Verkehr
12.3.2022
Von vorOrt.news

Neue Regeln sorgen für Verwirrung

In der Traubinger Straße werden gelbe Karten verteilt – aber bald gibt’s Bußgelder

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Mal hinauf, mal hinunter: In der Traubinger Straße wird zurzeit recht unterschiedlich geparkt. © L.G.

Halb und halb: So etwa stellt sich die Verkehrssituation in der Traubinger Straße und in der Greinwaldstraße dar. Die Greinwaldstraße ist in ihrem unteren Teil schon seit einiger Zeit eine Einbahnstraße von unten nach oben, in ihrem oberen Teil aber normal befahrbar, in beiden Richtungen. So, nur anders herum – von oben nach unten - ist es neuerdings auch in der Traubinger Straße zwischen der Oskar-Schüler-Straße und der Hauptstraße: Unten ist sie eine Einbahnstraße, weiter oben nicht mehr – dort ist die bis vor kurzem noch geltende Einbahnregelung aufgehoben worden.

Die Änderung hat Folgen für die parkenden Autos: In einer Einbahnstraße dürfen sie auf beiden Seiten in der einen erlaubten Richtung abgestellt werden, in einer normal befahrbaren Straße aber müssen sie in Fahrtrichtung stehen. Von der Neuerung in der Traubinger Straße haben aber offenkundig zahlreiche Autofahrer noch nichts bemerkt. Geparkt wird dort jedenfalls auf jede Weise. Da stehen sich viele Fahrzeuge frontal gegenüber. Die neuen Regeln sorgen offensichtlich für Verwirrung.

Erhobener Zeigefinger an der Windschutzscheibe

Erlaubt ist das nicht. Die für Tutzing zuständigen Verkehrsüberwacher vom Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland (KDZ) haben deshalb zurzeit in diesem Bereich eine Menge Arbeit. Einer von ihnen ist Christoph Spinoudas. 75 bis 80 Prozent der Autofahrer kennen die neue Regel in der Traubinger Straße nicht, schätzt er. All den Falschparkern hängt er aber keine Strafzettel an die Windschutzscheibe, sondern eine gelbe Karte. Auf der ist ein erhobener Zeigefinder zu sehen, und gedruckt steht ein Hinweis aufs verkehrswidrige Parken. Mit der Hand schreib Spinoudas dazu, um was für einen Fehler es sich genau handelt, etwa so: „Neue Beschilderung! Bitte in Fahrtrichtung Kirchenstraße parken.“

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Die neue Regelung gilt vorerst auf Probe

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Bußgelder gibt's für die Falschparker bisher von Verkehrsüberwacher Christoph Spinoudas noch nicht - er verteilt vorerst gelbe Karten © L.G.

Eine Weile wird es noch die gelben Karten geben, aber irgendwann wird damit Schluss sein - und dann müssen die Falschparker mit Bußgeldern rechnen. Wann das genau sein wird, dafür gibt es noch keine Entscheidung. Das ist Sache der Gemeinde. Der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats hat die Verkehrsänderung in der Traubinger Straße zunächst ohnehin auf Probe beschlossen. Sie soll zunächst für ein Jahr gelten. In dieser Zeit will man Erfahrungen sammeln. Gründe für die Änderung gab es, so etwa Schwierigkeiten für Lastwägen, die sich bisher schwer getan haben. Anlieger berichten aber von Problemen, die sich erst durch die Änderung ergeben hätten. So komme es nun zu Umkehrmanövern von Autos kurz vor Beginn der Einbahnstraße, so dass die Straße versperrt werde. Und wenn dann noch gerade Kinder aus der Schule direkt daneben kämen, könne es gefährlich werden.

Verkehrsüberwacher Spinoudas ist, wenn er seine gelben Karten an den falsch parkenden Autos anbringt, immer wieder ein gesuchter Gesprächspartner. Er erklärt dann alles ruhig, geduldig und sehr freundlich, und viele Autofahrer scheinen es zu verstehen. Auch Bürgermeisterin Marlene Greinwald gibt sich vorerst gelassen: Die meisten müssten sich wohl erst einmal an die Änderung gewöhnen.

Quelle Titelbild: L.G.
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