Wirtschaft
9.1.2023
Von vorOrt.news

Norweger wollen bei Lobster einsteigen

FSN Capital Partners unterzeichnet Vereinbarung zur Mehrheitsbeteiligung an dem Tutzinger Unternehmen

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Das neue Gebäude von Lobster auf dem ehemaligen Tutzinger Gelände von Boehringer-Mannheim und Roche © L.G.

Kurz nach Jahresbeginn überraschen in Tutzing Meldungen über einen geplanten mehrheitlichen Verkauf des Unternehmens „Lobster“. Die norwegische Firma FSN Capital Partners hat nach einer eigenen Mitteilung eine Vereinbarung zum Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Lobster unterzeichnet.

Wie Lobster-Chef Dr. Martin Fischer auf Nachfrage von vorOrt.news erklärt, sollen aber auch alle bisherigen Gesellschafter an Bord bleiben. Sie alle würden auch weiterhin für Lobster in gleichen Funktionen tätig sein. „Der Erhalt von Lobster ist eine sehr wichtige Basis für die Partnerschaft mit FSN“, versichert Fischer. Für eine Übernahme des Tutzinger Unternehmens habe es sehr viele Interessenten gegeben.

Beim Bundeskartellamt ist in dieser Angelegenheit kurz vor Weihnachten ein Fusionskontrollverfahren eingeleitet worden. Fischer rechnet mit einer Genehmigung des Vorhabens etwa Mitte bis Ende Februar dieses Jahres. Zum Kaufpreis will er keine Angaben machen.

Fischer hat Lobster im Jahr 2002 in Tutzing gegründet. Nach Stationen in Starnberg und Pöcking ist er mit dem Unternehmen im vorigen Jahr wieder nach Tutzing zurückgekehrt, als seine neue Firmenzentrale auf dem ehemaligen Gelände von Boehringer-Mannheim und Roche fertig war. Das Gebäude ist dort der zweite von insgesamt fünf Neubauten; drei von ihnen sind noch nicht errichtet.

Fischer: Lobster wird in Tutzing bleiben

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Lobster-Chef Martin Fischer und Jochen Twiehaus, der das Gebäude mit seinem Ingenieurbüro geplant hat, bei einer Präsentation mit Mitgliedern der Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (ATG) © L.G.

Lobster hat sich mit Verbindungen verschiedener IT-Systeme eine starke Marktstellung erarbeitet. Über Jahre ist der Umsatz mit zweistelligen Raten gestiegen, wie Fischer sagt. Aktuell erzielt das Unternehmen nach seinen Angaben mit etwa 280 Mitarbeitern und über 1500 Kunden mehr als 30 Millionen Euro Jahresumsatz. Die Ertragslage bezeichnet Fischer als sehr gut.

Als wesentlichen Grund für Beteiligung eines internationalen Unternehmens bezeichnet der Firmenchef weitere Expansion. Lobster müsse noch schneller, effektiver international werden, und zwar über Europa hinaus. „Wir wissen zum Beispiel,, dass wir sehr gute Chancen in den USA haben“, sagt Fischer, „dazu sind aber größere Investitionen und auch die richtige Vorgehensweise notwendig.“

Bisher verfügt Lobster über Standorte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, den Benelux-Staaten und Skandinavien. Das norwegische Unternehmen FSN, ein Beteiligungsspezialist, hat sich in Deutschland nach und nach schon an mehreren Unternehmen ganz unterschiedlicher Art beteiligt, so dem Autozubehörhändler Rameder, dem Rohr- und Kanalsanierer Impreg, den Softwarehäusern MHP Solution Group (heute Ecovium) und Tasking und der Bäckereikkette Görtz. Robin Mürer, Co-Managing-Partner bei FSN, äußert sich in der Mitteilung des Unternehmens beeindruckt über die Aufbauarbeit bei Lobster. FSN sehe enormes Potenzial für das Produkt von Lobster auf globaler Ebene.

In Tutzing werde Lobster auch weiter bleiben, versichert Fischer. An dem Gebäude sei FSN nicht beteiligt. Der Mietvertrag habe zur Absicherung des Standorts eine Mindestlaufzeit von 15 Jahren. Keine Änderung werde es auch für das Restaurant „Theodor“ im Erdgeschoss des Gebäudes geben, das nach seinen Worten weiter als gastronomischer Treffpunkt ausgebaut werden soll.

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Kommentare

Für mich stellt sich dabei halt die Frage: "Wohin fließt denn zukünftig die Gewerbesteuer?"