Verkehr
16.6.2020
Von vorOrt.news

Bus-Verbesserungen für Tutzing in Planung

MVV: Warten auf Änderungen bis zum nächsten Fahrplanwechsel nicht unbedingt erforderlich

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Viele Tutzinger würden gern noch viel mehr solche Schilder sehen: Bushaltestelle am Rathaus

Mehr öffentliche Buslinien in Tutzing erscheinen den Verantwortlichen denkbar. Eine Sprecherin des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) hat auf Anfrage von vorOrt.news mitgeteilt: „Verbesserungen und Anpassungen sind bereits in Planung.“

Schon seit längerer Zeit wird in Tutzing viel Bedarf an weiteren Busverbindungen in diverse bisher nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossene Ortsteile gesehen. Im Kommunalwahlkampf haben mehrere Parteien und Gruppen solche Forderungen erhoben, Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben dies bei einem Ausbildungsprojekt „Demokratieführerschein für Jugendliche“ zum Thema gemacht und ein Konzept entworfen, das sie im Gemeinderat und in dessen Verkehrsausschuss vorgestellt haben.

Neue Verbindungen hat bereits die im Herbst vorigen Jahres eingeführte Buslinie 978 gebracht. Seitdem sind zum Beispiel die Siedlungen oberhalb der Bahn wie Luswiese und Bareisl und die Traubinger Straße mit ihrem Umfeld per Bus erreichbar. Ein anderer Zweig der neuen Linie 978 verbindet die Bahnhöfe von Tutzing und Feldafing miteinander. Gut angenommen wird auch die vor einigen Jahren eingeführte Buslinie 958 zum Kloster Andechs, die die nördliche Hauptstraße von Tutzing und den Ortsteil Traubing einschließt.

Nicht oder nur zu seltenen Zeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind dagegen andere Tutzinger Standorte, zu denen früher das so genannte Bürgermobil früher an vier und dann an drei Tagen in der Woche gefahren ist. Das gilt beispielsweise für das Einkaufszentrum an der Lindemannstraße, die Kellerwiese, den Ortsteil Kampberg oder den Waldfriedhof. Das Bürgermobil, das die Ambulante Krankenpflege 20 Jahre lang gemeinsam mit der Gemeinde Tutzing und einem Team ehrenamtlicher Fahrer betrieben hatte, ist eingestellt worden, als die neue Buslinie 978 eröffnet wurde. Sie fährt aber nicht zu allen der vom Bürgermobil erfassten Standorte.

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Mittlerweile ein gewohntes Bild in Tutzing: Kleinbus der Linie 978, hier in der Hauptstraße an der Haltestelle Neustätterstraße
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Rote Konkurrenz: Ein Vertrag mit dem RVO scheint mancher Bus-Neuerung im Wege zu stehen © Fotos: L.G.

Neue oder erweiterte MVV-Buslinien stoßen bisher noch auf einige Schwierigkeiten. So wird immer wieder auf einen bis 2022 laufenden Vertrag mit dem Regionalbus-Unternehmen RVO verwiesen. Die RVO-Linie 9600 führt beispielsweise über Diemendorf, Kampberg, Fischerbuchet sowie in Tutzing über das Gymnasium und das Krankenhaus zum Bahnhof. Dieser Bus ist zwar nur zu bestimmten Zeiten unterwegs, nämlich morgens und am frühen Nachmittag beim Schulverkehr und dann noch drei Mal am späteren Nachmittag. Aber auch ein Betrieb mit so seltenen Fahrten ohne regelmäßigen - beispielsweise stündlichen - Verkehr den ganzen Tag über scheint auszureichen, ein anderes Bus-Angebot zu verhindern.

Immer wieder ins Gespräch gebracht wird auch eine 40-minütige Wartezeit bei der MVV-Linie 978 am Tutzinger Bahnhof. Sie müsste doch ausreichen, so die Argumentation, um noch eine Schleife beispielsweise zum Einkaufszentrum an der Lindemannstraße, ins Fischerbuchet oder zum Höhenberg einzubauen. Dabei sind wohl bestimmte Aspekte zu beachten, von den Fahrtzeiten mit denkbaren Staus auf der Strecke bis zu den vorgeschriebenen Pausenzeiten der Fahrer. Aber generell gilt eine zumindest kleine Streckenerweiterung offenbar nicht als ausgeschlossen.

Ob und unter welchen Bedingungen weitere Buslinien in Tutzing eingeführt werden können, steht nun zur Diskussion. Nach Angaben der MVV-Sprecherin prüfen die Aufgabenträger, also die zuständigen kommunalen Behörden - so das Landratsamt Starnberg - die Umsetzbarkeit derzeit. Wie lange das dauern kann? „Grundsätzlich ist es nicht nötig, mit der Überarbeitung einer Linie bis zum Fahrplanwechsel zu warten“, erklärt die MVV-Sprecherin: „Wenn sich alle Beteiligten einig sind und die Finanzierung steht, kann eine Überplanung und ihre Umsetzung theoretisch jederzeit erfolgen.“

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