Nach einem festen Plan sollen die Tutzinger Straßen saniert werden – allerdings nicht alle auf einmal, sondern nach und nach über die nächsten Jahre. Die Grundlage dafür haben Befahrungen durch das Unternehmen Eagle Eye Technologies geliefert. Zurzeit wird ein Erhaltungskonzept für die Straßen erstellt, mit dem sich demnächst der Gemeinderat befassen wird.
„Wir versuchen seit zwei Jahren in unsere Straßen zu investieren“, sagte Bürgermeister Ludwig Horn am Montag in der Bürgerversammlung. Nach seinen Angaben würde die Sanierung aller Straßen etwa 25 Millionen Euro kosten. Auf einen Schlag ist dies für die Gemeinde finanziell nicht zu stemmen. Jedes Jahr versuche sie dabei etwa mehr voranzukommen, sagte Horn, und „stetig“ zu investieren. Als sinnvoll gelten 1,4 Millionen Euro jährlich. „Aktuell sind wir noch drunter“, sagte Horn. Gewisse Steigerungen gab es aber nach seinen Worten bereits: „Wir sind bei 200 000 Euro gestartet, zurzeit sind wir bei 500 000 Euro bis 800 000 Euro.“
Ein Besucher der Bürgerversammlung wies auf einen sehr schlechten Zustand der Bräuhausstraße hin. Sie sei eigentlich auch eine Durchgangsstraße, sagte er und fragte kritisch: „Wartet man vielleicht auf die Bauten am Schönmoosweg?“ Noch schlimmer seien die Straße Am Höhenberg und die Kustermannstraße, bemerkte Horn. Nach seinen Andeutungen wird es bei der Sanierung wohl eine Prioriätenliste, aber auch eine Mischform geben: Zum einen sollen die Straßen mit besonders schlechtem Zustand vorrangig saniert werden, zum anderen soll aber gleichzeitig auch in Straßen mit besserem Zustand investiert werden, um deren Erhaltungschancen zu verbessern. Die Bräuhausstraße hat laut Horn eine feste Priorität, und zwar nicht nur wegen ihres Zustands, sondern auch wegen ihrer Charakteristik: Viel benutzte Straßen haben nach seinen Worten einen höheren Stellenwert. Die Straße am Höhenberg wäre offenbar dieses Jahr an der Reihe, doch scheint es dort ein Planungsproblem zu geben.
Eagle Eye ist ein Messverfahren: Am Erfassungsfahrzeug befinden sich nach Angaben des Unternehmens spezielle Sensoren, die die Straßen- und Verkehrsflächen während der Befahrung zentimetergenau ermitteln. Die aufgenommenen Bilder dokumentieren vor allem den Straßenzustand sowie unter Umständen das sogenannte Straßeninventar. Aufgenommen wird also zum einen die Straßenoberfläche, wobei insbesondere auch Straßenschäden wie Schlaglöcher oder Risse im Belag von Interesse sind. Die Daten werden als Grundlage für sogenannte Erhaltungsmanagement-Systeme genutzt, die den Unterhalt und die Sanierung der öffentlichen Straßen deutlich vereinfachen sollen.
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