Verkehr
16.7.2019
Von vorOrt.news

Tutzing schafft eine Tonne CO2-Vermeidung

Stadtradeln Tag 18: Team Seerunde auf Platz 1 vor Pedalpiloten, Team K und Rathausteam

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Auch wer schnell mal zum einkaufen fährt, kann seine Kilometer beim Stadtradeln melden. Am Samstag beim Wochenmarkt ist es aber zu spät: In Tutzing endet die Aktion am Freitag. © L.G.

Eine Tonne CO2-Vermeidung haben unsere Tutzinger Teilnehmer des Stadtradelns bisher geschafft. Heute ist der 18. Tag, die dreiwöchige Aktion läuft in unserer Gemeinde noch bis zum Freitag dieser Woche. Wer in den letzten Tagen noch für die Tutzinger Wertung in die Pedale treten und ein paar Kilometer beisteuern will, ist herzlich willkommen. Jeder Kilmeter zählt - auch zum Einkaufen, wenn es auch am Samstag beim Wochenmarkt zu spät sein wird.

Die Registrierung ist ganz einfach online unter www.stadradeln.de möglich, auch einzelne Teams wie beispielsweise der ADFC Tutzing freuen sich über weitere Mitwirkende Mitradler herzlich eingeladen Koordinatorin für Tutzing ist Alexandra Volz (Kontakt siehe ganz unten auf dieser Seite). Die Zahl der Tutzinger Mitradler hat sich schon in den vergangenen Tagen immer weiter erhöht. 41 Teilnehmer aus unserer Gemeinde sind es inzwischen. Gemeinsam bringen sie es auf 6.767 Kilometer. Man darf gespannt sein, wieviele Kilometer sie bis zum Freitag noch draufpacken werden.

Tutzing stößt auf Platz 745 in Deutschland vor

In der Gesamtwertung sind unsere Tutzinger in den vergangenen Tagen deutlich vorangekommen. Zurzeit belegen sie Platz 745 unter 1.087 Teilnehmerkommunen in Deutschland. Vor zwei Tagen hatten sie noch auf Platz 772 gelegen.

An der Spitze der Tutzinger Wertung fahren souverän jetzt neun Teilnehmer des "Teams Seerunde", die es bisher zusammen auf 3.766 km bringen. Den zweiten Platz behaupten ähnlich klar die "Pedalpiloten", das mit 16 Mitradlern größte Tutzinger Team, mit 2.069 km. Auf den Plätzen drei und vier folgen dicht beieinander das "Team K" (3 Teilnehmer) mit 446 km und das "Rathausteam Tutzing" (6 Teilnehmer) mit 427 km, auf Platz fünf der "ADFC Tutzing" (3 Teilnehmer) mit 284 km und auf Platz sechs das "Offene Team Tutzing" (4 Teilnehmer) mit 83 km. Noch zwei weitere gemeldeten Teams - "Evangelische Akademie Tutzing" und "Goonies" - stehen in der Tutzinger Liste, beide aber mit "0 km und "0,0" kg CO"-Vermeidung.

Auch zwei Mitglieder aus dem 21-köpfigen Tutzinger Gemeinderat machen mit. Die Organisatoren des Stadtradelns führen dies in der Wertung eigens auf. Für sie ist die Mitwirkung von "Kommunalparlamentariern" sehr wichtig. Es gibt sogar eine eigene Wertung für die "fahrradaktivsten Kommunalparlamente". In Abhängigkeit von der Beteiligungsquote der Parlamentarier werden dabei die Kilometer je Parlamentarier gezählt. Die Mitwirkung der Stadt- und Gemeinderäte ist in den meisten Kommunen eher mäßig. In Starnberg sind es 9 von 31 Stadträten, in Inning 6 von 17 Gemeinderäten. In den anderen Gemeinden des Landkreises Starnberg beteiligen sich am Stadtradeln nach den Angaben auf www.stadtradeln.de jeweils 1 bis vier Parlamentarier - oder, so in Seefeld, kein einziger.

Beim "Team Seerunde" steuern einzelne Teilnehmer mehr als 400 km bei

In einer Wertung mit den meisten Kilometern je Teilnehmer führt in Tutzing das Team "Seerunde" mit 418,4 km vor dem Team K mit 148,6 km, den "Pedalpiloten "(129,3,0 km), dem "ADFC Tutzing" (94,7 km), dem "Rathausteam Tutzing" (71,1 km) und dem "Offenen Team" (20,7 km je Teilnehmer).

Der aktuelle Stand kann im Internet verfolgt werden unter
https://www.stadtradeln.de/tutzing

Je Einwohner sind es in Tutzing 0,68 Radkilometer

Insgesamt machen zurzeit 295.003 Radler beim Stadtradeln mit. Dabei sind bisher 53,8 Millionen Kilometer zusammengekommen. Das entspricht nach Angaben der Organisatoren 7.634 Tonnen CO2-Vermeidung. Auf Platz 1 der Gesamtwertung für Deutschland geführt wird nach wie vor die "Metropole Ruhr" mit 2,3 Millionen geradelten Kilometern, obwohl ihre Teilnehme außer Konkurrenz radeln, weil sie keine politisch selbständige Gemeinde ist. Zweite sind die Berliner mit knapp 2,1 Millionen Kilometern.

Weiter den elften Platz belegt Tutzing mit 6.767 km in der Wertung der "fahrradaktivsten Kommunen mit den meisten Radkilometern". An der Spitze liegt Gilching mit 65.l722 Kilometern vor der Stadt Starnberg (64.546 km) und Gauting (58.328 km). Auf den letzten drei Plätzen rangieren Wörthsee (5.252 km), Feldafing (3.919 km) und Pöcking (1.810 km).

In einer Wertung "Fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern pro EinwohnerIn" ist Tutzing mit 0,68 km Vorletzter, Schlusslicht ist Pöcking mit 0,32 km. In dieser Wertung führt Weßling (7,59 Kilometer je Einwohner) vor Gilching (3,49) und Gauting (2,84 km je Einwohner).

Es gibt Teams von Vereinen, Schulklassen, Unternehmen und anderen

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Auch viele Kinder sind sichtlich mit Spaß dabei - wenn auch manchmal eher gemütlich im Anhänger © Stadtradeln Klima-Bündnis

Alle, die in der Gemeinde Tutzing im Landkreis Starnberg wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine (Hoch-)Schule besuchen, können beim Stadtradeln mitmachen. Wer mitmachen will, kann sich auch nach dem Start im Verlauf der Aktion noch registrieren und Kilometer für Tutzing sammeln. Jeder Kilometer zählt.

Wie in anderen Gemeinden des Landkreises Starnberg dauert die Aktion vom 29. Juni bis zum 19. Juli 2019. Im Rahmen des Wettbewerbs treten Teams aus Kommunalpolitikern, Schulklassen, Vereinen, Unternehmen und Bürgern für Radförderung, Klimaschutz und Lebensqualität in die Pedale. Im Zeitraum 1. Mai bis 30. September sollen an 21 aufeinanderfolgenden Tagen möglichst viele Kilometer beruflich und privat CO2-frei mit dem Rad zurückgelegt werden. Wann die drei Stadtradeln-Wochen stattfinden, ist jeder Kommune frei überlassen.

Spaß beim Radeln: Die Bedingungen sind in Tutzing unterschiedlich

„Cycling for Future“ ist das Motto in diesem Jahr. Stadtradeln ist eine nach Nürnberger Vorbild weiterentwickelte Kampagne des Klima-Bündnisses, des größten Netzwerks von Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Schutz des Weltklimas, dem rund 1700 Mitglieder in 26 Ländern Europas angehören. „Mit der Kampagne steht Kommunen eine bewährte, leicht umzusetzende Maßnahme zur Verfügung, um in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit für nachhaltige Mobilität aktiv(er) zu werden“, so die Organisatoren. Nach ihren Angaben geht es um Spaß am und beim Fahrradfahren, radelnde Mitglieder der kommunalen Parlamente, tolle Preise, aber vor allem darum, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Wenn es um Spaß beim Radfahren geht, gibt es allerdings erhebliche Unterschiede, wie auch Tutzinger Beispiele belegen. In etlichen Bereichen, aber nicht überall gibt es gut ausgebaute Radwege. Der Radweg zwischen dem Ortsteil Kampberg und Tutzing endet beispielsweise, wenn man von Süden kommt, am Kallerbach. Auch der Geh- und Radweg bei der Bahnunterführung an der Lindemannstraße hört etwas weiter oben auf. Wer mit dem Fahrrad an der Straße weiterfährt, muss sich die Fahrbahn mit Autos teilen, die dort oft nicht gerade langsam unterwegs sind. Eine andere Möglichkeit ist der Weg durch die Siedlung Fischerbuchet, bei dem allerdings gewisse Ortskenntnisse hilfreich sind.

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"Spaß am Fahrradfahren": Er ist an etlichen Stellen von Tutzing gewährleistet. Bei der Bahnunterführung an der Lindemannstraße beispielsweise gibt es seit ein paar Jahren einen breiten Geh- und Radweg © L.G.
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Weniger Spaß hat, wer an der Lindemannstraße weiter gen Süden radelt: Ein Radweg fehlt streckenweise. Da empfiehlt es sich, durch die Siedlung Fischerbuchet zu radeln. © L.G.
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Kaum Spaß für Radler lässt auch die große neue Wohnanlage etwas weiter südlich direkt neben der Staatsstraße, beim Kallerbach, erwarten. Von einer Radwegplanung ist dort nichts bekannt. © L.G.

82 Prozent der Deutschen für bessere Radverkehrsförderung durch Kommunen

80 Prozent der Haushalte in Deutschland besitzen nach Angaben des Klima-Bündnisses Fahrräder. Dennoch liege der Anteil aller Wege, die in Deutschland geradelt werden, durchschnittlich bei nur bei zehn Prozent. Nach einer Umfrage seien etwa 82 Prozent der Deutschen zwischen 14 und 69 Jahren der Meinung, dass sich Entscheidungsträger auf kommunaler Ebene stärker mit dem Thema Radverkehrsförderung beschäftigen sollten. Dabei sprechen sich die Befragten unter anderem für den Bau von mehr Radwegen (63 Prozent) und mehr Fahrradabstellanlagen (47 Prozent) aus.

Auch Nicht-Alltagsradler sollen die Vorteile des Radfahrens entdecken

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Fahrbahn oder Bürgersteig? Vor dieser Wahl stehen Radfahrer an der Tutzinger Hauptstraße © L.G.

Das Klima-Bündnis verweist darauf, dass etwa ein Fünftel der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland im Verkehr entstünden. Im Jahr 2010 hätten Pkws und Krafträder 79 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen im Personenverkehr verursacht. Etwa 7,5 Millionen Tonnen CO2 ließen sich alleine in Deutschland vermeiden, wenn etwa 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Innenstädten mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren würden, so das Klima-Bündnis.

Ziel der Kampagne Stadtradeln sei daher die Aktivierung von Kommunen. Insbesondere sollten Kommunalpolitiker für die Belange des Radverkehrs gewonnen werden. Auch die Gemeinderäte stellten die Weichen für die Radverkehrsförderung und -planung in Kommunen und sie seien Vorbilder, „wenn sie sich selbst in den Sattel schwingen“. Für Nicht-Alltagsradler biete das Stadtradeln die Möglichkeit, im Wettbewerb die eigene Kommune aus der Lenker-Perspektive zu erleben und die Vorteile des Radfahrens im Alltag zu entdecken.

"Fahrradaktivste" Kommunen und Kommunalparlamente gesucht

Was gibt es zu gewinnen? „Nach wie vor eine lebenswerte Umwelt!“, so das Klimabündnis. Durch die vermiedenen CO2-Emissionen seien die ersten Gewinner die Umwelt, das Klima sowie alle Bürger in den Kommunen mit weniger Verkehrsbelastungen, weniger Abgasen und weniger Lärm. Doch darüber hinaus gebe es hochwertige Preise zu gewinnen, die von den nationalen Unterstützern Ortlieb, ABUS, Bosch, Stevens Bikes, Protective, Paul Lange & Co., Busch + Müller, MYBIKE, WSM sowie Schwalbe zur Verfügung gestellt würden.

Das Klima-Bündnis zeichnet die Sieger nach Abschluss des Stadtradelns anhand der Einwohnerzahl in fünf Größenklassen in zwei Kategorien aus:

Fahrradaktivstes Kommunalparlament
(Kilometer pro Parlamentarier in Abhängigkeit zur Beteiligungsquote der Parlamentarier)

Fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern
(absolute Gesamtkilometer)

Neben den Bestplatzierten wird in beiden Kategorien und allen Größenklassen jeweils die beste Newcomer-Kommune ausgezeichnet.

In der Sonderkategorie „Stadtradeln-Star“ werden Preise unter allen „Stadtradeln-Stars" verlost.

Grußwort des Starnberger Landrats Karl Roth

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Neue Blickwinkel: Die eigene Kommune mit dem Fahrrad zu erleben ist ganz anders als mit dem Auto © Stadtradeln Klima-Bündnis

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gemeinde-, Stadt- und Kreisräte,

haben die „Fridays for Future" auch Sie wachgerüttelt? Da kommt plötzlich diese 16-jährige Greta Thunberg daher und bringt Bewegung in den Klimaschutz. Sie fürchtet um die Zukunft ihrer Generation und sagt gerade heraus, wir müssen JETZT mehr tun, deutlich mehr.

Dass dies auch in unserem Landkreis vielen jungen Menschen unter den Nägeln brennt, hat der Klimadialog im März im Landratsamt gezeigt. Larissa L. vom Tutzinger Gymnasium meinte zum Beispiel, „wir brauchen endlich klare Gesetze" und sollten handeln statt nur zu reden. Eine unbequeme Wahrheit. Doch es hat mich und viele andere Erwachsene nochmals motiviert. – Ja, die jungen Leute haben Recht: Wir brauchen mehr Klimaschutz, und er kann weder ausgesessen noch aufgeschoben werden.

Das diesjährige STAdtradel-Motto „Cycling for Future" spielt auf die Schülerproteste an. Denn unsere Mobilität hat großen Einfluss aufs Klima von morgen: Allein mit der Wahl der Verkehrsmittel kann jeder einzelne von uns sehr einfach etwas verbessern. Wenn Sie – immer öfter – vom Auto aufs Fahrrad umsteigen, tun Sie also nicht nur Ihrer Gesundheit und der Umwelt in unserem Landkreis Gutes. Damit tragen Sie persönlich obendrein zu einer lebenswerten Zukunft für uns alle bei.

Freilich benötigen wir dazu bessere Rahmenbedingungen. Deshalb bemühen wir uns im Landkreis gemeinsam mit den 14 Kommunen, etwa Radwegenetze auszubauen oder zu optimieren. Auch dazu können Sie übrigens beitragen, indem Sie uns Schwachstellen per STAdtradeln-RADar melden

Danke fürs Mitmachen und viel Spaß beim „Cycling for Future".

Ihr

Karl Roth
Landrat

Quelle: https://www.stadtradeln.de/landkreis-starnberg

Koordinatorin für das Stadtradeln

Alexandra Volz
Tel.: 08158 2502-42
[email protected]
Gemeinde Tutzing
Kirchenstraße 9
82327 Tutzing

Quelle Titelbild: L.G.
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