Ein 7-jähriges Mädchen hat am Mittwoch in Tutzing einen Verkehrsunfall, verursacht. Das Kind wollte gegen 17.15 Uhr die Kustermannstraße in Höhe des Rathauses überqueren, um zum dort gastierenden Zirkus zu gelangen. Das Mädchen lief zwischen zwei geparkten Autos hindurch auf die Fahrbahn, ohne auf den Verkehr zu achten.
Zu diesem Zeitpunkt kam aus Richtung der Bahnunterführung ein 34 Jahre alter Tutzinger mit seinem Citroen. Der Mann konnte das Mädchen erst sehen, als es bereits auf die Fahrbahn gerannt war.
Trotz einer Vollbremsung erfasste er das Mädchen noch leicht mit der Front. Aufgrund der niedrigen Geschwindigkeit kam das Kind mit einer Prellung am Fuß sowie Schürfwunden davon.
Kommentar hinzufügen
Kommentare
Es wurden in dieser Diskussion Kommentare von Herrn Dr. Goslich redaktionell bearbeitet. Ich finde dies grundsätzlich eine gute Maßnahme, da es hilft, persönliche Angriffe zu unterbinden und die Diskussionskultur zu verbessern.
Der Ärger des dritten Kommentierenden über den zweiten Kommentar steht damit inhaltlich jedoch im luftleeren Raum, weil der Anlass für diese Verärgerung nicht mehr nachgelesen werden kann. Ebenso der Hinweis auf persönliche Angriffe in meinem Kommentar vom 16.07.2024 um 18:00 Uhr – der persönliche Angriff wurde gelöscht.
Dass Herr Dr. Goslich eingreift, finde ich richtig und wichtig. Was aber hilfreich wäre, wäre in diesen Fällen ein Hinweis auf die redaktionellen Löschungen. Etwa in dieser Form: „Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipisici elit, [... *von der Redaktion gelöscht*]". So lassen sich für die Leserinnen und Leser logische Brüche in der Chronologie der Diskussion nachvollziehen, und die Integrität der ursprünglichen Beiträge bleibt gewahrt.
Schade ist, dass auf die redaktionellen Eingriff nicht hingewiesen wurde, denn Leser können dann, wie schon erläutert, zum einen die Entwicklung der Argumentationslinie nicht mehr nachvollziehen können. Zum anderen besteht theoretisch die Gefahr, dass Kommentare inhaltlich umgeschrieben werden könnten, ohne dass dem ursprünglichen Autor die Veränderung an seinem Text auffällt. Deshalb wäre mehr Transparenz da äußerst wünschenswert.
Unsere Gesellschaft muss entscheiden: Ignorieren wir das Bedürfnis der Kinder nach autonomer Teilhabe im öffentlichen Raum und setzen sie damit Risiken aus? Oder verpflichten wir gefährliche Verkehrsteilnehmer zu besonderer Rücksichtnahme und passen die Haftungsrisiken an?
Die Zahlen zeigen ein Ungleichgewicht: In Deutschland gibt es 70 Millionen Autos, aber nur 14 Millionen Minderjährige. Das Wohlergehen von Kindern und ihre Interessen spielen in der Politik, auch in Tutzing, oft eine untergeordnete Rolle. Der vorliegende Polizeibericht ist ein Beispiel für diese Verständnislücke.
Ermutigend ist jedoch, wie viele unterschiedliche Stimmen sich in dieser Diskussion (namentlich hier auf den vorOrt.news) für die Perspektive der Kinder einsetzen. Das gibt Hoffnung für die Zukunft.
Man stelle sich ein anderes Szenario vor:
Das Kind läuft in ein Fahrrad. Der Fahrer stürzt. Notarzt stellt schweres Schädel Hirn Trauma fest. Hubschrauber landet vor dem Rathaus. Patient nach Murnau. Not Op. Der Radfahrer kommt gerade eben mit dem Leben davon. Kann sich an nichts erinnern. Aber sieht nichts bzw. Doppelbilder und kann nicht sprechen. 1 Jahr diverse Kliniken, bis er wieder hergestellt ist.
Aber hier wird in den Beiträgen automatisch die Umwelt und das Fahrzeug verdammt. Wie immer von manchen. Aber alle Risiken auszuschließen, geht nicht.
Sinnvoller wäre es doch, statt das 100. Verbotsschild aufzustellen, an der Quelle anzusetzen. Bei den Eltern, die ihren Kindern kein richtiges Verhalten im Straßenverkehr beigebracht haben. Und wie oft ich erlebe, wie sich Kinder verhalten, fehlts da weit.
Ich war Ersthelferin.
Die Lage rund ums Rathaus ist einfach nur noch gefahrenen Zone für Kinder.
Leider fühlt sich keiner verantwortlich zu handeln um den Verkehr ordnungsgemäß zu regeln.
Ich hoffe den verunfallten Kindern geht es wieder besser.
Zudem verfehlen einige das Thema des Kommentars, auf den sie antworten. In meinem Eingangskommentar ging es nicht um die Schuldfrage des konkreten Unfalls, sondern um die Absurdität der Polizeimeldung, die einem juristisch und moralisch nicht deliktfähigen Kind die Schuld zuschreibt. Ein Unfall, der durch die aktuelle Verkehrslage wahrscheinlicher geworden ist. Bereits 2011 gab es wenige Meter weiter einen tödlichen Unfall mit einer Sechsjährigen – damals ohne die heutige Umleitungssituation.
So leid einem das betroffene Kind, der Fahrer und die Zeugen tun können: Ein weiteres Opfer ist die Polizei. Sie muss solche Pressemeldungen herausgeben, obwohl deren Sinnlosigkeit aus einer Verkehrspolitik resultiert, für die die Polizei nicht verantwortlich ist.
Ich vermute, dass die Beamten sich ebenfalls einen friedlicheren, kooperativeren und umweltschonenderen Straßenverkehr wünschen. Im Jahr 2023 verunglückten 27.235 Kinder unter 15 Jahren, und 2022 wurde im Schnitt alle 20 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet. Das belastet nicht nur die Angehörigen und Unfallverursacher, sondern auch die Polizei und Rettungsdienste.
Die Einführung intensiv kontrollierter Tempobegrenzungen könnten dies zu minimalen Kosten sofort deutlich verringern.
Deshalb zwei einfache Fragen, sieht die Gemeinde das Gebiet ums Rathaus herum als Wohngebiet? Und wenn ja, warum setzt sie sich, erst Recht während der Umleitung, nicht für eine entsprechende Verkehrsregelung ein?
Oder wird hier nur ein aktueller Fall ohne sachlichen Zusammenhang für die eigene politische Agenda mißbraucht?
Findet man das korrekt gegenüber den Beteiligten? Dem leicht verletzten Kind? Den besorgten Eltern? Dem gewiss ebenfalls psychisch betroffenen Autofahrer? Die hier alle ungefragt zum öffentlichen Spielball werden?
Übrigens steht oben im Artikel sehr deutlich, dass es ein Auto der Marke Citroen war; also die angeprangerten übergroßen Protzautos findet man bei dieser Marke schon mal nicht.
Nachtrag:
Wer dieses oder andere Themen diskutieren möchte, sehr gern ... nur zu ...
Machen Sie doch bitte einfach einen entsprechenden eigenen Thread auf; das ist ja hier auf vorOrtNews meines Wissens mit überschaubarem Aufwand durchaus möglich. Stellen Sie Ihren eigenen Artikel zu Ihrem Herzensthema online!
Die Protzautos werden immer größer und die vorhandenen Straßen wohl genau deshalb objektiv immer enger. Die Mentalität der 70er Jahre: "Je fetter das Auto -schaut her- je mehr bin ich" gehört schon ökologisch betrachtet in den Lokus der Geschichte.
Ich war nicht dabei und habe daher auch keinen Grund an der unvoreingenommenen und sachlich-professionell durchgeführten Unfallaufnahme durch unsere Polizei zu zweifeln.
Hätte die Polizei Hinweise oder Zeugenaussagen, die eine nicht angepasste Geschwindigkeit (kann bereits auch unterhalb des lokalen Tempolimits situativ gegeben sein) auch nur vermuten lassen, so wäre das auch festgehalten und entsprechend erwähnt worden. Herr Goslich hätte es in seinem Bericht gewiss auch nicht weggelassen.
Somit stellt sich die Sachlage wohl eher so dar, dass der Autofahrer selbst keinen Fehler gemacht zu haben scheint: Er scheint nicht ursächlicher Unfallverursacher zu sein, fuhr offenbar nicht zu schnell, er war aufmerksam und reagierte richtig mit einer Vollbremsung, die sicherlich Schlimmeres verhinderte. (Das kann man auch mal wertfrei so anerkennen.) Zusätzlich dürften die über Jahrzehnte immer weiter verbesserten Vorschriften zum technischen Fußgängerschutz ihren Teil zum glimpflichen Ausgang beigetragen haben.
Dem Kind wünsche ich rasche Genesung und allen Beteiligten (Kind & Autofahrer, sowie Zeugen & Helfern) dass sie das Unfallgescheihen auch psychisch gut verarbeiten können.
Abschließend möchte ich noch bemerken, dass ich manchmal schon schwer irritiert bin, wie schnell und wie leichtherzig Manche unter den Kritikern das Unglück anderer benutzen, um es ohne tiefere Kenntnis oder auch unbeachtet der individuellen Sachlage vor den eigenen politischen Karren zu spannen. Da reicht manchmal schon ein kurzer Pressebericht über wenige Zeilen aus, und sogleich beginnt man damit möglichst als Erster die Richtung & das Ausmaß der Stimmung zu puschen.
Wenn jemand - egal ob Kind, Erwachsener oder Katze - plötzlich im genau falschen Moment auf die Straße springt, hat man kaum eine Chance den Unfall noch zu verhindern, egal mit welchen Verkehrsmittel, ob mit dem Auto, mit einem ÖPNV Bus, mit dem Fahrrad oder dem Ebike.
Ausnahmslos alle Verkehrsteilnehmer müssen ihren Teil zur Sicherheit (und Vorsicht) beitragen, damit nichts Schlimmes passiert; und das galt schon zu Zeiten der Pferdefuhrwerke so.
Die Verkehrssituation rund um das Rathaus ist zweifelsohne gefährlich. Es gibt keine Möglichkeit die Kustermannstraße oder die Kirchenstraße dort sicher zu überqueren. Weder für Kinder, noch für Erwachsene. Jetzt, als Umgehungsstraße der Hauptstraße, birgt das noch größere Gefahren. Die beiden Kreuzungen (Traubinger/Oskar-Schüler-Str
und Kustermannstr/Kirchenstraße) haben noch viel Potential sicherer zu werden.
Die erkennbar zunehmende Anzahl an Speedmessern im Ort zeigt ganz offensichtlich, dass die von vielen geäußerte Sorge über die Verkehrssicherheit in der Gemeindespitze sehr ernst genommen wird. So darf man sich womöglich auch für diese beiden Kreuzungen Hoffnung machen.
Ist es innerhalb eines sachlichen Polizeiberichts nicht erwähnenswert, wie niedrig die niedrige Geschwindigkeit des besagten Herrn war. Es gilt zwar regulär Tempo 30. Doch an einer Veranstaltung, wie einem 2-tägigen Kinderzirkus, sollte einem der gesunde Menschenverstand sagen, dass Schritt Tempo zu fahren ist.
Egal, ob im goldigen 911er oder auf dem bösartigen Lastenrad.
Doch es scheint vergeblich an ihn zu appellieren. Denn der (Menschen)Verstand scheint bei so manchem offensichtlich gänzlich von der persönlichen Feindseligkeit zerfressen zu sein.
Anders lässt sich die fortwärende, hasserfüllte, inhaltsleere, Gegen-Personen Kommentiererei nicht erklären.
Und ja, dieser Polizeibericht liest sich, als wäre er von Hr. Wissing persönlich verfasst.
Diesen Satz muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Man möchte sich eigentlich vor Lachen ausschütten – wenn die Sache nicht so traurig wäre. Es steckt viel an Soziologie in diesem Polizeibericht, der uns davon erzählt, wie diese Gesellschaft Verantwortungsumkehr betreibt und das Spiel der Kinder auf Enklaven begrenzt, damit die Erwachsenen ihren eigenen Spieltrieb (meist übersetzt in Protzerei mit überdimensionierten Fahrzeugen) ungebremst in fast allen Bereichen des öffentlichen Raumes austragen können.
Die Polizei würde vermutlich überhaupt nicht verstehen, was an diesem Satz falsch sein sollte. Und die Leser? Weiß man nicht. Diejenigen Eltern, die das als ähnlich schräg und ärgerlich empfinden dürften wie ich, werden hier nicht kommentieren. Sie haben keine Zeit und müssen die unter anderem darauf verwenden, ihre Kinder zu bringen und zu holen, damit sie nicht im automobilen Verkehr zu Schaden kommen. Oder sie als Eltern dafür in Haftung genommen werden, dass ihre Kinder sich so verhalten, wie Kinder sich verhalten müssen, um seelisch gesund aufzuwachsen.
Sicherlich gibt es auch unter Autofahrern viele, die sich der Problematik bewusst sind und mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr fordern. Doch die vorherrschenden Strukturen machen es schwer, echte Veränderungen herbeizuführen. Dabei läge die Lösung auf der Hand: eine kinderfreundliche Stadtplanung mit verkehrsberuhigten Zonen, sicheren Schulwegen und mehr Raum zum Spielen. Stattdessen erwarten wir von 7-Jährigen, dass sie sich wie kleine Erwachsene verhalten.
Es wird Zeit, dass wir in Tutzing und anderswo den öffentlichen Raum neu denken – nicht als Transitstrecke für Autos, sondern als Lebensraum für alle Generationen. Nur so können wir eine Gemeinde schaffen, in der Kinder sicher aufwachsen und ihre Umgebung erkunden können, ohne dass ihnen die "Schuld" für Unfälle zugeschoben wird.