Verkehr
25.12.2020
Von vorOrt.news

Autos sollen in Tutzing „weg vom See“

Parkleitsystem soll Fahrer möglichst in uferferne Regionen führen

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Im Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Autos wird es am See bei schönem Wetter manchmal recht eng - hier beim "Santorini" © L.G.

Möglichst „weg vom See“ sollten die Autos in Tutzing. Dieser Wunsch zieht sich wie ein roter Faden durch viele Diskussionen über die Verkehrsentwicklung. Deutlich wurde diese Überlegung auch kürzlich im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats: Dort hat der neue „Arbeitskreis Mobilität“ für ein Parkleitsystem in Tutzing plädiert, das die Autofahrer zu den vorhandenen Stellflächen leiten soll.

Große Überblickstafeln im Norden und im Süden der Gemeinde sollen auf sie Parkplätze hinweisen, sagte FDP-Gemeinderat Dr. Joachim Weber-Guskar, der dem Arbeitskreis angehört und die Details im Ausschuss erläuterte. Auch die Tutzinger Geschäfte sollten nach seinen Worten in die Überlegungen einbezogen werden. Für ihre Mitarbeiter gebe es Bedarf an verschiedenen Standorten.

Über die derzeit insgesamt vorhandene Zahl an Parkplätzen und zum Bedarf gibt es keine genauen Angaben. Neue Parkplätze scheinen derzeit nicht geplant zu sein. Vor Jahren war das heute für Autos genutzte Grundstück der früheren TSV-Halle an der Greinwaldstraße als Standort für ein Parkhaus im Gespräch. Doch das sei wohl nicht zu verwirklichen, sagte Weber-Guskar, obwohl das betreffende Areal nach Auffassung des Arbeitskreises wegen seiner zentralen Lage für diesen Zweck geeignet wäre.

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Der Seehof wurde hin und wieder schon als Parkplatz genutzt, aber eine Dauerlösung ist das bisher nicht © L.G.

Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) sprach sich für eine Parknutzung des Seehof-Grundstücks bis zu dessen Bebauung aus. Er regte entsprechende Gespräche mit dessen Eigentümer an. Weber-Guskar plädierte auch für den Fall einer Neubebauung des Seehof-Grundstücks für möglichst viele zusätzliche Stellplätze neben denen, die für eine Hotelnutzung eingeplant werden. Vielleicht könne man sie sogar in gewissem Rahmen vorschreiben.

In die Parkmöglichkeiten sollen die Stellflächen bei den Supermärkten nach Möglichkeit einbezogen werden, zumindest an Sonn- und Feiertagen. Weg vom See geführt werden sollen die Autofahrer unter anderem durch die erlaubten Parkzeiten: Je näher am See, um so kürzer sollen Fahrzeuge stehenbleiben dürfen und umgekehrt. Für denkbar hält der Arbeitskreis an der Hauptstraße Parkzeiten bis zwei Stunden, zwischen Hauptstraße und Bahnlinie länger, etwa bis oder gar über vier Stunden.

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Hinweise auf die Supermarkt-Parkplätze im Parkleitsystem? Da besteht wohl noch Klärungsbedarf. © L.G.

Westlich der Bahn soll es außer am Bahnhof keine Gebühren geben. Parkzonen mit zeitlicher Begrenzung sollen Bahnpendler außerdem vom Parksuchverkehr abhalten, gleichzeitig aber den Anwohnern und ihren Besuchern Freiheiten lassen, so beispielsweise mit Beschilderungen wie „Anwohner frei 17-9 Uhr“. Abe auch eine „Semmeltaste“ soll es geben, mit der man kurzzeitig - etwa 30 bis 45 Minuten - kostenlos parken kann, um einzukaufen.

Durch den neuen Radschutzstreifen sind an der nördlichen Hauptstraße nach Angaben von Weber-Guskar etwa 35 Stellplätze weggefallen. Beschwerden darüber habe es aber bei der Gemeinde nicht gegeben: „Da hatten einige Ratskollegen mehr Aufschrei erwartet.“ Entgegen anderen Vermutungen haben die Autofahrer offenbar Parkplätze weiter weg vom See genutzt.

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Westlich der Bahn soll es außer am Bahnhof keine Gebühren geben. Parkzonen mit zeitlicher Begrenzung sollen Bahnpendler außerdem vom Parksuchverkehr abhalten, gleichzeitig aber den Anwohnern und ihren Besuchern Freiheiten lassen, so beispielsweise mit Beschilderungen wie „Anwohner frei 17-9 Uhr“. Abe auch eine „Semmeltaste“ soll es geben, mit der man kurzzeitig - etwa 30 bis 45 Minuten - kostenlos parken kann, um einzukaufen.

Durch den neuen Radschutzstreifen sind an der nördlichen Hauptstraße nach Angaben von Weber-Guskar etwa 35 Stellplätze weggefallen. Beschwerden darüber habe es aber bei der Gemeinde nicht gegeben: „Da hatten einige Ratskollegen mehr Aufschrei erwartet.“ Entgegen anderen Vermutungen haben die Autofahrer offenbar Parkplätze weiter weg vom See genutzt.

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Kommentare

Man muss allen Verantwortlichen für das Areal an der Lindemannstraße danken, dass sie sich bzgl. der öffentlichen Nutzung des großen Parkplatzes außerhalb der eigenen Geschäftszeiten bislang stets gelassen und großzügig verhalten haben.
(Bearbeitet)