Verkehr
21.9.2026
Von vorOrt.news

Am Samstag Demonstration an der B2

Protest auf der Straßenbaustelle – Bürgerinitiative nennt Planungen „weder bürger- noch klimafreundlich"

Mit Fahrrädern auf die Bundesstraße: Am Samstag dieser Woche, 26. September, lädt die Bürgerinitiative „B2 Ausbau Oberland" um 10 Uhr zu einer Demonstration mit Infoveranstaltung an der B2 bei Wielenbach ein – und zwar genau dort, wo sich derzeit die große Straßenbaustelle befindet (siehe Karte). Treffpunkt ist an der Bundesstraße in der Verlängerung der Hirschbergstraße.

Beginn ist am Samstag um 10 Uhr an der B2 in der Verlängerung der Hirschbergstraße. Hier eine Anfahrtskarte:

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© Bürgerinitiative Wielenbach "B2 Ausbau Oberland"

Von Tutzing aus ist die Bahn nach Weilheim die bequemste Alternative zur Autofahrt – die Fahrt dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Alle Informationen zur Veranstaltung: b2-ausbau-oberland.de

Im Anschluss sollen am Samstag alle, die dabei sind, in einem Fahrradkorso auf der B2 nach Weilheim fahren. Die Initiative bittet ausdrücklich darum, Helme mitzubringen – und möglichst zu Fuß oder mit dem Rad anzureisen, weil es am Treffpunkt kaum Parkmöglichkeiten gibt.

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Bauarbeiten mit Ausstrahlungen nach Tutzing

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Die Anschlussstelle nach Tutzing an der B2 im Bau © Manfred Huber

Der Bauabschnitt, gegen den sich der Protest richtet, liegt zwar auf Wielenbacher Flur, hängt aber unmittelbar an Tutzing. Zum Ausbau zwischen Wielenbach und Pähl gehört der Umbau der Einmündung, über die die Staatsstraße 2066, vom Tutzinger Ortsteil Diemendorf kommend, auf die Bundesstraße trifft – mit Kreisverkehr, Brückenbauwerk und Seitenrampen.

Die Bauarbeiten strahlen schon seit einiger Zeit auf Tutzing aus. So war von Anfang April an die Staatsstraße zwischen Diemendorf und Wilzhofen rund zwei Monate komplett gesperrt. Der Verkehr lief über Traubing, und die Buslinie 937 nach Weilheim brauchte deutlich länger als sonst. Das Staatliche Bauamt empfahl damals den „Umstieg auf die Schiene". Der auffallende Umfang dieser Baustelle sorgt in Tutzing seit langem für Diskussionen Diskussionen über „Anschlussstelle Tutzing“

Hinter dem Aufruf steht die Bürgerinitiative „B2 Ausbau Oberland", die sich nach eigenen Angaben als unabhängig und überparteilich versteht und für eine sichere und klimafreundliche Mobilität in der Gemeinde Wielenbach eintritt. Die Initiatoren der Bürgerinitiative hoffen auch auf rege Teilnahme aus Tutzing bei der Demonstration am Samstag. Schon seit 2022 ist die Bürgerinitiative aktiv. Sie hat eine Online-Petition gestartet und schon ein paar Mal zu Kundgebungen aufgerufen. Unterstützung kommt aus einem breiteren Umfeld, unter anderem von der Weilheimer „Bürgerinitiative Heimat 2030" und vom Ortsverband Wielenbach von Bündnis 90/Die Grünen.

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Kreisverkehr, Brückenbauwerk, Seitenrampen: Plan für die Bauarbeiten an der Einmündung der Staatsstraße Tutzing-Diemendorf in die B2 © Staatliches Bauamt Weilheim

Mehr Sicherheit oder mehr Verkehr – zwei Lesarten desselben Bauwerks

Das Staatliche Bauamt Weilheim begründet das Vorhaben mit der Verkehrssicherheit: Es handele sich um einen der unfallträchtigsten Streckenzüge im Landkreis Weilheim-Schongau, die Zahl der Unfälle werde deutlich sinken. Auf 2,7 Kilometern entstehen ein zusätzlicher Überholstreifen in Fahrtrichtung München und die neue, kreuzungsfreie Anschlussstelle. Die Kosten beziffert das Amt auf 23,2 Millionen Euro, der Projektstand lautet: im Bau.

Die Bürgerinitiative sieht das anders. Die Planungen seien „weder bürger- noch klimafreundlich", kritisiert sie auf ihrer Internetseite. Sie verbesserten den Verkehrsfluss nicht, sondern zögen zusätzlichen Verkehr an – und das führe am Ende zu weniger Sicherheit. Grundsätzlich gegen kreuzungsfreie Anschlüsse wendet sich die Initiative nicht, sie hält aber die Dimensionen für zu groß.

Rechtlich ist der erste Abschnitt mit der Anschlussstelle nach Tutzing entschieden: Die Gemeinde Wielenbach hatte gegen den Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern vom Oktober 2021 Anfechtungsklage erhoben und war damit vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gescheitert. Seit Januar 2024 besteht Baurecht. Dass die Initiative das Thema dennoch weiterträgt, hat seinen Grund in den weiteren Ausbauplänen. Während die jetzige Baustelle schon weit fortgeschritten ist, steckt der zweite Abschnitt zwischen der Staatsstraße 2056 und der Bahnunterführung am Dietlhofer See noch in der Vorplanung . Auch dort sind ein dritter Fahrstreifen und eine nach Osten verschobene Trasse vorgesehen. Die Verantwortlichen der Bürgerinitiative geben sich entschlossen: Sie wollen nicht aufgeben.

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