aus Tutzing vertreiben, damit - außer zum Schlafen - bloß niemand hierherkommt und das Wohnen billiger wird. Ob Tutzing dann, gerade für junge Leute, noch so attraktiv ist, weiß ich nicht.
Man nennt eine „tangentiale Kommunikation“, wenn im Gespräch aneinander vorbei geredet oder geschrieben wird. Deshalb wechsele ich an der Stelle in einfaches Deutsch, Herr Dornow. Vielleicht wird Ihnen dann deutlicher, was ich sagen will und was gewiss nicht gemeint war:

1. Die Architektur der Gebäude empfinde ich ganz subjektiv als hässlich und einfallslos.
2. Herrn Hoffmanns Freude über die „attraktiven Arbeitsplätze“ uam. vermag meine Enttäuschung über dieses Erscheinungsbild nicht zu lindern.
3. Die euphorisierte Art und Weise, in der Herr Hoffmann über IT-Berufe sprach, gefiel mir nicht. Deshalb habe ich den Spieß umgedreht und ironisch über die von ihm idealisiert dargestellten Tätigkeiten gesprochen.
4. Insbesondere gefiel mir die abgehobene Haltung nicht, mit der attraktive Arbeitsplätze ungenannten unattraktiven Arbeitsplätzen gegenübergestellt wurden.
5. Es gibt Branchen und Menschen, die mehr oder weniger Raum, Ressourcen und Energie für sich beanspruchen und verbrauchen.
6. Ich habe erwähnt, dass Fridays for Future den Klimawandel und dessen Verursacher im Fokus hat. Weil die IT-Branche extrem energieintensiv ist, sind beide logischerweise keine Best Buddies.
7. Sie argumentieren hier für die Bau- und die IT-Branche, die mit diesen Bauten weit in die Lebensbereiche aller Tutzinger Bürger hinein wirken. Dieser raumgreifende Anspruch passt wenig zu der Dünnhäutigkeit, mit der Sie sich gegen Kritik wenden.
8. Die Gestaltungsmacht liegt bei den Geldgebern, den Unternehmen und Architekten. Mein kritischer Kommentar ist im Vergleich dazu ein Staubkorn in der Wüste.
9. Nun geben Sie sich aber nicht nur dünnhäutig, sondern Sie gehen weiter: Sie entreißen diese Bauten unter Verweis auf die Subjektivität von Geschmacksfragen der Debatte. Da schwingt ein hochherrschaftlicher Gestus mit, der so gar nicht in einen demokratischen Austausch passen will.

Wenn es Ihnen auch jetzt nicht gelingen sollte, aus dieser Liste Argumente zu ziehen, greifen Sie bitte zum Telefonhörer. Ich nehme mir gerne die für weitere Erläuterungen erforderliche Zeit.
"euphorisierte Art und Weise"
"idealisiert dargestellten Tätigkeiten"
"abgehobene Haltung"
"Dieser raumgreifende Anspruch passt wenig zu der Dünnhäutigkeit, mit der Sie sich gegen Kritik wenden."
"Sie entreißen diese Bauten unter Verweis auf die Subjektivität von Geschmacksfragen der Debatte."
"Da schwingt ein hochherrschaftlicher Gestus mit"

Na ja, wenn Sie meinen...
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Danke für die Zusammenfassung Ihrer Gedanken, Herr Kerbs. Ich möchte nicht alle kommentieren, ein paar Punkte sind mir aber doch aufgefallen:

3. Ich finde es sehr schade, dass man anscheinend für sein Berufsfeld nicht brennen darf. Was spricht dagegen motiviert zu sein, Spaß an der Arbeit zu haben und von der Sache für die man arbeitet überzeugt zu sein? Warum muss man dies durch "Spieß umdrehen" und Ironie kontern und damit auf die persönliche Ebene bringen?

4. Ich habe das versucht nachzuvollziehen. Ich kann nicht sehen, dass Thorben Hoffmann in irgendeiner Form andere Berufsfelder diskreditiert oder (un-)bewusst als unattraktiv darstellt. Nur weil etwas attraktiv genannt wird kann man nicht ableiten, dass "ungenanntes" unattraktiv ist. Ich finde den Starnberger See schön. Niemand würde mir wegen dieser Aussage unterstellen, dass ich Lake Louise nicht auch schön finde. Diesen Zusammenhang haben Sie selbst hergestellt. Und übrigens sogar missbraucht, indem Sie die Wichtigkeit der von Ihnen zitierten Berufsgruppen betont haben. Diese Argumentation halte ich persönlich für Populismus.

6. Ein interessanter Punkt. Viele Fridays for Future Teilnehmer sind aufgrund Ihres Alters mit digitalen Medien aufgewachsen. Ich habe noch keine Kritik der Bewegung an der IT allgemein wahrgenommen, da wäre ich an Verweisen interessiert. Von Energiekonsum auf "logischerweise keine Best Buddies" zu schließen scheint mir verkürzt, die Bewegung argumentiert normalerweise fachlich fundiert (zum Beispiel unterstützt durch Scientists for Future).

Übrigens: das mit dem einfachen Deutsch hat meiner Meinung nach leider nicht geklappt. Und das möchte ich auf keinen Fall als persönliche Kritik verstanden wissen, sondern es ist vielmehr eine Beobachtung, die sich so auf einige Kommentare von Ihnen und anderen auf vorort.news beziehen lässt. Sehr lehrreich ist für mich in diesem Zusammenhang die Rubrik "Leichte Sprache" aus dem Magazin brand eins. An diesem Sprachstil sieht man deutlich, wie man komplizierte Ausdrucksweisen in verständliche Worte fassen kann, und dabei erstaunlich wenig Inhalt verliert.
Die Debatte wird konkreter, Herr Ruess, das freut mich:

ad 3: Ich muss ein wenig ausholen, um Ihre Frage zu beantworten. In unseren westlichen Gesellschaften genießt intellektuelle Arbeit ein höheres Ansehen und wird besser vergütet als körperliche, zuarbeitende Tätigkeiten. Welches Kind wohin gelangt, diese Zuordnung erfolgt im auswählenden Bildungssystem. Jeder Schuljahresabschluss steht für eine Hürde und schlechtere Noten als die Mitschüler führen in eine kürzere und schlechter ausgestattete Bildungskarrieren. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Gerechtigkeit kommt dabei deshalb zu kurz, weil der sozioökonomische Status der Schüler, der Bildungsabschluss der Eltern, auch deren Hautfarbe, die Entschiedenheit ihres Auftretens bis zur Qualität ihrer Anwälte, das Einzugsgebiet der Schule und andere Faktoren letztlich mehr zum erzielten Bildungsabschluss beitragen als das intellektuelle Potenzial und der Fleiß der Kinder. Natürlich gibt es Nutznießer, die mit Murren reagieren, wenn an diesen Verhältnissen etwas geändert werden soll. Sie können es sich leisten, die Mängel des Systems privat auszugleichen, flüchtet auf Privatschulen, manche in Internate, ins Ausland oder sie lassen ihre Kinder von Nachhilfelehrern bis zum Abitur geleiten. Und jetzt kommen wir zum Punkt: Die Profiteure des beschriebenen Verteilungskampfes zeichnen sich nicht selten durch eine ganz typische Herablassung aus, die ich auf dieser Plattform bereits einige Male kritisiert habe. Auch Sie scheinen keine Antennen für die feinen Zwischentöne der Arroganz zu haben, sonst wäre Ihnen an den Formulierungen von Thorben Hoffmann gewiss etwas aufgefallen. Er spricht von „attraktiven Arbeitsplätzen für junge Mütter und Väter, die als Software-Entwickler, Projektleiter, Key Accounter“ in Tutzing willkommen sind. Interessant ist, was er nicht formuliert. So käme er wohl nicht auf die Idee, eine Arbeitsstelle im Bauhof, im Vorzimmer des HNO-Arztes, an der Kasse des Supermarktes, in der Wäscherei der Klinik oder in der ambulanten Pflege als attraktiven Arbeitsplatz oder als „zukunftsorientiert“ zu bezeichnen. Wer so denkt, findet das zumeist nicht überheblich, sondern ganz natürlich. Man tritt als große Geste für das einfache Volk in der Stunde der Not auf den Balkon, applaudiert und stellt den Bildbeleg ins Netz. Nach dieser Konversation gehe ich davon aus, dass auch Sie meinen, Ihre Arbeit sei wichtiger und müsse besser entlohnt werden als die von denen, die sich die Hände schmutzig machen. Damit sollte meine Antwort auf Ihre Frage deutlich geworden sein. Natürlich dürfen Sie, dürfen alle Programmierer dieser Erde für ihre Jobs brennen. Nur bitte ohne die unbedachte Arroganz, die im Endeffekt in der Gesellschaft dazu geführt hat, dass heute dringend benötigte Intensiv- und Altenpfleger derart katastrophal schlecht bezahlt werden, dass viel zu wenige diesen Job noch machen wollen. Wir reden hier also über Stilfragen und Haltungen.

ad 4: Und gewiss reden wir nicht über Urlaubsziele und Geschmacksfragen, sondern in letzter Konsequenz über Einkommensverhältnisse und daraus resultierende Lebenschancen. Wo sich Wenige viel nehmen, bleibt für die Vielen wenig übrig. Rund um die Baustelle geht es also letztlich darum, wer für sich wieviel Raum in Anspruch nimmt, wer sich große, hohe, auffällige Gebäude errichten lässt, ohne bemerken zu wollen, dass er oder sie Teil eines Nullsummenspieles ist. Sie, Herr Ruess, argumentieren hier für diejenigen, die für die eigene Sache viel Raum beanspruchen. Und ich mache mich unbeliebt, weil ich das zur Sprache bringe.

ad 6: An dem Punkt verstehe ich die Debatte nicht mehr und schlage vor, das wegzulassen.

ad „Übrigens“: Da haben Sie mich erwischt. Ich neige leider dazu, unter Zeitdruck umständlich zu schreiben. Es braucht Mühe, das Kantige aus meinen Texten herauszustreichen. Und die hatte ich mir beim letzten Text dann doch nicht gemacht. Mein Fehler, Ihr Punkt.
"........So käme er wohl nicht auf die Idee, eine Arbeitsstelle im Bauhof, im Vorzimmer des HNO-Arztes, an der Kasse des Supermarktes, in der Wäscherei der Klinik oder in der ambulanten Pflege als attraktiven Arbeitsplatz oder als „zukunftsorientiert“ zu bezeichnen. Wer so denkt, findet das zumeist nicht überheblich, sondern ganz natürlich. Man tritt als große Geste für das einfache Volk in der Stunde der Not auf den Balkon, applaudiert und stellt den Bildbeleg ins Netz. Nach dieser Konversation gehe ich davon aus, dass auch Sie meinen, Ihre Arbeit sei wichtiger und müsse besser entlohnt werden als die von denen, die sich die Hände schmutzig machen...."

Schade Herr Kerbs, jetzt wird es persönlich, niveaulos und unreflektiert.... Ich frage mich, woher sie nehmen, dass ich überheblich sein soll und die Arbeit von Bauhof, Arzthelfern/innen, ambulanter Krankenpflege und vielen weiteren als nicht zukunftsorientiert oder weniger wichtig einstufe.

Es ging mir darum, dass hier in Tutzing neue Arbeitsplätze in einem modernen Neubau entstehen, den ich architektonisch bei weitem nicht so dramatisch finde, wie es Herr Wagner darstellt. Wenn in einem solchen Bau betreutes Wohnen, ein neues Krankenhaus, eine Umweltstiftung oder was auch immer einziehen würden und dauerhaft Arbeitsplätze schafft, fände ich auch das positiv.

Aber das ist mein letzter Kommentar dazu hier.


Die gekränkte Opferpose gehört zum politischen Repertoire rechter Kreise, Herr Hoffmann, und sie dient dazu, sich unangreifbar zu machen, die eigene Deutungshoheit moralisch zu unterfüttern. Wenn Sie Ihre Perspektive nur ein klein wenig verlagern, wird es gleich viel weniger persönlich. Denn nicht Sie sind in meiner Darstellung überheblich, sondern die von Ihnen vertretene Haltung wird von mir so erlebt. Es geht also gar nicht um Sie, sondern um das, was Sie an Sachbeiträgen und Haltungen zum Ausdruck bringen. Unter der Prämisse könnten wir uns vortrefflich über Positionen streiten, ohne das Gefühl haben zu müssen, wir würden uns gegenseitig die Existenzberechtigung absprechen. Gelänge uns das jedoch nicht, kämen wir irgendwo zwischen Trump und Orban raus und der demokratische Diskurs wäre hier verstummt. Was ich nun wirklich sehr schade fände.
Herrn Hoffmann nun in die Ecke der Rechten zu schieben, geht dann doch zu weit Herr Kerbs. Da ich die Diskussion begonnen habe ,würde ich mir wünschen an dieser Stelle abzubrechen. Denn um das eigentliche Thema geht es in dieser Diskussion schon länger nicht mehr.
(Bearbeitet)
Ähnlich wie Herr Hoffmann wurde auch ich von Herrn Kerbs an anderer Stelle ebenfalls kurzerhand in die Rechte Ecke geschrieben, als ihm die Argumente ausgingen.
Offensichtlich ein Verhaltensmuster das sich wiederholt!
Da wird dann auch klar, wer hier notfalls "...die eigene Deutungshoheit moralisch zu unterfüttern..." sucht.
(Bearbeitet)
Jetzt nochmal ganz langsam bitte. Geschrieben habe ich: "Die gekränkte Opferpose gehört zum politischen Repertoire rechter Kreise". Somit habe ich den Stil einer Argumentationsführung einem politischen Kontext zugeordnet, und nicht eine Person. Ein wenig mehr Differenzierung wäre hilfreich.
Ach wäre das schön, wenn die Menschen im Suchen eines gemeinsamen Nenners mehr Lust verspüren würden, als im Finden der "besseren" Argumente - wobei mir scheint, dass Sie, Herr Kerbs, die Distanz, die Sie zum Verständnis Ihrer Argumente einfordern, manchmal selbst ein wenig vermissen lassen.
Die Veränderung Tutzings verfolge ich größtenteils mit Neugierde und Vorfreude. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mich auf Dinge die ich nicht ändern kann einzulassen. Erst dann ist man auch in der Lage, differenziert darauf zuzugehen um vielleicht doch das ein oder andere beeinflussen zu können. Das wird angesichts dieser (für Tutzing) enormen Dimensionen natürlich schwierig werden, aber lassen wir die Leute ihr Werk doch erstmal vollenden. Dann können wir uns ja dort im Biergarten treffen und weiterdiskutieren.
Schlimmer als früher kanns nicht werden. Ich erinnere mich, dass es in meiner Kindheit manchmal bestialisch stank in Tutzing. Angeblich wurden dann bei Boehringer die Versuchsratten verbrannt ...
(Bearbeitet)
So jung, Herr Fritsche, und schon so resigniert? ;-)
Quod eo modo non demonstrandum est.
Si tacuisses, philosophus mansisses!
Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla.
Ergo bibamus! Carpe noctem.
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