Fälle mit Wildunfällen häufen sich in dieser herbstlichen Zeit wieder. Im Bereich der Polizeiinspektion Starnberg sind mehrere Stellen immer wieder betroffen. Dazu gehört beispielsweise die Bundesstraße 2 zwischen Starnberg und Tutzing. Weitere Stellen sind die Straßen rund um Perchting, der Bereich der Maxhof-Kaserne, die Straße von Kempfenhausen über Berg nach Allmannshausen und die Staatsstraße nach Höhenrain. Häufiger betroffen sind nach Angaben der Polizei vor allem solche Straßen, die mindestens an einer Seite von Wald gesäumt sind. „Natürlich ist es auch an anderen Straßen nicht ausgeschlossen, dass Wildtiere den Weg kreuzen“, warnt die Polizei.
Tiere oft völlig unvermittelt auf der Straße und zuvor kaum zu erkennen
Mehrere Unfälle mit Wildtieren haben die Beamten der Polizeiinspektion Starnberg am vergangenen Wochenende beschäftigt. Zwischen Söcking und Perchting kam es am Wochenende gleich zu zwei Wildunfällen. Am Montagmorgen gegen 6.40 Uhr konnte eine 45jährige Dießenerin nicht mehr reagieren, als plötzlich ein Reh in ihren BMW rannte. Bereits am Freitagabend lief ein Reh an der gleichen Stelle vor dem Fahrzeug einer 50jährigen Starnbergerin über die Straße, die nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Ebenfalls im Bereich Perchting, aber an der Straße in Richtung Unering, lief am Samstagmorgen gegen 2 Uhr ein Wildschwein vor den Suzuki eines 19 Jahre alten Gautinger und wurde von diesem erfasst. Auch auf der Kreisstraße zwischen Perchting und Landstetten sowie weiter in Richtung Rothenfeld muss die Starnberger Polizei immer wieder Wildunfälle aufnehmen.
„Den Autofahrern ist in der Regel kein Vorwurf zu machen“, so die Polizei, „weil die Tiere zumeist völlig unvermittelt auf die Straße treten und zuvor kaum zu erkennen sind.“ Sollte es zum Zusammenstoß mit einem Wildtier gekommen sein, sollten Autofahrer sofort die Polizei verständigen, rät die Inspektion, damit sich der zuständige Jäger um das Tier kümmern kann. Sollte ein verendetes Tier auf der Straße liegen bleiben, sollte der betreffende Autofahrer die Unfallstelle absichern und warten, bis die Polizei eintrifft.
Wildunfall - Was ist zu tun?
Am Telefon: genaue Angaben zu Name, Zeit, Unfallort (Straßenbezeichnung, Kilometerstein, Fahrtrichtung), Hergang, ggf. verletzte Personen und Wildtiere abfragen und notieren, falls erforderlich Polizei und Krankenwagen anfordern!
Am Unfallort: Eigensicherung beachten! Warnweste tragen, Warnblinkanlage einschalten, Warndreieck und Blinklampen aufstellen, u. U. beide Fahrtrichtungen absichern!
Unfallbeteiligte beruhigen und in Sicherheit bringen; Erste Hilfe leisten; Personen an der Verfolgung von verletztem Wild hindern!
Fachgerechte Tötung von verletztem Wild:
Zuschauer wegschicken!
Fangschuss: richtiges Kaliber wählen; Gefahr durch Geschosssplitter und Abpraller auf Asphalt einkalkulieren; Gefährdung von Personen ausschließen! Abfangen mit der kalten Waffe (Messer) nur bei ausreichender Übung und Erfahrung!
Wildbergung: Gummihandschuhe tragen, Wild fachgerecht versorgen, bei Verwertung Fleischhygiene-Bestimmungen beachten!
Bei flüchtigem Wild: Fluchtrichtung erfragen, Pirschzeichen markieren, Fahrzeug auf Spuren untersuchen!
Nachsuche auf Schalenwild nur bei ausreichender Erfahrung und brauchbarem Hund selbst durchführen; sonst Schweißhundführer bei einer anerkannten Schweißhundestation anfordern und einweisen!
Nachsuche auf sonstiges Niederwild mit brauchbarem Jagdhund: Wegen Straßennähe Feldleine verwenden!
KFZ-Schaden mit Haarwild: Bescheinigung für Teilkaskoversicherung ausstellen!
Entsorgung: rechtliche Vorschriften beachten!
Quelle: Landesjagdverband (LJV) Nordrhein-Westfalen e.V.
Wie man Wildunfällen vorbeugt:
http://www.tsc-bretzenheim.de/downloads/wildunf%C3%A4lle.pdf
Kommentar hinzufügen
Kommentare