Zwei Forderungen stellt die Tutzinger Ortsgruppe des Fahrradclubs ADFC für die Lindemannstraße: Zum einen plädiert sie nachdrücklich für eine Versetzung des Ortsschilds nach Süden, über die Abzweigung zum Kallerbach hinaus. Zum anderen setzt sie sich ebenso eindringlich für einen kombinierten Fuß- und Radweg an der Lindemannstraße ein.
Der Fuß- und Radweg soll, von Süden aus gesehen, auf der rechten Straßenseite vom Kallerbach bis zur Bahnunterführung reichen und an den dort vor einigen Jahren fertiggestellten Weg anschließen. „Wir werden die Gemeinde auffordern, mit dem Straßenbauamt zügig entsprechende Verhandlungen aufzunehmen“, sagte Ortsgruppensprecher Dr. Martin Held am Mittwochabend nach einer Ortsbegehung mit Mitgliedern der Gruppe. Neben der in Bau befindlichen Anlage des Verbands Wohnen am Kallerbach, wo 70 Wohnungen enststehen, ist bisher nach Angaben des stellvertretenden Ortsgruppensprechers Claus Piesch nur ein Fußweg vorgesehen. Sobald dort die Außenanlagen an der Reihe sind, müsse in diesem Bereich stattdessen ein kombinierter Fuß- und Radweg angelegt werden, fordert der ADFC.
Auf der gesamten Länge zwischen Kallerbach und Einmündung der Monatshauser Straße ist nach Überzeugung der ADFC-Vertreter sowohl für eine 6,50 Meter breite Straße als auch für einen 2,50 Meter breiten Fuß- und Radweg ausreichend Platz vorhanden. Das Staatliche Bauamt habe entlang dieser Strecke nämlich bereits Grund auf der westlichen Seite erworben. Piesch verwies auf eine Grenzmarkierung mit einem Pflock neben der Brücke an der Monatshauser Straße, der dies kennzeichne. Um Platz für den Fuß- und Radweg zu gewinnen, könne die Straße deshalb in bestimmten Bereichen nach Westen verschoben werden, sagte Gerhard Sening. Im weiteren Verlauf – zwischen der Monatshauser Straße und der Bahnunterführung - werde man Zugeständnisse machen und gegebenenfalls auf eine Straßenbreite von 6,50 Meter verzichten müssen, meinte er. Unbedingt sollte der Weg immer auf der rechten Seite, von Süden aus gesehen, bleiben, fordern die ADFC-Mitglieder.
Die Versetzung des Ortsschilds an der Lindemannstraße nach Süden habe der Gemeinderat bereits vor längerer Zeit beschlossen, bestätigte Christine Nimbach von den Grünen. Die Versetzung des Schildes sei nach dem damaligen Beschluss im Zuge der Bauarbeiten für die Anlage des Verbands Wohnen vorgesehen, bisher aber noch nicht umgesetzt worden. Weil ohne diese Maßnahme in dem betreffenden Bereich keine Tempobegrenzung auf 50 Stundenkilometer gelte, seien dort viele Autofahrer sehr schnell unterwegs, warnen die ADFC-Vertreter.
Etliche Beobachtungen bei der Ortsbegehung werten sie als Beleg hierfür. „Ein Lkw ist da durchgerast und hat auch noch die Kurve geschnitten“, sagte Piesch. Nach Helds Worten schneidet etwa die Hälfte der Fahrer die Kurve. Sening warnte vor Kollisionen mit Linksabbiegern, die von Tutzing kommend am Kallerbach abbiegen. Immer wieder sei es zu gefährlichen Situationen gekommen, sagte Held. Die Versetzung des Ortsschilds sei deshalb dringlich: „Man muss sehen, dass da der Ort losgeht.“

Kommentar hinzufügen
Kommentare