Verkehr
4.7.2026
Von vorOrt.news

Hoffnung auf Baustellen-Kombination

Erneuerung am Höhenberg soll endlich Verbesserug der Unterführung an der Heinrich-Vogl-Straße ermöglichen

Für Fußgänger, vor allem mit Kinderwagen oder Rollator, ist die Bahnunterführung an der Heinrich-Vogl-Straße seit Langem eine unangenehme Engstelle: schmaler Gehweg, wenig Übersicht, Gegenverkehr auf engstem Raum. Eine Lösung dafür liegt technisch fertig in der Schublade – aber am Geld hakt es. Der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Tutzinger Gemeinderats hat sich deshalb erneut mit dem Thema befasst und einen neuen Anlauf vorgeschlagen: Die Maßnahme soll zusammen mit einer ohnehin anstehenden Erneuerung der nahen Straße Am Höhenberg im kommenden Haushalt berücksichtigt werden.

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Eng und unübersichtlich: Die Bahnunterfürung an der Heinrich-Vogl-Straße © L.G.

Fahrbahn enger und einspurig – Gehweg breiter

Die Geschichte der Unterführung reicht deutlich weiter zurück, als es die aktuelle Beschlussvorlage vermuten lässt. Bereits 2014 hatte sich der Ausschuss mit der Verkehrsführung befasst, sich damals aber gegen eine Änderung entschieden. Neuen Schwung bekam das Thema 2020, als ein Bürgeranliegen – eingebracht über die Tutzinger Liste – die Verbreiterung des Gehwegs forderte. Der Ausschuss nahm sich der Sache an, und 2022 stellte der gemeindliche Verkehrsplaner Benjamin Neudert eine Lösung vor, die inzwischen weitgehend feststeht: Die Fahrbahn in der Unterführung wird auf 4,10 Meter verengt und nur noch einspurig befahrbar, vorfahrtberechtigt ist der Verkehr von der Ostseite. Im Gegenzug wächst der Gehweg auf 1,50 Meter, ergänzt um Beschilderung und zwei Zebrastreifen östlich und westlich der Unterführung.

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Nur ein Angebot – deutlich teurer als die veranschlagte Summe

So weit, so geplant – doch als die Verwaltung die fertige Ausführungsplanung ausschreiben ließ, ging nur ein einziges Angebot ein, und das lag mit 26 000 Euro rund 100 000 Euro über der ursprünglich veranschlagten Summe von 160 000 Euro. Die Ausschreibung wurde daraufhin aufgehoben. Im Ausschuss war zu hören, dass ein Grund für die hohen Kosten auch in den Einrichtungskosten für eine eigene, isolierte Baustelle liegen dürfte – ein Aufwand, der sich nur schwer rechtfertigen lässt, wenn er nicht mit anderen Arbeiten in der Nähe verbunden wird.

Marlene Greinwald (Freie Wähler) sah aber auch einen Vorteil darin, dass die Unterführung noch nicht ausgebaut worden ist: Während der großen Sanierung der Tutzinger Hauptstraße diente die Heinrich-Vogl-Straße zeitweise als wichtige Umleitungsstrecke - eine Baustelle gleichzeitig an der Unterführung hätte den Verkehr zusätzlich belastet.

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Die Kreuzung Heinrich-Vogl-Straße, Am Höhenberg und Beringerweg © L.G.

Bündelung der Baustellen soll Kosten sparen

Eine neue Möglichkeit wird nun in einer Kombination mit der Straße Am Höhenberg gesehen. Die will nämlich der Abwasserverband im Zuge eigener Arbeiten in den nächsten Monaten teilweise erneuern. Dabei soll auch die Kreuzung zum Beringerweg entschärft und für Fußgänger wie Autofahrer übersichtlicher werden. Auf der Seite der Bahngleise ist eine Ausbuchtung vorgesehen, auf der ein Baum gepflanzt werden soll, so dass der Autoverkehr in Richtung Bahnhof abgebremst wird.

Der Ausschuss sieht die Chance, die Unterführung an der Heinrich-Vogl-Straße im kommenden Haushalt in Kombination mit der Baustelle der Straße Am Höhenberg zu planen und zu budgetieren – in der Hoffnung, dass sich durch die Bündelung Kosten sparen lassen, die bei zwei getrennten Baustellen doppelt anfallen würden.

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Auf de Seite der Bahngleise soll bei der Straße Am Höhenberg eine Ausbuchtung angelegt und ein Baum gepflanzt werden © Abwasserverband Starnberger See / Gemeinde Tutzing

Pro und contra Verkehrsableitung oberhalb der Bahngleise

Dr. Joachim Weber-Guskar (FDP) nahm dieses Thema zum Anlass, auf Bedarf an einer umfassenden Neuordnung des Verkehrs in Tutzing hinzuweisen. Die Nord-Süd-Tangente westlich der Bahn sollte nach seiner Meinung fahrfähiger gestaltet werden, um dort eine bessere Verkehrsableitung gerade auch von den Siedlungen oberhalb der Bahn zu ermöglichen. Der Verkehr aus diesem Bereich, in dem über die Jahre - so gerade an der Traubinger Straße - kräftig gebaut worden ist, fließt zurzeit weitgehend durch den Ort, auch wenn die betreffenden Autofahrer gar nicht nach Tutzing selbst wollen, sondern beispielsweise nach Weilheim.

Eine Ableitung oberhalb der Bahngleise - sowohl in Richtung Süden als auch in Richtung Garatshausen und Traubing - ist immer wieder mal im Gespräch. Vor Jahrzehnten gab es wegen der Siedlungen Am Bareisl und Luswiese sowie an der Zugspitzstraße schon Diskussionen über einen Ausbau der oberen Traubinger Straße bis nach Traubing zur Bundesstraße, um um eine Verkehrsentlastung des Tutzinger Ortszentrums zu erreichen.

Die nun vorgesehene Ausbuchtung mit einem Baum sieht Weber-Guskar aus diesem Grund kritisch. Bernd Pfitzner (Grüne) entgegnete, die Straßen oberhalb der Bahngleise seien keine Durchgangsstraße. Die Straße westlich der Bahn sollte nach seiner Auffassung in erster Linie Anliegerstraße bleiben und nicht attraktiver als Ausweichroute werden.

Der Ausschuss empfiehlt nun, die Anpassung der Unterführung im kommenden Haushalt erneut einzuplanen und mit der Erneuerung der Straße Am Höhenberg abzustimmen. Über eine endgültige Umsetzung und die konkrete Finanzierung entscheidet damit die kommende Haushaltsberatung.

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Potenzielle Ausweichroute? Die Heinrich-Vogl-Straße senkt sich zur Bahnunterführung hin ab, nach Süden geht es mit dem unteren Teil der Straße Am Höhenberg und dem Beringerweg entlang der Gleise und über den Parkplatz westlich des Bahnhofs weiter (Bild unten) © L.G.
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