In der Tutzinger Bahnhofstraße soll eine Tempo-30-Regelung eingeführt werden. Einen entsprechenden Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat hat gestern der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss mit 7:1 Stimmen befürwortet.
Abgelehnt hat der Ausschuss dagegen mit 6:2 Stimmen eine Tempo-30-Zone in einem größeren Bereich des Tutzinger Ortszentrums. Sie sollte nach einem Antrag der Grünen für die Straßen zwischen der Bahnlinie und der Hauptstraße gelten. Eine solche Zone wäre mit einer Rechts-vor-Links-Regelung verbunden gewesen. Auch die Polizeiinspektion Starnberg hatte sich in einer Stellungnahme gegen eine Tempo-30-Zone ausgesprochen.
Rechts vor links gilt nicht für eine Regelung, wie sie nun für die Bahnhofstraße eingeführt werden soll, denn dort handelt es sich nicht um eine Tempo-30-Zone. Deshalb bleiben in diesem Bereich die bisherigen Vorfahrtregelungen bestehen.
Bürgermeisterin Marlene Greinwald berichtete vor den Entscheidungen über die Ergebnisse einer neuen Verkehrsmessung. Zu schnell waren danach in der Hauptstraße 1,7 Prozent, in der Bahnhofstraße sogar nur 0,41 Prozent der Autos unterwegs. Weniger als zwei Prozent der Autos zu schnell
Bernd Pfitzner von den Grünen hatte für eine Tempo-30-Zone im Ortszentrum plädiert, um vom „Fleckerlteppich“ der unterschiedlichen Tempo-Vorschriften wegzukommen und insgesamt das Sicherheitsniveau zu erhöhen. Marlene Greinwald warnte vor einer Tempo-30-Zone mit rechts vor links gerade in der bevorstehenden Phase der Hauptstraßen-Sanierung mit Umleitungen und unterschiedlichen Einbahn-Regelungen. Da wüssten die Bürger überhaupt nicht mehr, wie sie fahren könnten. Nach dem Umbau könne man noch einmal über eine solche Zone reden.
Die Rathauschefin zitierte auch Bedenken aus dem öffentlichen Personennahverkehr, dass die Busse bei Tempo 30 möglicherweise ihre Fahrpläne nicht einhalten könnten. Das wollte Pfitzner nicht als Gegenargument akzeptieren: „Die Zeit, die der ÖPNV verlieren würde, ist minimal.“ Auch Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste) wollte nicht glauben, „dass ein Bus so schnell über Tempo 30 kommt“. Stefanie von Winning (CSU) verwies aber darauf, dass die Gemeinde Inning kürzlich aus diesem Grund eine Tempo-30-Beschränkung aufgehoben habe.
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Nun also werden täglich 6000 Fahrzeuge von 50 auf 30 gebremst. Abgesehen von den 0,41%, von denen zu erwarten ist, dass sie sowieso schneller sind oder sein müssen. Denn die ganze Wahrheit heißt: 50 km ist überall zu viel, wo ein hohes Fußgängeraufkommen herrscht. Diese Wahrheit spricht keiner aus, denn die Folgen gefallen vielen nicht: Wozu habe ich ein Auto gekauft, wenn ich nicht Gas geben darf? Und siehe: Polizei, Landratsamt, Verkehrsbeauftragte stimmen begeistert zu. Schließlich fahren sie ja alle Auto...
Deswegen: Gratulation den 6 realistischen Mitgliedern im Verkehrsausschuss und jenen, die da immer schon bohrten wie Bernd Pfitzner, Behringers Aktion Bahnhofstraße, der Elternbeirat von GYM und Realschule und der Radfahrer-Club.
Helge Haaser Passau