Verkehr
11.6.2021
Von Martin Held und Claus Piesch

Verbesserungen und neuralgische Punkte

Tutzinger Hauptverkehrsstraßen: Stand der Baumaßnahmen und Anregungen für die Umgestaltung vom ADFC Die Autoren: Dr. Martin Held ist Sprecher, Claus Piesch stellvertretender Sprecher der Ortsgruppe Tutzing im Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC)

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Die Arbeiten kommen gut voran: Baustelle vor dem Tutzinger Gymnasium

Der Umbau der Hauptverkehrsstraßen Tutzings im südlichen Bauabschnitt kommt gut voran. Er erstreckt sich vom Ortseingangsschild in der Bernrieder Straße bis zur Hauptstraße Abzweigung Schlösserweg beim Gymnasium sowie in der Lindemannstraße vom neuen Kreisel bis zur Querungshilfe nach der Einmündung der Bräuhausstraße und dem Schönmoosweg. Im Mai wurden die Arbeiten intensiviert und im Juni werden sie anhaltend intensiv sein.

Für die 25. Kalenderwoche, Montag 21. bis Samstag 26. Juni sind dann die Abschlussarbeiten für den Bauabschnitt Süd geplant. Dann muss die Hauptstraße vom Kreisel bis zum Schlösserweg nachts für den Gesamtverkehr gesperrt werden, damit die Arbeiten abgeschlossen werden können. Die Sperrung wird voraussichtlich von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens gelten. In dieser Zeit wird keine Umleitung für den Fahrradverkehr ausgeschildert, da die Bräuhausstraße für diese Zeit keine Einbahnstraße ist, sondern für beide Richtungen benötigt wird. Das Staatliche Bauamt Weilheim wird darüber noch informieren.

Im Folgenden gehen wir auf die weiteren Planungen ein. Dabei setzen wir drei Schwerpunkte:
(1) südlicher Bauabschnitt
(2) Bauabschnitt Nord
(3) Bundesfördermittel für Radverkehr

Auf den Bauabschnitt Tutzing Mitte (Schlösserweg bis Einmündung Waldschmidtstraße), Bernrieder Straße bis Unterzeismering (ab Ortsschild), Lindemannstraße (von Ende jetziger Bauabschnitt bis Ortsschild), Unterzeismering sowie damit verbundenen Themen wie etwa den Ausbau der Fahrradstellplätze am Bahnhof werden wir uns später gesondert äußern. Bei der Gestaltung des Orts und der Verkehrswege ist die Netzwerkqualität von hoher Bedeutung.

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Vom 21. bis zum 26. Juni wird die Hauptstraße in diesem Bereich komplett gesperrt - hier die Arbeiten neben der Realschule
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1. Umbau Bauabschnitt Süd

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Hoffnung auf die Eigentümer: Ein- und Ausfahrt zum Einkaufszentrum an der Lindemannstraße sollen getrennt werden

Im Gemeinderat wurde in der jetzigen Wahlperiode ein Arbeitskreis Mobilität eingerichtet. Er wurde in die Detailgestaltung der Einmündung des Schönmooswegs und der Bräuhausstraße in die Lindemannstraße einbezogen. Dies wird wichtige Verbesserungen erbringen, da die jetzige Situation äußerst unübersichtlich ist. Der Arbeitskreis brachte darüber hinaus den Vorschlag ein, dass die Verkehrsregelung zum Einkaufszentrum geändert wird: Die Einfahrt und die Ausfahrt sollten getrennt werden (Einfahrt im östlichen Teil, Aus- fahrt im westlichen Teil). Wir hoffen, dass die Verhandlungen mit den Eigentümern eine Realisierung ermöglichen werden.

Die Umgestaltung der Bernrieder Straße wird nach derzeitiger Planung am Ortsschild Richtung Unterzeismering enden. Dies ist ein neuralgischer Punkt, da kurz danach die Seestraße abzweigt (Montessori-Kindergarten, Tabalugaheim, Tennisplätze etc.) und gegenüber die Ein-/Ausfahrt zur Würmseehalle ist. Die bisherige Gestaltung für solche Personen, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, ist an dieser Stelle extrem problematisch. Insbesondere entspricht die vor Jahrzehnten vorgenommene Gestaltung aus Richtung Unterzeismering kommend vor Einmündung der Seestraße nicht mehr den aktuell gültigen Richtlinien.

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Gestaltung entspricht nicht mehr den aktuell gültigen Richtlinien: Abzweigung der Seestraße von der Bernrieder Straße

Da die Bebauung nicht am derzeitigen Ortsschild endet, ist der Vorschlag aufzugreifen, der im Arbeitskreis Verkehr der Gemeinde Tutzing vor einigen Jahren diskutiert wurde. Das Ortsschild ist entsprechend der tatsächlichen Bebauung und Nutzung der Bernrieder Straße nach Süden in Richtung Unterzeismering zu versetzen und zwar im entsprechenden Abstand nach der Einmündung der Seestraße und der Würmseehalle. Diese Maßnahme ist zugleich die Voraussetzung dafür, dass dann auch die erforderliche Anbindung für den Radverkehr von Unterzeismering als wichtigem Ortsteil Tutzings in Angriff genommen wird.

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Verbindungsstraße Unterzeismering – Tutzing

2. Bauabschnitt Tutzing Nord

Die Planungen für den Bauabschnitt Nord sind im vollen Gange. Wann genau die Baumaßnahmen in diesem Bauabschnitt gestartet werden, ist derzeit noch nicht endgültig fixiert. Nach dem derzeitigen Stand ist davon auszugehen, dass die Baumaßnahmen gegen Ende 2021 beginnen werden. Wir haben als ADFC Tutzing für die Gestaltung in diesem Bauabschnitt am 10. Dezember 2020 eine ausführliche Stellungnahme abgegeben. Wir hoffen, dass unsere Anregungen bei der Detailgestaltung aufgegriffen werden. Das betrifft beispielsweise die Breite der beschlossenen Radschutzstreifen entsprechend den aktuell gültigen „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010)“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) – nämlich einer Breite von je 1,50 Metern. Des Weiteren haben wir Vorschläge für Querungshilfen, die Gestaltung der Gehwege und des Ortseingangs, Beleuchtung, Ruhemöglichkeiten und die Gestaltung des öffentlichen Raums (markante Bäume etc.) gemacht. Im südlichen Teil des Bauabschnitts Nord sollte der Übergang zu Tutzing Mitte bewusst gestalterisch sichtbar gemacht werden.

Auf Vorschlag des Mobilitäts-Arbeitskreises wird ein statisches Parkleitsystem für Tutzing eingeführt (Übersichtstafeln an den drei Ortseingängen). Dazu gehört, dass insbesondere die Stichstraßen zum See optisch gut von der Hauptstraße abgehoben werden, damit die Probleme mit dem Parksuchverkehr bei schönem Wetter reduziert werden.

3. Bundesfördermittel für Radverkehr

Das Bundesverkehrsministerium hat im Dezember 2020 mit den Bundesländern ein Sonderprogramm zur Förderung von Investitionen in den Radverkehr aufgelegt. Es empfiehlt sich, dass die Gemeinde mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim (Straßenbau) Verhandlungen aufnimmt, um eine Planung zu initiieren, mit der ein Antrag auf Förderung im Rahmen dieser Bundesfördermittel gestellt werden kann.

Zur Verbesserung der Netzwerkqualität für den Radverkehr gehört es, dass alle größeren Ortsteile Tutzings entsprechend angebunden sind. Von Tutzing bis Kampberg gibt es einen Radweg. Die Strecke wird fast ausschließlich von Kampbergern genutzt, weil eine Weiterführung nach Diemendorf fehlt. Es empfiehlt sich, einen Radweg von Kampberg entlang der Bahnlinie nach Diemendorf anzulegen, damit Diemendorf ebenfalls für den Radverkehr angebunden wird. Die Strecke von der Abzweigung nach Kampberg bis Diemendorf ist kurvig und unsicher. Diese Ortsverbindung Kampberg – Diemendorf bietet sich für einen Antrag im Rahmen der Sonderförderung an.

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Die Einmündung der Bernrieder Straße in den neuen Kreisverkehr © Fotos: Claus Piesch
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Martin Held und Claus Piesch

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Comments

Der schlechteste Radweg in Tutzing ist die Fortsetzung der Traubinger Strasse nach Traubing. Schlaglöcher und Schotterpiste machen das Fahren zum Abenteuer. Gleichzeitig ist das aber auch ein viel befahrener Radweg.

Diesen zeitnah zu verbessern wäre dringend angesagt.
(Bearbeitet)
Nach meinem Empfinden ist die Situation am Würmseestadion Abzweigung Seestraße kein neuralgischer Punkt da es ja die Unterführung gibt die Problemlos sowohl von Radfahrern wie auch Fußgängern benutzt werden kann.
Zum zustand der Verbindungsstrasse der Traubingerstasse zum Gut Deixelfurt.
Also eine Schotterpiste ist nach meinem Empfinden was ganz anderes, es ist halt eine Feldstrasse.
Die ja wenn man sich an die Verkehrszeichen hält meines Wissens ja für den Normalverkehr gesperrt ist. Die Schlaglöcher die Herr Vahsen beschreibt sind für Radfahrer denke ich kein Problem ( ich fahre sehr oft mit meinem Fahrrad da oben). Ich bin persönlich sehr froh das diese Straße so ist wie sie ist, es muss doch nicht alles Versiegelt und geteert werden und die " Schlaglöcher" entstehen halt dadurch das zu fiele Fahrzeuge dort fahren, da sie gerne als Abkürzung benutzt wird.
Ich denke sie verwechseln das. Die Traubinger Straße verzweigt ganz oben, da wo die Hütte steht. Links geht ihre Straße nach Deixelfurth und weiter zum Golfplatz. Das ist gut fahrbar. Wenn Sie aber geradeaus durch den Wald und dann runter nach Traubing fahren, dann werden sie sehen was ich meine. Ich fahre im Jahr über 3.000km mit dem Fahrrad, auch Wochen lange Touren und weiss schon was unangenehm fahrbar ist. ist. Fahren Sie das mal und dann werden sie verstehen was ich meine. Wenn Sie machbar als Kriterum nehmen, dann bräuchten wir gar keine Radwege.

Den oben erwähnten Radweg Kampberg Diemendorf sehe ich dagegen als nicht so vordringlich an. Eigentlich kann man doch die Haupstrasse vermeiden und gut ohne Verkehr von Kampberg nach Diemendorf fahren.

Und was den Tunnel am Stadion betrifft, da muss ich Herrn Jilg Recht geben. Besser kann man die Straße eigentlich nicht queren. Nur wird er zu wenig benutzt.
(Bearbeitet)
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