Verkehr
2.3.2019
Von vorOrt.news

Dauerparker auf öffentlichem Grund

Ein Transporter steht seit Januar beim Bahnhof - Die Zeitbegrenzung an der Hörmannstraße wirkt

Der rote Transporter ist inzwischen bekannt in Tutzing. Schon Anfang dieses Jahres stand er auf dem Park-and-Ride-Platz am Bahnhof. Unter vielen Bahnfahrern sorgt es schon lange für Gesprächsstoff. In den schneereichen Tagen war es dort abgestellt, und heute ist er nach wie vor dort. Er reicht sogar in die Fahrspur zwischen den Parkplätzen hinein - aber mittlerweile nicht mehr so weit wie früher. Wegen der Schneehaufen konnte sein Fahrer ihn wahrscheinlich zunächst nicht so weit in die Lücke rangieren. Derzeit ragt er nach vorn nicht mehr ganz so weit hinaus wie im Januar. Der Fahrer muss ihn also inzwischen bewegt haben. Aber ganz offensichtlich benutzt er diese Stellfläche als Dauerparkplatz. Das kostet ihn überhaupt nichts, denn für das Parken auf den Tutzinger Park-and-Ride-Plätzen am Bahnhof muss man nach wie vor nichts bezahlen. Das soll sich bekanntlich ändern. Die Deutsche Bahn als Grundeigentümer will fürs Abstellen von Autos Gebühren erheben. Aber noch ist es nicht soweit. Davon profitiert der Fahrer des roten Transporters.

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Schneeflocken kommen, Schneeflocken vergehen...
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Der rote Transporter, der bleibt stehen © SG/L.G.
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Parkzeit-Begrenzung bremst Parkflucht

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Dauerparkerproblem gelöst? Hörmannstraße mit Drei-Stunden-Regelung © L.G.

Die Dauerparker sind für Tutzing ein Dauerproblem. Das gilt längst nicht nur für die Park-and-Ride-Plätze am Bahnhof. Rundherum in den Straßen stehen an Werktagen von früh bis spät viele Autos von Leuten, die ganz offensichtlich so genannte Bahnpendler sind. Sie breiten sich in immer weiterem Umfeld aus, in den Nebenstraßen und sogar auf den Supermarkt-Parkplätzen. Selbst auf dem Neuen Friedhof in der Heinrich-Vogel-Straße werden immer wieder längerfristig Autos abgestellt, wie Bürgermeisterin Marlene Greinwald vor einiger Zeit recht verständnislos im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats berichtet hat. „Einige haben keine Skrupel“, fügte sie verständnislos hinzu. Ein geparktes Auto sei sogar mit einer Plane winterfest gemacht worden.

Ein Magnet für Dauerparker ist vor einiger Zeit auch die Hörmannstraße geworden, die an der Christuskirche vorbei führt. Dieser Bereich wurde verstärkt als Parkzone entdeckt, nachdem die Parkgebührenpflicht in der Kirchenstraße eingeführt worden war. Als „Parkflucht“ wurde dieses Verhalten in der Gemeinde bezeichnet. Aber damit ist mittlerweile Schluss: Der Verkehrsausschuss des Gemeinderats hat im November vorigen Jahres für die Hörmannstraße eine Höchstparkzeit von maximal drei Stunden beschlossen. Und siehe da, es wirkt: „Jetzt parkt dort fast keiner mehr“, sagte ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung dieser Tage im Verkehrsausschuss.

Aktualisierung Mai 2019:
Der rote Transporter steht mittlerweile nicht mehr am Bahnhof.

Quelle Titelbild: L.G.
ID: 1648
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Kommentare

Es wurde hier schon öfter über die "bösen Dauerparker" um dem Bahnhof geschrieben. Jetzt möchte ich mal das Thema von einem anderen Blickpunkt darstellen.
Ich bin selber einer von diesen "bösen Bahnpendler". Ehrlich gesagt würde ich lieber bequem direkt am Bahnhof parken, nur leider gibt es dort zu wenige Parkplätze . Spätestens zwischen 7:30 und 8 Uhr ist der Parkplatz voll. Es gibt aber einige Tutzinger die zuerst die Kinder im Kindergarten bringen müssen und dann noch den Zug um 7:30 oder 8 Uhr erwischen müssen. Und leider können nicht alle (noch weniger im Winter) die Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad im Kindergarten bringen.
Also was tun mit dem Auto? Wenn es keine Möglichkeit mehr gibt am Bahnhof zu parken, dann suchen sich die "bösen Bahnpendler" natürlich irgendeinen Parkplatz in der Nähe. Wenn z.B. die Parkmöglichkeiten in der Hörmannstrasse durch die 3 Stunden Höchstparkzeit gesperrt werden, dann wandern die Bahnpendler logischerweise ein paar Strassen weiter z.B. in die Bräuhausstrasse, in die Caesar v. Hofacker Strasse... oder parken beim Tutzinger Keller oder bei Aldi oder bei Edeka. Was sollen sie sonst tun wenn keine vernünftige Alternative angeboten wird? Jeden Tag am Kino für 4€/Tag parken? Zuhause parken und wieder zu Fuß zum Bahnhof laufen? Es gibt leider noch keine vernünftige Lösung. Ich fände es aber schön, wenn man stärker daran arbeiten würde alternative Parkplätze zu schaffen, statt vorhandenen Parkplätze alternativlos zu sperren. Letztlich wird das Problem dadurch nicht gelöst sondern nur ein paar Strassen weiter verschoben. Und die "bösen Bahnpendler" wird man leider nicht wegzaubern können...
Die sog. Bahnpendler finden leider jeden freien Parkplatz in Tutzing. Mittlerweile stehen sie beim Tutzinger Keller und versperren den Zugang zu den Glascontainern, beim neuen Friedhof und jetzt auch am Johanneshügel beim Eingang zum Kustermannpark! Dort wäre es auch angebracht, eine Höchstparkzeit von 3 Stunden festzulegen!