Verkehr
30.10.2026
Von vorOrt.news

Umfrage greift Fragen zu „MyRadl“ auf

Landratsamt fragt nach ersten Erfahrungen mit dem Bikesharing-System - Tutzing hatte Beitritt abgelehnt

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MyRadl - Klassisches Fahrrad © LHM/MOR, DobnerAngermann

Tutzing hat die Teilnahme am regionalen Bikesharing-System „MyRadl“ im Gegensatz zu mehreren anderen Gemeinden des Landkreises Starnberg abgelehnt. Bikesharing-System „MyRadl“ ohne Tutzing Das hat im April dieses Jahres zu einer regen Diskussion auf vorOrt.news geführt. Nun will das Landratsamt Starnberg in einer Online-Umfrage herausfinden, was bei „MyRadl“ gut läuft und wo es noch hakt.

Eine Station gibt es in Tutzing zwar nicht. Viele Tutzinger pendeln aber nach München und kennen MyRadl vielleicht von dort. Ihre Antworten können also auch zeigen, wie das im Mai im Raum des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) gestartete System im Alltag funktioniert.

In einer Mitteilung des Landratsamts über die Umfrage steht zwar nicht, ob man auch Wünsche für neue Standorte angeben kann. Versuchen kann man es trotzdem. Das Landratsamt betont, dass jede Meinung zähle, und will aus den Antworten ableiten, wie sich das System weiterentwickeln und verbessern lässt.

Nach dem Konzept soll man ein Fahrrad an einer MyRadl-Station ausleihen, dann radeln und an einer beliebigen MyRadl-Station wieder abgeben können. Gefragt wird in der Umfrage unter anderem, wie einfach das Ausleihen und die App sind, was die Teilnehmer vom Stationen-Konzept und von den bisherigen Standorten halten, wie oft sie fahren und wofür. Mitmachen kann man noch bis Sonntag, 8. November, unter lk-starnberg.de/myRadlUmfrage.

Für die Ablehnung einer Teilnahme an „MyRadl“ durch den Tutzinger Gemeinderatsausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr nannte die Gemeinde auf Anfrage drei Gründe: Erstens lägen derzeit noch keine ausreichenden Erfahrungswerte mit dem System in der Region vor. Zweitens fehle die Vernetzung, weil auch die Nachbarorte nicht mitmachten. Drittens seien die Kosten für eine Insellösung im Verhältnis zum Nutzen zu hoch. Genau solche Erfahrungswerte sammelt das Landratsamt jetzt.

In der Diskussion auf vorOrt.news hatte ein Traubinger Pendler das Modell „MyRadl“ als Alternative zum Bus gesehen, mit dem er am Bahnhof oft seinen Anschluss verpasse. Die einen bekräftigten den Bedarf an so einem weiteren Mobilitätsangebot, die anderen zweifelten, ob für Pendler zuverlässig Räder bereitstehen würden, und fragten nach Wartung und Abrechnung. Wieder andere hielten es für richtig, erst einmal abzuwarten. Viele der Fragen von damals tauchen nun ziemlich genau in der Umfrage auf.

Hinter MyRadl stehen der MVV, die Landeshauptstadt München und die Landkreise im Verbund. Das vom Unternehmen Nextbike betriebene System soll die sogenannte letzte Meile zwischen Haltestelle und Ziel überbrücken und damit Bus und Bahn ergänzen. Landrat Stefan Frey hat das beim Start ausdrücklich begrüßt. Geplant sind in der Region laut Landratsamt rund 1000 Standorte mit etwa 6800 Rädern. Im Landkreis Starnberg gibt es bisher nur drei Stationen in Gilching mit 22 normalen Fahrrädern und sechs Pedelecs. Im Frühjahr 2027 sollen Gauting, Herrsching, Seefeld und Weßling dazukommen. Eine halbe Stunde auf einem normalen Fahrrad kostet einen Euro, auf einem E-Bike drei Euro. Wer ein berechtigtes ÖPNV-Abo hat, etwa das Deutschlandticket aus der MVV-App, fährt günstiger.

Weitere Informationen zum System sowie den Link zur Umfrage gibt es unter www.lk-starnberg.de/MyRadl
Teilnahme bis Sonntag, 8. November

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