Verkehr
11.6.2018
Von vorOrt.news

Vollsperrung am Beringerweg

Ab heute Park- and Ride-Platz westlich des Bahnhofs von Süden zwei Wochen tagsüber nicht erreichbar

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Auch die Betonstützwände müssen abgebaut werden: Auf diesem Hanggrundstück sind die neuen Gebäude geplant. Rechts der Beringerweg, vorn die Lindemannstraße. © L.G.

Dieses Bauprojekt hat in Tutzing schon für viele Diskussionen gesorgt: Auf einem Hanggrundstück oberhalb der Bahnlinie sollen zwei viergeschossige Gebäude mit 23 Wohnungen errichtet werden. Am kommenden Montag, dem 11. Juni, geht’s mit den Bauarbeiten los. Da das Hanggrundstück bis zur Lindemannstraße reicht, müssen nach Angaben der Gemeinde auch die Betonstützwände abgebaut werden.

Das alles hat beträchtliche Folgen für den Verkehr. Denn der recht enge Beringerweg bildet die einzige Zufahrtmöglichkeit zu diesem Grundstück - und er ist gleichzeitig die südliche Zufahrt zum Park-and-Ride-Platz westlich des Bahnhofs. Über diese Strecke fahren üblicherweise die vielen Bahnpendler aus dem Raum Weilheim, die über die Lindemannstraße kommen, zum Bahnhof. In den nächsten zwei Wochen - vom 11. bis zum 22. Juni - wird der südliche Beringerweg nun wegen der Bauarbeiten tagsüber von 8.30 Uhr bis 17 Uhr komplett für den Verkehr gesperrt.

Das bedeutet, dass die Zufahrt sowohl für die Anwohner in diesem Bereich als auch für die Bahnpendler in dieser Zeit nur noch von Norden aus möglich sein wird, also von der Heinrich-Vogl-Straße und Am Höhenberg aus. Um dorthin zu gelangen, müssen die von Süden kommenden Bahnpendler durch den halben Ort fahren: über Hauptstraße, Bahnhofstraße und Heinrich-Vogl-Straße, eventuell über die Bräuhausstraße, was allerdings wegen deren einseitiger Befahrbarkeit nur in Richtung zum Bahnhof möglich ist. Die Umleitungsstrecke wird beschildert. Am südlichen Beringerweg soll auf Höhe der Baustelle ein Fußgänger-Notgehweg mit einer Bedarfsampel von der Lindemannstraße aus zu erreichen sein.

An diesem Bauvorhaben entzündeten sich Diskussionen zur Verdichtung in Tutzing

Die ehemaligen Eigentümer des knapp 2500 Quadratmeter großen Grundstücks, das nun bebaut wird, hatten das Areal liebevoll als parkartiges Gelände gestaltet und gepflegt.

Die beiden geplanten Gebäude waren im Gemeinderat ziemlich umstritten gewesen und erst nach langen Diskussionen befürwortet worden. In den Abstimmungsergebnisse kamen sowohl im Gemeinderat (9:5) als auch im Bauausschuss (6:4) die unterschiedlichen Auffassungen deutlich zum Ausdruck - und zwar nicht nur zu diesem Bauvorhaben, sondern generell zur Verdichtung im Tutzinger Ortszentrum.

"Wuchtige Baukörper am Hang" prangerte damals vor allem Ortsplanungsreferent Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing) an. Christine Nimbach (Grüne) verwies auf zweigeschossige Bauten daneben: Falls sie einmal abgebrochen würden, dann könnten die Neubauten als Bezugsfall für größere Bebauung auch dort herangezogen werden.

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Zwischen diesen Gebäuden sind die Neubauten vorgesehen © L.G.

"Ganz unterschiedliche Ansichten von Ortsentwicklung"

Das Areal befindet sich neben den vor einigen Jahren errichteten "Pschorrhöfen" und in Nachbarschaft der Siedlung mit mehrgeschossigen Gebäuden an der Anton-Bartl-Straße und der Kirschnerstraße. Die 23 geplanten Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen in den beiden geplanten neuen Gebäuden sind an die Stelle eines früheren Entwurfs mit 18 Wohnungen getreten, der nach einem Eigentümerwechsel verändert worden war.

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Der Beringerweg ist auch eine wichtige Zufahrt zum Park-and-Ride-Platz © L.G.

Peter Stich (CSU) konnte die Widerstände angesichts der schon größeren Bebauung in der Nachbarschaft nicht verstehen: „Wie gehen wir mit unseren Bürgern um?“ Auch Dr. Ernst Lindl (CSU) verwies auf entsprechende . Bauhöhen sowohl rechts als auch links von der Neuplanung. Marchner dagegen vermisste einen Bebauungsplan für dieses Gebiet und plädierte dafür, einen solchen nachträglich aufzustellen.

Dafür sah Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) wenig Chancen. Das Areal befinde sich in Bahnhofsnähe und beim Ortszentrum - wenn nicht in dieser Gegend verdichtet werde, fragte sie, wo dann? „Wir haben offenbar ganz unterschiedliche Ansichten von Ortsentwicklung“, entgegnete Marchner. Letztlich setzten sich dann aber die Befürworter einer Verdichtung im Ortszentrum durch.

Als Problem betrachteten mehrere Ausschussmitglieder auch eine vorgesehene Tiefgarage mit Tor hin zum Beringerweg. Die künftigen Bewohner werden bei der Ausfahrt jedenfalls gut aufpassen müssen - vor allem morgens und nachmittags, wenn die vielen Pendler an dieser Stelle unterwegs sind.

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Quelle Titelbild: L.G.
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