Das Unternehmen Verla-Pharm setzt alles daran, seinen Firmenstandort Tutzing auf Dauer abzusichern. Nicht nur seine kürzlich bekannt gewordenen Neubaupläne zwischen der Bernrieder Straße und den Bahngleisen sind dafür ein klares Signal. Offenkundig wird auch intensiv an den Betriebsstrukturen gearbeitet, um die Grundlagen für eine weiterhin erfolgreiche Tätigkeit im umkämpften Pharmamarkt zu festigen.
Der Geschäftsführung von Verla soll demnächst ein Beirat zur Seite gestellt werden. Das hat das Kuratorium der Verla-Stiftung beschlossen, wie dessen Vorsitzender Karl-Georg Bätz am Montag bei der Einweihung eines neuen Begegnungszentrums der Ambulanten Krankenpflege Tutzing mitgeteilt hat. Der Beirat soll aus erfahrenen Unternehmern bestehen, die teils aus der selben Branche, teils aus anderen Bereichen kommen, sagte Bätz bei der Feier, an der auch die Verla-Geschäftsführer Simon Stich und Philipp Lemke teilgenommen haben.
Die Verla-Pharm Arzneimittel GmbH & Co. KG gehört der 2022 gegründeten Verla Stiftung sowie über Vermögensverwaltungsgesellschaften der Gründerfamilie von Ehrlich-Treuenstätt. Der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums zeigte sich bei der Einweihungsfeier zuversichtlich, dass der neue Beirat schon bis Ende dieses Jahres oder im ersten Quartal des nächsten Jahres seine Arbeit aufnehmen wird.
Für das Neubau-Projekt werden etwa vier Jahre angesetzt
Für eine erfolgreiche weitere Entwicklung von Verla-Pharm am Standort Tutzing gab sich Bätz zuversichtlich. Umsatz und Ergebnis seien in den vergangenen zwei Jahren sogar signifikant gestiegen. Während viele mittelständische Unternehmen der Branche unter Lieferkettenproblemen und Preisdruck bei verschreibungspflichtigen Medikamenten leiden, gilt Verla-Pharm als hervorragend positioniert. Seine Zukunftsaussichten werden von Branchenkennern als sehr solide eingeschätzt.
Über die Neubaupläne neben der Firmenzentrale sagte Bätz: „Wir bringen im nächsten Jahr die größte Investition auf den Weg, die Verla jemals gesehen hat.“ Entstehen soll ein hochmodernes, vierstöckiges Labor- und Verwaltungsgebäude, mit dem sich das Unternehmen auch technisch auf neue regulatorische Anforderungen vorbereitet. Die Kosten des Projekts sollen angeblich bei rund 15 Millionen Euro liegen. Zwar sei noch nicht jede Unterschrift geleistet, sagte Bätz, doch: „Wir sind in Gesprächen mit der Gemeinde, dass wir auf diesem Weg weitergehen, um die Zukunft der Verla in Tutzing zu ermöglichen.“ Nach Angaben der Verla-Geschäftsführung soll der Bau möglichst zügig vollzogen werden. Realistisch gesehen setzen die Verantwortlichen für das Projekt und den Bau jedoch etwa vier Jahre an. Als Ziel gilt ein Umzug im Zeitraum 2030 oder 2031.
Verla-Pharm soll als selbstständiges Unternehmen erhalten bleiben
Mit der neuen Struktur werde gesichert, bekräftigte Bätz, dass der Wille der verstorbenen Firmenchefin und Stifterin Gabriele von Ehrlich-Treuenstätt erfüllt werde, Verla-Pharm als selbstständiges Unternehmen in Tutzing zu erhalten. „Das bleibt so“, betonte Bätz, „dazu gibt es keine zwei Meinungen.“ Nach den Worten des Kuratoriums-Vorsitzenden hat Gabriele von Ehrlich-Treuenstätt zwei wesentliche Ziele vorgegeben und sowohl in der Satzung als auch testamentarisch festgehalten: Die Stiftung muss ausschließlich für gemeinnützige und karitative Zwecke zur Verfügung stehen, und es muss eine Lösung gefunden werden, die es dem Unternehmen Verla-Pharm ermöglicht, als selbstständiges Unternehmen weiter zu existieren und nicht, so formulierte es Bätz, „in irgendwelchen Pharma- oder Chemie-Riesen unterzugehen“.
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Kommentare
Wenn's so kommt, ist das eine sehr, sehr erfreuliche Perspektive, auch für Tutzing.
Tutzing & Verla konnten sich immer auf die gegenseitige Unterstützung verlassen.
Auch hier gilt: Viele andere sind zwischenzeitlich gekommen, und rasch wieder verschwunden.
Eine absolut repektable Leistung der Eigentümerfamilie.
Hoffentlich geht auch dieses Tutzinger Kapitel noch sehr lange weiter !!