Verkehr
20.5.2020
Von vorOrt.news

Countdown für Sanierung der Hauptstraße

Kreisverkehr soll schon Ende dieses Jahres fertig sein - Umleitung in drei Stufen

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Kreisverkehr gibt es in Tutzing noch nicht. Der erste soll noch in diesem Jahr entstehen. © HUK Coburg

Trotz aller Probleme wegen Corona: Am Terminplan für die Sanierung der Tutzinger Hauptstraße wird nicht gerüttelt. Im Gemeinderat gab es dazu am Dienstag konkrete Informationen von Silke Schweigler, Abteilungsleiterin für den Landkreis Starnberg beim Staatlichen Bauamt Weilheim, und Verkehrsplaner Benjamin Neudert. Der Countdown läuft bald, könnte man sagen: Am 4. Juni ist laut Schweigler Submissionstermin, also öffentliche Ausschreibung. Spätestens Ende Juni soll der Auftrag vergeben werden. Start soll im August, bei Beginn der Sommerferien, in zwei Kolonnen sein: bei der Einmündung der Lindemannstraße in die Hauptstraße und vor dem Gymnasium.

Wenn die Bauarbeiten erst einmal begonnen haben, soll es schnell gehen. Der neue Kreisverkehr an der Einmündung der Lindemannstraße steht mit am Anfang. Er soll weitgehend schon in diesem Jahr gebaut werden, bis Ende Oktober zu drei Vierteln und pünktlich zu Weihnachten komplett fertig sein. In dieser Zeit wird die Bernrieder Straße in diesem Bereich komplett gesperrt. Nach Fertigstellung des Kreisverkehrs wird man wieder über die Bernrieder Straße nach Bernried fahren können. „Der Kreisverkehr passt exakt in den Kreuzungsbereich hinein“, sagte Neudert.

Beim Gymnasium werden die Arbeiten laut Angaben des Verkehrsplaners nicht exakt zum Ende der Schulferien, aber etwa eine Woche später beendet sein. Von dort aus rutscht die Kolonne dann weiter in Richtung Süden bis zum Gröberweg. Von Anfang November bis Ende Dezember soll dann der Abschnitt zwischen Gröberweg und Lindemannstraße an der Reihe sein. Mitte März bis Mitte Juni 2021 soll es mit der Lindemannstraße weitergehen. Dort für erforderlich gehaltene Verkehrsänderungen, gerade beim Einkaufszentrum, soll ein Arbeitskreis erörtern, kündigte Bürgermeisterin Marlene Greinwald an; diese Vorgehensweise habe sich bewährt. Die weiteren Bauabschnitte im Ortszentrum und an der nördlichen Hauptstraße werden wahrscheinlich 2021 und 2022 folgen.

"Relativ ausgeklügeltes Verkehrskonzept" für Umleitungen

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Die Bräuhausstraße wird zur Umleitungsstrecke. Das Parken dort ist zum Teil schon eingeschränkt worden.

Für die Umleitungen während der Straßenbauarbeiten gibt es laut Neudert ein „relativ ausgeklügeltes Verkehrskonzept“, und zwar in drei Stufen: eine großräumige Umfahrungsempfehlung über die Bundesstraße und Weilheim, eine Umleitung über Bernried und Diemendorf sowie eine Einbahnregelung über die Bräuhausstraße. In der anderen Richtung ist eine Einbahnregelung auf der Hauptstraße an den Schulen vorbei vorgesehen.

Ob eine Brücke in der Bräuhausstraße den Schwerlastverkehr verkraften werde, wollte Georg Schuster (FDP) wissen. Man habe dort aus Sicherheitsgründen eine Stahlplatte eingefräst, sagte Klaus Hirschvogel von der Gemeindeverwaltung; dort sei nicht mit Problemen zu rechnen.

Eine Fußgängerführung werde es an der Hauptstraße immer geben, sagte Silke Schweigler auf Frage von Claus Piesch (Freie Wähler). Für die Radfahrer allerdings könne während der Bauarbeiten nicht zusätzlich ein Weg gewährleistet werden.

Die Gehwege sollen nach Angaben von Neudert breiter werden als bisher, nämlich zwei Meter bis 2,50 Meter breit. „Das ist schon sehr gut“, sagte der Verkehrsplaner. Bernd Pfitzner (Grüne) hakte nochmals wegen eines geplanten Neubaus Ecke Hauptstraße/Bahnhofstraße nach, doch Neudert erwiderte, für den Verkehr werde es keine weiteren Vorteile bringen, wenn man den Bau weiter von der Straße abrücke.

Belasteter Aushub wird auf dem alten Volksfestplatz zwischengelagert

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Parken geht dort bald nicht mehr: Der alte Volksfestplatz wird zum Zwischenlager für den Bodenaushub

Auf dem alten Volksfestplatz an der Seestraße wird ein Zwischenlager für den Aushub eingerichtet, der durch teerhaltige Straßenbeläge, eingesickertes Öl und Chloride der Streusalze belastet sein dürfte. An der Seestraße soll eine Belastung der Umgebung durch spezielle Behälter mit Reinigungsfunktion vermieden werden. Die hierfür im Bundesimmissionsschutzgesetz vorgesehenen Regelungen würden genau eingehalten, versicherte Neudert. Die Kosten nannte Schweigler auf Frage von Mitschke-Collande mit 400 000 Euro, sie würden zwischen Bauamt und Abwasserverband aufgeteilt.

Der Abwasserverband Starnberger See hat sich kurzfristig entschlossen, auch in der Schlossstraße den Regenwasserkanal zu sanieren. Dies ist als Winterbaustelle geplant. Die öffentliche Bootslände an der Schlossstraße soll zu den Zeiten ihrer üblichen Nutzung nicht davon tangiert werden.

Bei den über lange Zeit umstrittenen Kosten der Kanalarbeiten war kürzlich eine Lösung gefunden worden. Einzelheiten teilte Silke Schweigler hierzu nicht mit, doch ihre Äußerungen wirkten wie eine Bestätigung dafür, dass sich der Abwasserverband mit seinen Forderungen durchgesetzt hat. Zunächst hatte der Freistaat Bayern nicht von den bisher üblichen Pauschalzahlungen abrücken wollen. Auf die Verhandlungsergebnisse für Tutzing hatten viele andere Kommunen gewartet, denn sie dürften nun auch für sie gelten. „Wir werden ein bisschen als Vorzeigeprojekt gehandelt“, bestätigte Bürgermeisterin Greinwald. „Ich glaube, viele werden aufspringen“, fügte sie hinzu.

Der neue Gemeinderat:
Hohes Interesse an Tutzing

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