Nach mehreren Jahrzehnten wechselt beim Tutzinger Weihnachtsmarkt die Verantwortung. Die Arbeitsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (ATG) gibt die Organisation des traditionellen Marktes in neue Hände. Künftig wird der Veranstaltungsverein Tutzing e. V. (VVT) den Weihnachtsmarkt ausrichten.
Für die ATG ist das durchaus ein Einschnitt – schließlich hat sie den Weihnachtsmarkt über viele Jahre geprägt und organisiert. Entstanden ist dieses Engagement aus einer Tradition heraus. Die Durchführung eines großen Weihnachtsmarktes gehört jedoch eigentlich nicht zu den Kernaufgaben einer Gewerbevereinigung. Zudem lag die Organisation immer auf den Schultern weniger engagierter Mitglieder und wurde von Jahr zu Jahr schwieriger zu stemmen.
Die ATG möchte sich deshalb künftig wieder stärker auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren: die Interessen der Tutzinger Gewerbetreibenden und ihrer Mitglieder zu vertreten und den örtlichen Handel und das Gewerbe zu stärken. Dabei will sie die Anliegen der örtlichen Wirtschaft künftig noch deutlicher in die kommunalen Entscheidungsprozesse einbringen. Dazu gehört auch die aktive Mitarbeit in den Arbeitskreisen Wirtschaft und Energie der Initiative "MiTeinander" (MiT). Die ATG will dort frühzeitig mitreden, wo Entscheidungen vorbereitet werden, die Handel, Gewerbe und die wirtschaftliche Entwicklung Tutzings unmittelbar betreffen.
Linda Schmieder, Vorsitzende der ATG, sieht in der Übergabe deshalb einen konsequenten Schritt – allerdings einen, der durchaus mit etwas Wehmut verbunden ist: „Viele Menschen in der ATG haben über Jahrzehnte unglaublich viel Zeit und Herzblut in den Weihnachtsmarkt gesteckt. Das gibt man nicht einfach so aus der Hand. Umso wichtiger war uns, jemanden zu finden, der diese Tutzinger Tradition mit demselben Engagement weiterführt. Beim Veranstaltungsverein wissen wir den Weihnachtsmarkt in guten Händen.“
Mit dem Veranstaltungsverein übernimmt nun eine neue Mannschaft, die in Tutzing längst gezeigt hat, dass sie Veranstaltungen nicht nur organisieren kann, sondern dabei auch Menschen zusammenbringt. Mit den Weinfesten und in diesem Jahr auch mit der Fischerhochzeit hat sich der Verein längst einen Namen gemacht. Mit dem Weihnachtsmarkt erweitert der VVT sein bisher vor allem sommerlich geprägtes Veranstaltungsjahr nun erstmals in die Adventszeit.
An der Spitze des Veranstaltungsvereins steht Tobias Wegl. Für ihn bedeutet die Übernahme zunächst vor allem, Bewährtes fortzuführen: „In diesem Jahr sind zunächst keine grundlegenden Veränderungen zu erwarten. Wir möchten die bewährten Abläufe übernehmen, kennenlernen und sorgfältig prüfen.“ Gleichzeitig seien im Vorstand bereits viele kreative Ideen entstanden, wie sich der Weihnachtsmarkt in den kommenden Jahren behutsam weiterentwickeln lasse.
Auch Bürgermeister Ludwig Horn ist mit der Geschichte des Veranstaltungsvereins eng verbunden. Als einer seiner Mitgründer hat er dessen Entwicklung von Anfang an begleitet. „Die Idee bei der Gründung war, eine Vereinsstruktur zu schaffen, mit der sich auch größere Veranstaltungen in Tutzing gemeinsam auf die Beine stellen lassen“, erinnert sich Horn. „Dass sich inzwischen so viele Ehrenamtliche aus unterschiedlichen Generationen engagieren, ist eine sehr schöne Entwicklung. Damit das auch langfristig funktioniert, brauchen wir aber weiterhin Menschen, die mitmachen und den Verein unterstützen.“
Für die Besucher soll sich dabei eines gerade nicht ändern: Der Weihnachtsmarkt soll weiterhin ein Treffpunkt für Tutzing sein – mit Vereinen, Gewerbetreibenden, bekannten Gesichtern und jener besonderen Atmosphäre, die ihn über viele Jahre geprägt hat. Gleichzeitig bietet der Wechsel die Möglichkeit, Bewährtes fortzuführen und mit der Zeit auch neue Ideen einzubringen.
Für die ATG ist die Übergabe deshalb kein Abschied vom Weihnachtsmarkt. Nach vielen Jahren in eigener Verantwortung gibt sie eine gewachsene Tradition in neue Hände – und bleibt ihr zugleich verbunden.
Der Tutzinger Weihnachtsmarkt ist damit für die Zukunft gesichert – künftig mit einer neuen Mannschaft, aber weiterhin mit sehr viel Tutzinger Engagement.
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