Der neu gewählte Tutzinger Jugendbeirat hat sich zu seiner zweiten offiziellen Sitzung eingefunden. Neben vielen Diskussionen über laufende und neue Projekte sowie Gesprächen mit Gästen wurde dabei ein weiteres Gebiet deutlich, auf dem der Jugendbeirat die Jugend unterstützen möchte: Er will den Fahrradstreifen, der seit 2023 in Tutzing besteht, sicherer machen.
Etliche Mtglieder des Jugendberats sind viel mit dem Fahrrad unterwegs - und vielen von ihnen ist aufgefallen, dass die meisten Autofahrer den Fahrradstreifen falsch befahren. Da dieser in Tutzing erst seit etwa zweieinhalb Jahren besteht, hält es das junge Gremium für wahrscheinlich, dass den meisten Autofahrern einfach nicht bewusst ist, welche Regeln für den Schutzstreifen gelten. Besonders zu Stoßzeiten wie dem Beginn des Schultags können dies zu großer Frustration bei den Fahrradfahrern führen, so die Warnungen.
Für Fahrradschutzstreifen gilt laut Anlage 3 der Straßenverkehrsordnung Abschnitt 8, grundsätzlich, dass diese nicht von Kraftfahrzeugführern befahren werden sollten, solange das möglich ist. Sie dürfen auf sie ausweichen, sollten sie einem Hindernis begegnen oder die Straße zu eng sein, solange kein Radfahrer behindert werden kann. Es gilt ein absolutes Halteverbot und Radfahrer dürfen, besonders bei Stillstand, rechts überholen.
“Der Fahrradstreifen ist leider durch fehlendes Bewusstsein der Autofahrer kaum sinnvoll nutzbar", kritisierte Leopold Hann (18), Mitglied des Jugendbeirats. Das sei vor allem für die Jugend in den Stoßzeiten der An- und Abreise der Schule ein Problem, da dort kein effizientes Vorankommen möglich sei und Schüler dadurch behindert würden.
Auch die stellvertretende Vorsitzende Mia Neff (18) äußerte sich. Sie erinnerte sich, während ihrer Fahrausbildung explizit gelernt zu haben, dass auf der Hauptstraße genug Platz für zwei PKWs sei, auch wenn beide den Fahrradschutzstreifen frei ließen. Beide Stimmen fanden Zustimmung und brachten einen Wunsch nach Besserung zum Ausdruck.
Der Jugendbeauftragte des Tutzinger Gemeinderats, Claus Piesch, konnte die Frustration nachvollziehen. Ein Projekt zur Unterstützung der Sicherheit für Personen, die mit Fahrrädern unterwegs sind, würde er begrüßen.
Da die meisten Nutzer des Fahrradstreifens, vor allem zu Stoßzeiten, Jugendliche sind, sieht der Jugendbeirat es in seiner Pflicht, etwas zu unternehmen. Der aktuelle Plan soll vor allem durch Aufklärung eine Verbesserung erzielen. Dabei soll es Banner, vielleicht auch Flyer geben. Wenn möglich, plant der Jugendbeirat eine Kooperation mit der Polizei und den Tutzinger Schulen.
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Kommentare
Da hab ich ja wohl einen Nerv getroffen.
Allen ein schönes Wochenende
Die Äußerungen von 7.31 h verdienen allerdings das Prädikat: Kontraproduktiv und sind nicht geeignet, die Diskussion in konstruktive Bahnen zu steuern.
"Alte weiße Männer" das beste Sachargument ever - Glückwunsch! Sie haben die "Goldene Zitrone" des heutigen Tages gewonnen.
Um eine Schulung derer könnten sich ja die alten weißen Männer aus der Kommentarspalte kümmern, da kämen sie mal an die frische Luft und würden nicht so heiß laufen.
Das wär schön!
Die Szene: Zwei Achtzehnjährige, neu gewählt, bitten höflich darum, den Fahrradschutzstreifen freizuhalten. Sie wollen kein Tempolimit, keine Revolution, nur morgens in Ruhe zur Schule radeln. Der Baby Schimmerlos der Spalte, Herr Vahsen, warnt sofort vor Steinewerfern ohne Fehl und schiebt dabei der Redaktion eine selbstgebastelte Fotomontage unter, zwei Jugendliche auf einem E-Scooter, undeklariert, gedruckt, entlarvt. Motto: „Wer im Glashaus sitzt." Der Mann saß im Glashaus und malte es von innen an, bevor er den ersten Stein warf.
Herr Mieth bringt Marx ins Spiel. Sisyphos winkt vom Starnberger Ufer. Und dann tritt Toni Schott auf wie der Generaldirektor Haffenloher, der sich als Oberbayer zum Schiedsrichter der Landesgrenzen aufschwingt und Herrn Kerbs eine Ausreisempfehlung nach München ausstellt. Zum Schluss jener Satz, den Dietl selbst nicht schöner hätte schreiben können: „Ich lege keinerlei Wert auf eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen." Vorhang.
Dazwischen steht Gerald Herrmann wie der einzige nüchterne Gast bei einer Premierenfeier. Er liefert Zahlen. Bei tödlichen Kollisionen Auto gegen Rad sterben in nahezu hundert Prozent der Fälle die Radfahrer. Antwort der Runde: Schulterzucken, Sektglas nachfüllen, Thema wechseln.
Was Dietl verstanden hätte: Es geht nie um den Schutzstreifen. Es geht um die Furcht, dass irgendwann ein Gymnasiast im Gemeinderat höflich erklärt, was „Friedenspflicht" außerhalb der Tarifverhandlung bedeutet. Bis dahin gilt die Bavaria-Regel: Rechts überholen. Laut StVO ausdrücklich erlaubt.
Sie loben jene Phase, in der ich geschwiegen habe, und Sie empfehlen mir nun, in München zu „wirken". Das ist ein bemerkenswert offener Satz. Er verrät, worum es in dieser Kommentarspalte einem Teil der Beteiligten tatsächlich geht: nicht um Argumente, sondern um die Frage, wer hier überhaupt sprechen soll.
Genau dieses Muster habe ich in meinem Kommentar an Herrn Vahsen und Herrn Mieth beschrieben, und Sie illustrieren es nun in Reinform. Kein Argument wird widerlegt, stattdessen wird der Sprecher delegitimiert. Das Etikett „ideologisch" ersetzt die Auseinandersetzung. Ein anonymes „viele Leser" wird zur Kulisse, vor der man das Missfallen inszeniert.
Ihr P.S., Sie legten „keinerlei Wert auf eine Antwort", passt in dieses Bild. Wer eine öffentliche Debatte ernst nimmt, lädt zur Entgegnung ein und fürchtet sie nicht. Wer sie abwehrt, bevor sie begonnen hat, signalisiert, dass es ihm nie um einen Austausch ging.
Ich werde weiter kommentieren, wo ich es für richtig halte, und zwar in Tutzing, weil ich hier lebe. Dass Ihnen das nicht gefällt, ist Ihr gutes Recht. Es ist aber kein Argument.
gestatten Sie mir an dieser Stelle endlich einmal einen längst überfälligen Kommentar: Ihre Einlassungen in Ihren sog. Diskussionsbeiträgen zu den immer wieder, von Ihnen aufgegriffenen ideologisch ausgeführten Themen nerven viele Leser, die sich in den neutral verfassten Informationsbeiträgen von Herrn Dr Goslich über unser Zusammenleben in Tutzing einen Überblick verschaffen wollen.
Wohltuend die Zeit vor der Kommunalwahl , als Ihnen von Ihrer Interessengruppierung eine " Friedenspflicht " ohne Kommentare empfohlen war. Ich hoffe, dieser Impuls wird andauern oder Sie erbauen mit Ihren Ausführungen die Landeshauptstadt München , die ja einen Vertreter Ihrer Meinungsrichtung gewählt hat, dort können Sie sicherlich viel bewirken.
P.S. Ich lege keinerlei Wert auf eine Antwort
Mit freundlichen Grüßen
Toni Schott
Ich habe mir die Zahlen zu Fahrradunfällen einmal genauer angesehen. Dabei fällt auf: Rund 50 % aller Fahrradunfälle sind Alleinunfälle – also ganz ohne Beteiligung von Autofahrern. Und auch bei den übrigen Unfällen sind Radfahrer keineswegs nur Betroffene, sondern in einem relevanten Anteil selbst Hauptverursacher.
Das bedeutet im Klartext: Ein großer Teil der Risiken entsteht durch das eigene Verhalten. Das sollte man in der Diskussion nicht ausblenden.
Gerade deshalb halte ich es für sinnvoll, innerhalb der eigenen Gruppe anzusetzen. Themen wie fehlendes Licht, Ablenkung, Helme oder die falsche Nutzung von Wegen sind unmittelbar sicherheitsrelevant und entscheiden im Zweifel über Sturz oder Verletzung. Auch bei Verkehrskontrollen zeigt sich immer wieder, dass Radfahrer häufig gegen Regeln verstoßen – nicht selten sogar häufiger als Autofahrer. Die Dunkelziffer dürfte dabei noch deutlich höher liegen.
Ohne Emotionen und ohne Vorwürfe: Für mein Verständnis würde der Jugendbeirat daher sinnvoller handeln und mehr für die Sicherheit der Radler tun, wenn er Aufklärung und Schulungen in den eigenen Reihen organisiert, statt den Fokus vor allem auf Kritik an Autofahrern zu legen.
Ein überfahrener Radschutzstreifen mag ärgerlich sein – als Vielradler habe ich dafür wenig Sympathie. Im Vergleich zu den genannten Risiken scheint er jedoch deutlich seltener die Ursache für Unfälle zu sein.
Genau deshalb irritiert auch Herr Mieths Einwand. Dass ein leerer Schutzstreifen in Ausnahmesituationen mitbenutzt werden darf, macht aus der Ausnahme noch keinen Normalzustand. Die ständige Flucht ins „hätte-wäre-könnte“ über Fotos und Gegenverkehr vernebelt nur, was hier längst klar benannt wurde: Schutzstreifen sind freizuhalten, und genau daran hapert es im Alltag auf Seiten der Autofahrer.
Insofern irritiert sowohl das Video, als auch das obige Foto ; schafft keine Eindeutigkeit wie ich meine.
Mehrere Kommentare sind erschreckend und demotivieren eher, sich hier weiter – vor allem durch junge Leute – aktiv einzubringen.
Hier gibt es Informationen zum richtigen Verhalten.
Das dort verfügbare Dokument wurde in Neuauflage leider nur als pdf und nicht mehr als gedrucktes Exemplar bereitgestellt:
https://www.lk-starnberg.de/Verkehr/Radfahren-im-Landkreis-Starnberg/Infrastruktur/Fahrradschutzstreifen
Wenn ich mit dem PKW unterwegs bin, bleibe ich bei normalem Verlauf im Straßenverkehr außerhalb des Schutzstreifens und bekomme oft entsetzte Blicke aus dem Gegenverkehr, weil es denen gefühlt zu eng wird. Dabei dürfen Schutzstreifen – so wie in Nord und Süd erfolgt – nur angebracht werden, wenn die Fahrbahnbreite für den Begegnungsverkehr PKW-PKW ausreicht.
Somit IST hier ausreichend Platz!
Auch wird oft genug sehr knapp an Radfahrenden vorbeigefahren, obwohl der Mindestabstand von 1,50m natürlich weiterhin gilt. Das bekomme ich als Radfahrer auch oft genug zu spüren.
Dies als mein Begründungsbeistand der Jugendinitiative.
Und die Sicherheit im Straßenverkehr sollte in unser aller Interesse sein, denn schließlich sollten doch viele von uns mehr mit dem Rad unterwegs sein.
Jetzt zum erschreckenden Teil:
Von Seiten der Kommentierenden der älteren Bevölkerung kommt hier wieder Häme und Relativierung des Fehlverhaltens und reichlich „Ja, aber dies und das auch beachten…“ oder „Der Jugendbeirat sollte auch…“ usw.
Und weil das noch nicht reicht, geht es auch noch über zur Beschwerde einer „nicht namentlichen“ Nennung der Verfasser.
Der Jugendbeirat sollte bekannt sein – wenn nicht, dann hier:
Doppelspitze beim Tutzinger Jugendbeirat
Der Beitrag kam – wie beschrieben – nach einem Beschluss des Gremiums und somit stehen alle dahinter.
Und im Text sind auch ein paar Namen erwähnt.
Wie wäre es denn einmal mit einem rein positiven Signal durch uns Ältere und der Unterstützung der Initiative, von der wir schließlich alle im Radverkehr profitieren würden?
Niemand hätte dadurch Nachteile!
Und wer ein anderes Problem anbringen möchte, könnte dann auch einen eigenen Beitrag – gerne unter Klarnamen – einstellen.
Die Seitenbetreiber freuen sich über (fast) jeden Beitrag.
Diese viele Mühe Information in Tutzing zu sammeln ( durch Teilnahme an Veranstaltungen oder kostenlose zur Verfügung stellen der Vorort.news für Interessengruppen) finde ich super.
Chapeau für ihr Engagement.
Es gibt hier leider nur 10 bis 20 Kommentatoren, die sich Zeit nehmen Ihre eigenen Ansichten zu Problemen/Verbesserungen für das Zusammenleben in Tutzing darzulegen.
Ein wenig nervt mich, dass manche Kommentatoren zwar sachlich korrekt, aber doch zu aufdringlich ihre eigenen Ansichten darlegen.
Weniger nachhacken hilft manchmal mehr die eigenen Ansichten zu überdenken und korrigieren.
Und die Idee, die Diskussion damit zu "versachlichen", hat genau den gegenteiligen Effekt. Sie verschiebt den Fokus weg von einem realen Sicherheitsproblem hin zu einer Debatte über Radfahrerfehler.
Das wiederum ist keine Versachlichung, das ist Ablenkung. Die Sachlichkeit hat jetzt Gerald Herrmann mit dem statistischen Fundament geliefert. Und das spricht eine deutliche Sprache: Wer mit dem Auto einen Schutzstreifen falsch befährt, gefährdet andere. Wer mit dem Fahrrad einen Fehler macht, gefährdet sich selbst.
Ich bitte aber auch um etwas Verständnis und mildernde Umstände: Wenn der Jugendbeirat – anonym und ohne konkrete Beispiele – pauschal den meisten Autofahrern mangelnde Kenntnis unterstellt, stößt mir das auf. Ich erlebe den morgendlichen Verkehr hier in Tutzing täglich sehr genau. Und ehrlich gesagt: Regelverstöße gibt es auf allen Seiten. Da ist keine Seite besser als die andere.
Meine Idee war, mit einem kleinen Augenzwinkern darauf hinzuweisen, dass Fehler nicht nur „die anderen“ machen. Ob das Bild nun echt oder gestellt ist, spielt dabei keine große Rolle – es zeigt letztlich eine Situation, wie sie hier vor Ort täglich sehr oft vorkommt.
Ich hatte eigentlich die Hoffnung, die Diskussion ein wenig zu versachlichen und vielleicht auch mit einem Augenzwinkern zu zeigen, dass es auf allen Seiten Verbesserungspotenzial gibt. Das ist schief gegangen und das Ganze offenbar unnötig hochgekocht. Tut mir leid. Ich hoffe wir können das Thema damit beenden.
Aber abschliessend ein paar Worte OT zum Roller Doppel: Ein Unfall, keine Versicherungsdeckung wegen unsachgemäßer Benutzung. Der Gegner erwirkt einen Titel gegen den Jugendlichen. Der gilt 30 Jahre und wird wohl seine erste selbst verdiente Kohle kosten. Also durchaus auch ein Thema für Infoarbeit. Theorie, nicht unbedingt.
Der Jugendbeirat hat ein Thema angesprochen, dass für alle Radfahrer nicht nur, aber besonders auf der Staatsstraße, täglich bedrohlich ist. Der Jugendbeirat möchte sich dafür einsetzen, dass Bewusstsein oder sogar Abhilfe geschaffen wird. Soweit, so richtig.
Ein Blick in die Statistik zeigt: Jeder sechste Verkehrstote war ein Radfahrer. 2024/25 wurden ca. 450 Radfahrer (je Jahr) getötet. Die Zahl der Verletzten liegt sicherlich signifikant höher.
• Unfallgegner PKW: Hier tragen Radfahrer nur in etwa 25 % der Fälle die Hauptschuld. Zu 75% ist also der Autofahrer der Verursacher.
• Unfallgegner LKW: Hier liegt die Hauptschuld der Radfahrer sogar nur bei etwa 21 %.
• Unfallgegner Fußgänger oder andere Radfahrer: In diesen Konstellationen liegt die Schuld bei Radfahrern und Fußgängern fast gleich.
• Alleinunfälle: Diese werden naturgemäß zu 100 % selbst verschuldet .
Zur Todesfolge: In nahezu 100 % der Zusammenstöße zwischen Fahrrad und Auto, die tödlich enden, ist das Opfer der Radfahrer. Es ist extrem selten (statistisch 0%), dass ein Autofahrer durch das Verschulden eines Radfahrers ums Leben kommt.
Ein Radfahrer kann zwar durch Missachtung von Regeln einen schweren Unfall auslösen, die tödlichen Folgen eines solchen Fehlverhaltens trägt jedoch in der überwältigenden Mehrheit der Radfahrer selbst.
Es lohnt sich also, etwas gegen die Todesfälle (und die Verletzten), die von Auto- und LKW-Fahrern verursacht werden, zu tun. Danke dem Jugendbeirat, dass er dieses für Tutzing, für uns alle, aber besonders für die Kinder und Jugendlichen, wichtige Thema aufgegriffen hat. Mehr Rücksichtnahme durch die Autofahrer würde also helfen. Auch die Einführung von Tempo 30 auf der ortsdurchquerenden Staatsstraße wäre zielführend.
Ich bin nach dieser Einschätzung nicht mehr einfach nur ein Journalist, der mit erheblichem persönlichem und finanziellem Aufwand ein lokales Nachrichtenportal zur Verfügung stellt, um solche und andere Diskussionen zu ermöglichen. Ich bin viel mehr: ein Zensor, ein Richter, ein Alleswissender. Ich bin derjenige, der zu beurteilen hat, was veröffentlicht werden darf und was nicht.
Jemand hat mich mal als "Sheriff von Tutzing" bezeichnet. Als neulich über die Ablehnung und Annahme neuer Gemeinderatsmandate in Tutzing berichtet wurde, folgten teils recht kritische, aber sehr interessante Kommentare zur Auslegung des Wählerwillens. Daraufhin erhielt ich von einer betroffenen Gruppe die Mitteilung, "dass rechtswidrige Kommentare auf der online-Plattform stattfinden (strafbare Ehrdelikte)" und dass "von redaktioneller Mitverantwortung auszugehen" sei, "wenn sich das online-Portal nach erlangter Kenntnis nicht von den Kommentaren distanziert oder diese löscht". Ich habe daraufhin Teile von Kommentaren gelöscht, bin aber aus diesem Grund von anderer Seite wiederum wegen der damit verbundenen "Zensur" scharf kritisiert worden – zu Recht, wie ich inzwischen meine.
Aber wer hat schon die Weisheit mit Löffeln gefressen? Wenn ich alle Kommentare so kritisch, wie hier gefordert, überprüfen und im Fall des Falles löschen würde, dann müsste ich auch eine Bemerkung von Ihnen. lieber Herr Kerbs, entfernen: „Erst als der Jugendbeirat öffentlich klarstellt, dass das Bild nicht von ihm stammt und unpassend ist, kommt die Wahrheit heraus.“ Denn diese Klarstellung hat der Jugendbeirat heute morgen um 10 Uhr veröffentlicht. Herr Vahsen hat die „Wahrheit“ aber schon gestern um 20.30 Uhr in einem eigenen Kommentar eingegeben.
Was für ein Aufstieg: vom Journalisten zum Sheriff, der entscheidet, was man "durchgehen" lassen kann und was nicht. Ich werde zwar - von ein paar Werbeeinnahmen abgesehen - nicht bezahlt, jeder kann dieses Portal kostenlos nutzen, lesen, Beiträge einstellen und Kommentare abgeben. Ich besuche Veranstaltungen und Sitzungen, ich verfasse Beiträge., ich verwende darauf viel Zeit, die eigentlich Freizeit ist. Aber gleichzeitig habe ich auch die Pflicht, alles genau zu kontrollieren, was andere veröffentlichen, und das, bitte schön, mit dem erforderlichen rechtlichen, moralischen und sonstigen Hintergrund, der notwendig ist, um beurteilen zu können, was man "durchgehen" lassen kann und was nicht. Ganze Heerscharen von Juristen, Kommunikationsfachleuten und Experten anderer Richtungen bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht befassen sich immer wieder mit der Presse- und Meinungsfreiheit, versuchen zu klären, wie weit diese Freiheit geht, was erlaubt ist und was nicht. Aber dass ich das im Einzelfall genau und richtig entscheide, ist ja wohl das Mindeste, was man von mir erwarten kann - bei diesen enormen Abonnementspreisen, die ich für die Nutzung von vorOrt.news verlange.
Wer darüber lieber den Ton der Kritik beanstandet als den Vorgang selbst, betreibt genau jene Vernebelung, die diese Debatte inzwischen so unerquicklich macht.
Wir sollten bitte keine rhetorischen "Kanonen" in Stellung bringen; auch Satirefotos und humorvolle Beiträge mit Augenzwinkern dienen einer erhofften und immer erstrebenswerten Konsensfindung. Begriffen wie "Kein Kavaliersdelikt" scheinen nicht geeignet, ein freundliches Klima zu pflegen.
Und nein, Herr Vahsen, „Ein kleiner Spaß nach dem Motto wer im Glashaus sitzt" ist keine Entschuldigung, sondern eine Verharmlosung. Man schickt kein undeklariertes Propagandabild an eine Redaktion und tut dann überrascht, wenn andere das als Manipulation bezeichnen.
Der Rest der Kommentarspalte spielt das gewohnte Ablenkungsprogramm. Anonymitätsvorwürfe gegen den Jugendbeirat, die Empfehlung, mal locker zu bleiben, und Gegenwind-Rhetorik. Was sich da zeigt, ist das klassische Muster einer demographisch heillos überlegenen Gruppe, die politisches Kapital nicht dafür nutzt, einen Ort besser zu machen – sondern dafür, solche junge Menschen klein zu halten, die es wagen, Verbesserungen einzufordern.
Das Plädoyer für "Klarnamen" statt anonymer Bezeichnungen für Organisationen, Vereine oder Unternehmen entspricht auch unserer Meinung. In allen Inhalten, auch wenn es sich um Berichte oder Hinweise auf Veranstaltungen handelt, stecken immer auch Meinungsäußerungen. Die Verwendung anonymer Bezeichnungen suggeriert jedoch das Einverständnis aller, die zu den betreffenden Organisationen, Vereinen oder Unternehmen gehören, mit den betreffenden Äußerungen. Die Meinungen all dieser Menschen wird aber ganz bestimmt von denen, die solche Beiträge anonym kennzeichnen, nicht vor der jeweiligen Veröffentlichung eingeholt. Damit entsteht ein schiefes Bild. Wir haben deshalb schon wiederholt um "Klarnamen" statt anonymer Bezeichnungen gebeten und wiederholen dies an dieser Stelle nachdrücklich.
das Foto ist eine Montage von mir – ein kleiner Spaß nach dem Motto „wer im Glashaus sitzt“, keine echten Personen, also keine Rechtsverletzung. Zeigt aber eine Situation wie man sie täglich überall erleben kann. "Vermutlich kennen alle Rollerfahrer die Regeln nicht. "
Zur Sache: Ich bin in Tutzing viel mit dem Fahrrad unterwegs. Autos auf dem Radweg im fließenden Verkehr sind selten das Problem – das lässt sich bei unseren engen Straßen oft gar nicht vermeiden. Wirklich störend sind zugeparkte Radwege.
Den Ansatz des Jugendbeirats verstehe ich, aber eine Dramatisierung halte ich für überzogen.
Und: Wer in die Politik geht, muss auch Gegenwind aushalten. Genauso legitim wie pauschale Kritik an Autofahrern ist auch Widerspruch dazu.
2 Personen zusammen auf 1 E-Scooter sind im realen Alltag jedoch durchaus immer wieder mal beobachtbar.
Nachtrag zur Situation auf dem ersten Bild:
-> Ja, die Autos kämen an dieser Stelle wohl auch ohne ausweichen aneinander vorbei. Mit den linken Außenspiegeln im knappen cm Abstand. Aber jeder kleinste Fehler am Lenkrad könnte dann bereits einen Unfall verursachen. Auch deswegen soll man zu Radfahrern grundsätzlich 1,5 - 2 Meter Abstand halten, also mehr als der Schutzstreifen vorgibt.
-> In vergleichbaren Situationen habe ich sogar Streifenfahrzeuge der Polizei (!) in ähnlicher Weise auf den freien Radstreifen ausweichen sehen, wenn wie auf diesem Bild weit & breit kein Radfahrer da war, den man hätte bedrängen oder gar gefährden können.
-> Es gibt dennoch sehr wohl andere Situationen, wo man erkennt, dass viele Autofahrer nicht so recht wissen (oder darauf achten) wie sie mit diesen Radschutzstreifen im Sinne des Gesetzgebers umgehen sollen; sie fahren dann beispielsweise permanent auf dem Schutzstreifen oder stur in der Fahrbahnmitte, egal was ihnen entgegen kommt; und andere Fehler...
-> Da hat der Jugendbeirat durchaus recht, wenn er eine allgemeine Auffrischung unser aller Kenntnisse über die Verkehrsregeln anregt!
-> Dann werden wir sicherlich auch fachmännisch lernen, unter welchen besonderen Bedingungen & Auflagen Radfahrer auf dem Schutzstreifen rechts vorbeifahren dürfen. Die besonderen Regeln hierfür sind auch gar nicht so banal.
Ich möchte den Jugendlichen ausdrücklich Mut machen: Ich bin derzeit in Dänemark und es ist eine tägliche Freude zu sehen, wie fest dort Rücksicht im Straßenverkehr verankert ist – Autofahrer achten auf Radfahrer, Radfahrer auf Fußgänger. Einige Kommentare verfangen sich zu sehr in alten Feindbildern und sind wenig hilfreich. Hier versuchen Jugendliche, vor Ort die Situation zu verbessern. Mir fällt kein Grund ein, dieses Vorhaben nicht zu unterstützen und positives Feedback zu geben.
Das ist rhetorisch geschickt, inhaltlich aber substanzlos. Der Artikel beschreibt einen räumlich und rechtlich klar definierten Sachverhalt. Dass ein Fahrradschutzstreifen regelmäßig falsch befahren wird, Halten darauf verboten ist, und Jugendliche, die dort täglich zur Schule fahren, das als reale Gefährdung empfinden. Darauf mit Sisyphos-Zitaten und dem Verweis auf die ewig unveränderliche menschliche Natur zu antworten, ist keine Auseinandersetzung mit dem Problem, sondern der Versuch, eine praktische Initiative in philosophische Watte zu packen, bis sie erstickt wurde.
Die Kommentare richten sich nicht gegen eine falsche Behauptung, sondern gegen das Vorhaben, gegen die Initiative selbst. Denn der Jugendbeirat formuliert keine Anklageschriften, sondern er geht ins Handeln, indem er Banner und Flyer plant. Doch schon diesem bescheidenen Schritt ins Handeln schlägt ein Schwall resignativen Weisheitsgestus' entgegen, dessen Subtext lautet: Wir wissen es besser, weil wir wissen, dass sich ohnehin nie irgendetwas verändert.
Die Jugendlichen, die sich hier engagieren, werden mit den Missständen der Gegenwart noch Jahrzehnte leben müssen. Die Haltung, gesellschaftliche Verbesserung sei „metaanalytisch fast sinnlos", mag abgeklärt wirken. Als Antwort an Jugendliche, die ihren Lebensraum sicherer machen wollen, ist sie nicht nur demoralisierend, sondern im Grunde von echter Gegnerschaft kaum zu unterscheiden.
Kritisch sehe ich jedoch die pauschale Aussage, „die meisten Autofahrer“ würden sich falsch verhalten – solche Verallgemeinerungen schaffen eher Feindbilder als Lösungen.
Die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung sind klar, aber auch differenziert. Entscheidend ist gegenseitige Rücksichtnahme – nicht Schuldzuweisung.
Und bevor man einseitig mit dem Finger zeigt: Wer ohne Fehlverhalten ist, werfe den ersten Stein.
Aber: Der Jugendbeirat sollte zur Kenntnis nehmen, dass oft Theorie und Praxis bei vielen Verkehrsteilnehmern zwei unterschiedliche Schuhe eines Paares sind.
Ein und dieselbe Person sieht es aus der jeweiligen Rolle heraus und täglich zu beobachten, fast immer nur egobezogen:
Als Radfahrer schimpft man auf Autofahrer; als Autofahrer kritisiert man die Radfahrer.
Zu versuchen, daran gesellschaftlich etwas zu ändern, erscheint "metaanalytisch" fast sinnlos. Sisyphos winkt kopfnickend vom Olymp.
Es gilt immerfort und wohl in alle Ewigkeit die philosophische Erkenntnis: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein" . LEIDER.